Lebensdaten
um 1445 bis 1505
Geburtsort
Fulda
Sterbeort
Wittenberg
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiktheoretiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118646885 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adam
  • Adamus <de Fulda>
  • Fulda, Adam von

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Zitierweise

Adam von Fulda, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118646885.html [29.09.2016].

CC0

Adam von Fulda

Komponist und Musiktheoretiker, * um 1445 Fulda, 1505 Wittenberg.

  • Leben

    In jungen Jahren studierte A. offenbar in Basel. Nach Aufenthalten in Passau und Kloster Vormbach vollendete er am 5.11.1490 sein Buch „De musica“. 1491-1501 stand er in Torgau an der Spitze der Kantorei Kurfürst Friedrichs des Weisen. 1502 war er in Wittenberg bei der Gründung der Universität als Dozent eingetragen. Er starb an der Pest. 1517 wird in Altenburg ein A. componist genannt, vermutlich ein anderer. A.s Satz „Ah hilff mich leid“ wurde von G. Glarean 1547 als durch ganz Deutschland gesungen bezeichnet. Ebenso waren „Ach Juppiter“ und „Apollo aller Kunst ein Hort“ weitverbreitet, der Tenor oft von anderen Komponisten bearbeitet, die beiden erstgenannten Melodien von Hans Sachs mit geistlichem Text versehen und in evangelische Gesangbücher aufgenommen. An polyphonen Kompositionen sind eine Messe über eine Chanson und 10 Offizien, darunter 7 Hymnen, bekannt. A. schließt sich an die zweite niederländische Schule, besonders A. Busnois, an und ist auch als Theoretiker Gegner der neuen Zeit mit ihrer Ausdrucksmusik. Er hält fest am mittelalterlichen Ideal der Musik als mathematischer Kunst.

  • Werke

    Weitere W Weltl. Lieder, gedr. im Liederbuch d. Arnt v. Aich (um 1512), neugedr. 1930, u. in: Moser (s. L); geistl. Sätze: 1 Messe, 10 Offizien im Leipziger Apel-Kodex, u. Staatsbibl. Berlin Cod. ms. mus. 40021; Motette, neugedr. 1935 in: 12 Hymnen, Chorwerk Nr. 32; s. a. MGG.

  • Literatur

      H. J. Moser, Leben u. Lieder d. A. v. F., u. Die weltl. Liedsätze d. A. v. F. nebst allen wichtigen Bearbb. durch Tonmeister d. 16. Jh.s, in: Jb. d. staatl. Ak. f. Kirchen- u. Schulmusik I, 1927/28;  H. Engel, A. v. F., in: Vf.-Lex. d. MA I, 1933;  W. Ehmann, A. v. F. als Vertreter d. ersten dt. Komponistengeneration, 1936;  LThK;  W. Ehmann, A. v. F. in: MGG.

  • Autor

    Hans Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Hans, "Adam von Fulda" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 50-51 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118646885.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Adam von Fulda

  • Leben

    Adam von Fulda: Musikschriftsteller in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Daß er ein Deutscher gewesen ist, wissen wir aus dem Glarean, der ihn im Dodekach. 261 Francum Germanum nennt. Er hat einen Tractat hinterlassen, der nach einer Straßburger Handschrift bei Gerbert, Script. III. 329—81 (leider mit unzuverlässigen Notenbeispielen) abgedruckt ist, aus vier Theilen besteht und in 7 Cap. von der Erklärung, Erfindung und dem Lobe der Musik; in 17 Cap. von der Hand, dem Gesange, der Stimme, den Schlüsseln, der Mutation, den Tonarten; in 13 Cap. von der Mensuralmusik und in 8 Cap. von den Proportionen und Consonanzen handelt. Datirt ist die Schrift 5. Nov. 1490, also ist sie beinahe gleichzeitig mit Tinctoris und Gafor; der Autor nennt sich Musicus ducalis und spricht von Wilhelm Dufay als von seinem ungefähren Zeitgenossen (bei Gerbert 341a), woraus zugleich hervorgeht, daß Dufay später gelebt hat, als nach Baini und Kiesewetter angenommen zu werden pflegt. Auch einen vierstimmigen Tonsatz haben wir von A. v. Fulda; bei Glarean, der ihn Cantionem elegantissime compositam, ac per totam Germaniam cantatissimam nennt, steht er mit dem Text O vera lux et gloria (Dodekach. 262). Ursprünglich aber gehört dieser Tonsatz zu dem deutschen Liede "Ach hülff mich leid vnd senlich klag", und steht mit diesem Text in Joseph Klug's Wittenberger Gesangbuch 1535 unter Adams v. Fulda Namen.

  • Autor

    v. Dommer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Adam von Fulda" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 43 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118646885.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA