Lebensdaten
1694 bis 1761
Geburtsort
Breuschwickersheim bei Straßburg (Elsaß)
Sterbeort
Straßburg (Elsaß)
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116831219 | OGND | VIAF: 12439039
Namensvarianten
  • Fröreisen, Johann Leonhard
  • Fröreisen, Johann Leonhard
  • Frereisen, Jean Leonhard
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Zitierweise

Fröreisen, Johann Leonhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116831219.html [30.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Leonhard (1661–1723), Mag., Pfarrer in B., seit 1700 in St., S d. Schuhmachermeisters Michael u. d. Katharine Reinthaler;
    M Maria Ursula (1667–1703), T d. Joh. Frdr. Ruland (1634–1710), Großkaufm. in Frankfurt u. St., u. d. Maria Ursula Faber aus St.;
    Stief-M Anna Maria Huber, Pfarrers-T aus St.;
    Urur-Groß-Ov Isaak s. (1);
    1725 Sus. Magdalena (1702–90). T d. Handelsmanns Joh. Phil. Mühlberger;
    5 K, u. a. Susanne Magd. ( Joh. Phil. Beyckert, 1713–87, Prof. d. Theol. u. Vizepräs. d. Kirchenkonvents in St., Schwieger-V d. ev. Theol. Joh. Lorenz Blessig, †1816, s. NDB II);
    N Joh. Gg. Röderer ( 1763), Gynäkologe.

  • Leben

    Erzogen im Franckeschen Waisenhause zu Halle, studierte F. in Straßburg, Gießen, Jena und wurde Professor am Wilhelmsgymnasium in Straßburg, 1724 Professor der Theologie an der dortigen Universität, 1731 Präses des Kirchenkonvents. Seine kirchengeschichtliche Bedeutung liegt darin, daß er Hüter der lutherischen Orthodoxie im Zeitalter des Pietismus in Straßburg war. Er führte die große Straßburger Tradition, in den kirchlichen Reformbestrebungen der lutherischen Orthodoxie tonangebend aufzutreten, insofern: fort, als er über Spener wohlwollend urteilte, unterschied sich aber dadurch von ihr, daß er gleichzeitig vor dem Mißbrauch der Spenerschen Gedanken heftig warnte, insbesondere vor den Privatversammlungen (Konventikeln) der Gläubigen. Als seinen Hauptgegner betrachtete er den Grafen Zinzendorf, mit dem der Pietismus seinen eigentlichen Auswuchs hervorgebracht habe, ja, zur Narrheit entartet sei. Mit seinem kirchenkritischen Buche „De misero Ecclesiae Augustanae Confessionis permultis in locis statu“ (Straßburg 1743) erregte er heftigen Anstoß, besonders da es sich die römischen Katholiken durch Nachdruck und Übersetzung zunutze machten.

  • Werke

    (überwiegend kleine Gelegenheitsschrr.) De Ostracismo, Straßburg 1711;
    De infelici Divitis felicitate, Gießen 1713;
    Disputationes VIII de praejudiciis in studiis historicis evitandis, Jena 1716;
    De Characteribus verae Reformationis, ebd. 1717;
    De Charlataneria Theologorum, Straßburg 1735;
    Disputatio sistens praecipua momenta articulorum Smalcaldicorum, ebd. 1737 (Jubiläumsschr.);
    Sendschreiben an Hn. Gf. v. Zinzendorf, als Anhang zu F.s Rede vor denen d. Augspurg. Glaubensbekenntniss zugethanen Rathsgliedern d. Stadt Straßburg, ebd. 1741, Nachdruck: Frankfurt/M. 1741;
    Hochnöthige u. wolgemeinte Warnung vor d. heutzutage grassirenden Zinzendorfischen Seelenpest, ebd. 1742 (dagegen anonym: Gründlicher Unterricht v. Privatversammlungen, nebst e. Widerlegung d. in d. sog. F.schen Warnung wider d. sel. D. Spener, Breithaupt, Anton u. Francke angebrachten falschen Beschuldigungen v. einem d. Wahrheit liebenden Lehrer, ebd. 1744, möglicherweise v. Zinzendorf selbst verf.).

  • Literatur

    I. J. Moser, Btr. z. e. Lex. d. jeztlebenden Luth.- u. Ref. Theologen in u. um Dtld., Züllichau 1740;
    E. L. Rathlef, Gesch. jeztlebender Gel., T. 11, hrsg. v. J. Ch. Strodtmann, Celle 1746, S. 124-54;
    P. Grünberg, Phil. Jac. Spener III, 1906, S. 30 f.;
    Nouv. Biographie, Biography, Biografia.

  • Autor/in

    Martin Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Martin, "Fröreisen, Johann Leonhard" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 654 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116831219.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA