Lebensdaten
1631 bis 1708
Geburtsort
Emden (Ostfriesland)
Sterbeort
Amsterdam
Beruf/Funktion
Marinemaler ; Porträtmaler ; Stecher
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119286564 | OGND | VIAF: 40185031
Namensvarianten
  • Bakhuizen, Ludolf
  • Backhuysen, Ludolf
  • Bakhuizen, Ludolf
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Zitierweise

Backhuysen, Ludolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119286564.html [03.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gerard Backhusen (Backhusius), kaiserlicher Notar in Emden;
    M Margaretha Jansen;
    1) 1657 Lysbeth Lubbers von Amsterdam, 2) 1660 Catharina (* 1634). T des Pieter Bevel aus Haarlem, 3) 1664 Alida Greffet aus Amsterdam, verwitwete Nicke, 4) Anna de Hooge ( 1717) von Amsterdam; mehrere K.

  • Leben

    B. kam 1649 als Kommis nach Amsterdam. Wegen seiner Kalligraphie, die in Amsterdam wie eine der schönen Künste geschätzt wurde, wird er 1656 noch als Schreiblehrer erwähnt. Vom Leben des Amsterdamer Hafens angelockt, wurde er unter Einfluß von Allart van Everdingen und Hendrick Dubbels ein geschätzter und anerkannter Marinemaler. 1665 bestellt die Stadt Amsterdam bei ihm ein großes Marinebild für den französischen Minister Hugues. Seine Fertigkeit in der Zeichnung von Schiffen brachte ihm pekuniären Erfolg und eine Lehrtätigkeit, weshalb Zar Peter der Große, der König von Preußen, der Kurfürst von Sachsen ihn aufgesucht haben sollen. Neben Willem van de Velde galt er bis weit ins 18. Jahrhundert als der größte Seemaler, obwohl er sich zu selten beruhigten Veduten hingezogen fühlte. Zusammenfassend und abschlußhaft steht er als letzter führender Seemaler in Amsterdam in der Entwicklung der niederländischen Marinemalerei, die mit ihm ihren Höhepunkt und Verfall erreicht, wobei van de Velde als reiner Künstler überragend sich behauptet. Von den 70er Jahren an wandte sich das Schaffen des virtuosen Künstlers, der sich vorwiegend nach dem Geschmack und den Wünschen seiner Auftraggeber richtete und immer mehr die effektvolle, allzu vielseitige, schematische, oft harte Vedute bevorzugte, von den feinen, einheitlichen, hellgrauen Tönen und einfachen, oft vor der Natur auf See gemalten Kompositionen der Frühzeit ab. Der Umfang seines gemalten Gesamtwerkes, das in allen großen Museen in Marinen (z. T. mit biblischer und historischer Staffage, aber nie südlichen Charakters) studiert werden kann, ist groß. Seine Porträts sind ungleichwertig. Als fruchtbarer Zeichner ist B. von wesentlich einheitlicher Qualität. Selbst als Radierer tätig, haben viele französische, holländische und englische Stecher nach ihm gearbeitet.

  • Literatur

    ADB I;
    F. C. Willis, Die niederländ. Marinemalerei, o. J., S. 107 ff;
    C. Hofstede de Groot, Verz. d. Werke d. bedeutenden holländ. Maler d. 17. Jh.s VII, 1918, S. 237 ff.;
    W. Bernt, Die niederländ. Maler d. 17. Jh.s I, 1948, S. 34 ff.;
    F. W. H. Hollstein, Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts I, Amsterdam 1950, S. 54 ff. (L);
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis v. 1699 (Rijksmus. Amsterdam);
    Bildnis v. W. v. Mieris, 1697 (Mus. Schwerin), auch v. J. Gole geschabt, v. J. Houbraken gestochen.

  • Autor/in

    Werner Teupser
  • Empfohlene Zitierweise

    Teupser, Werner, "Backhuysen, Ludolf" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 506 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119286564.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bakhuizen: Ludolf B., berühmter holländischer Marinemaler, geb. 1631 zu Emden, zu Amsterdam 7. Nov. 1709. Zuerst ward er als Schreiber auf dem Bureau seines Vaters beschäftigt. Im J. 1750 kam er nach Amsterdam, um die Kaufmannschaft zu erlernen, wandte sich aber bald der Malerei zu und lernte bei A. van Everdingen und namentlich auch bei Hendrik Dubbels.|Dadurch und durch fleißiges Studium der Natur eignete er sich bald eine beneidenswerthe Vielseitigkeit an. Um das Wüthen des Sturmes, das Stranden der Schiffe etc. kennen zu lernen, ließ er sich sogar oft hinausfahren, ohne auf die Lebensgefahr zu achten. Durch seinen unermüdlichen Fleiß wuchs seine Geschicklichkeit, durch seine Geschicklichkeit sein Ruhm. Im J. 1665 bestellten die Bürgermeister von Amsterdam bei ihm ein großes Gemälde, die Ansicht von Amsterdam vom Y aus mit einer Anzahl von Schiffen, Jachten und Booten und gaben ihm die für damals außerordentliche Summe von 1300 Gulden und noch eine Belohnung; das Bild wurde an Ludwig XIV. zum Geschenke gesandt und hängt jetzt im Louvre. Der König von Preußen, der Großherzog von Toscana, der Kurfürst von Sachsen und verschiedene andere deutsche Fürsten suchten ihn auf; der Czar Peter von Rußland ließ ihn in seinem Beisein verschiedene Gattungen von Schiffen für ihn zeichnen, während seine Majestät zu gleicher Zeit einige Schiffe aufs Papier brachte. Bakhuizen's letzte Tage wurden durch Steinleiden getrübt; er starb ruhig und ergeben, nachdem er überhaupt sein Leben still, bescheiden und tugendhaft geführt hatte, wie Houbraken von ihm berichtet.

    B. galt lange für den ersten holländischen Marinemaler. Heutzutage ist freilich sein Ruhm gesunken, ja man hat ihn zu einem mittelmäßigen Künstler degradirt. Es ist allerdings nicht abzuleugnen, daß verschiedene seiner Gemälde durch kalte, geleckte Färbung, durch die unnatürliche Verdunkelung des Himmels gegen die Erde und namenlich durch die bunte, schlechtgezeichnete und -componirte Staffage abstoßend wirken. Er hätte sich nicht so oft verleiten lassen sollen, die Figuren zur Hauptsache oder doch zu einem hervorragenden Bestandtheil seiner Bilder zu machen. Doch gibt es auch Werke von ihm, deren Farbe eine größere Klarheit und Naturwahrheit zeigt. Und ganz besonders war er ein trefflicher Zeichner und verstand sich darauf, die Bewegung des Wassers in leichter Brise und im wüthendsten Sturme zu bemustern. Die Auffassung der Wellen zeugt öfter von einer gewissen Großartigkeit, wenn wir auch die volle Naturfrische J. van Ruisdael's und Willem van de Velde's vermissen. Meisterhaft sind seine häusig vorkommenden Zeichnungen. Er radirte auch mit sicherer Hand eine Anzahl (gegen 15) Blätter, von denen die meisten mit dem J. 1701 bezeichnet sind. Seine Gemälde finden sich in den meisten Hauptgalerien und kommen auch zahlreich im Privatbesitze vor. Nachahmer hat er viele gehabt.

  • Autor/in

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Backhuysen, Ludolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 777-778 unter Bakhuizen [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119286564.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA