Lebensdaten
1812 bis 1879
Beruf/Funktion
Meteorologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116825251 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsch, Carl
  • Fritsch, Karl
  • Fritsch, Carl

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Zitierweise

Fritsch, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825251.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Peter, Hausaufseher;
    M Johanna Pilz;
    1) 1843 Caroline Berka ( 1862), 2) 1863 Marie, T d. k.k. Beamten Paul Steinwender u. d. Anna Rauchenbichler v. Rauchenbichl;
    S aus 2) Karl s. (2).

  • Leben

    Seit einem Sternwartenbesuch als Mittelschüler 1827 „Meteorolog mit Leib und Seele“, wie er selbst schrieb, wählte F. dennoch Jus als Brotstudium in Prag 1833-36 und trat 1836 als Konzeptspraktikant bei der böhmischen Kameralgefällenverwaltung ein. Daneben betätigte er sich aber ab 1839 an der Prager Universitäts-Sternwarte als Mitarbeiter K. Kreils, mit dem er 1846-48 Österreich zwecks erdmagnetischer und geographischer Ortsbestimmungen bereiste. 1851 wurde er Adjunkt an der neuerrichteten Zentralanstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus in Wien, 1863 deren Vizedirektor. Mit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie 1865 wurde eine Anregung F.s von 1863 realisiert. – Periodische Erscheinungen am Wolkenhimmel, Gleichzeitigkeit der Meteorfluten mit tiefen Barometerständen. Steigen und Fallen der Lufttemperatur in 11jähriger Periode als Themen seiner meteorologischen Arbeiten zeigen ebenso F.s Vorliebe für die Erfassung periodischer Naturerscheinungen wie die Arbeiten auf dem Gebiete der Phänologie, die ihm führenden Rang verschafften. Seine Instruktionen für phänologische Beobachtungen, die auch einem von ihm in Österreich aufgebauten Beobachtungsnetz zugute kamen, wurden 1860 auf dem Internationalen Statistischen Kongreß in London angenommen. – 1872 pensioniert, übersiedelte F. nach Salzburg, wo er wie schon früher in Prag und Wien bis zu seinem Tode regelmäßige meteorologische und phänologische Beobachtungen vornahm. Das Sammeln statistischer Daten über alle Arten von Naturvorgängen stand im Mittelpunkt seiner Arbeiten auf beiden Gebieten. Die Phänologie fand in F., der das größte bis dahin von einem Einzelnen geschaffene Zahlenmaterial zusammentrug, für Österreich ihren Begründer und zugleich ihren Höhepunkt.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien.

  • Werke

    W u. a. Über d. period. Erscheinungen im Pflanzenreiche, in: Abhh. d. kgl. böhm. Ges. d. Wiss. Folge 5, Bd. 4, 1845/46;
    Grundzüge e. Meteorol. f. d. Horizont v. Prag, ebd. Bd. 7, 1852;
    Resultate mehrj. Beobachtungen üb. jene Pflanzen, deren Blumenkronen sich tägl. period. öffnen u. schließen, ebd.;
    Therm. Constanten f. d. Blüthe u. Fruchtreife v. 889 Pflanzenarten, in: Denkschrr. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. 21, Abt. 1, 1863;
    Jährl. Periode d. Insecten-Fauna v. Österreich-Ungarn, ebd., Bd. 34, 1875, 37, 1877, 38, 1878, 39, 1879, 41, 1879, 42, 1880;
    CSP 2, 7, 9 u. 12;
    Autobiogr. (mit kurzen Ergänzungen v. J. Hann), in: Zs. d. österr. Ges. f. Meteorol. 15, 1880, S. 22 f., 105-19.

  • Literatur

    Alm. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. 2, 1852, S. 158-61, 3, 1853, S. 206 f., 8, 1858, S. 101, 30, 1880, S. 162-72 (W);
    F. Pirckmayer, in: Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskde. 20, 1880, S. 228-32;
    Jber. d. kgl.böhm. Ges. d. Wiss., Prag 1880, S. LXVI f.;
    E. Richter, in: Salzburger Ztg. v. 23.1.1880;
    E. Ihne, Gesch. d. pflanzenphänol. Beobachtungen in Europa, in: E. Ihne u. H. Hoffmann, Btrr. z. Phänol., 1884;
    Wurzbach IV;
    Pogg. I, III;
    ÖBL.

  • Portraits

    Phot. (Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Fritsch, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 626 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116825251.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA