Lebensdaten
1849 bis 1917
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Chirurg ; Urologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117538116 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frisch, Anton Ritter von
  • Frisch, A. von

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Zitierweise

Frisch, Anton Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117538116.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton v. F. (seit 1877, 1811-86), Generalstabsarzt, Chef d. militärärztl. Offz.korps, S d. Joseph F. (1784–1844), Oberfeldarzt, u. d. Apothekers-T Apollonia Popp;
    M Franziska (1825–77), T d. Stallmeisters Adolph Heylmann;
    Wien 1874 Maria (1844–1925), T d. Franz Exner ( 1853), Philos. u. Päd. (s. NDB IV);
    S Hans (1875–1941), Prof. f. Strafrecht in Basel, Czernowitz, Wien (s. ÖBL), Otto (1877–1956), Prof., Chirurg, Dir. d. Rudolfinerkrankenhauses in W. (s. Österreicher d. Gegenwart, 1951, W), Ernst (1878-195(1), Prof., Bibl.dir. in Salzburg (s. ebd.), Karl (*1886), Prof. d. Zool. in München.

  • Leben

    1868, noch als Student, wurde F. bei J. Hyrtl Demonstrator im anatomischen Institut. Nach seiner Promotion (1871) trat er als Operationszögling in die Klinik Billroth ein und wurde dort 1874 Assistent. 1874 erhielt der 25jährige eine Professur für Anatomie an der Akademie der bildenden Künste und eine Dozentur für Anatomie am Österreichischen Museum. Daneben führte er die chirurgische Abteilung des Kronprinz-Rudolf-Kinderspitals. 1882 habilitierte er sich für allgemeine Chirurgie und wurde bald darauf als Extraordinarius Vorstand einer chirurgischen Abteilung in der Wiener Allgemeinen Poliklinik; 1889 übernahm er dort in der Nachfolge Ultzmanns die Abteilung für Krankheiten der Harnorgane. – Die Arbeitsleistung F.s ist ungewöhnlich groß. Nach anatomischen Arbeiten publizierte er zum Teil grundlegende bakteriologische Untersuchungen. 1878 konnte er die Identität von Hadernkrankheit und Milzbrand nachweisen. 1882 gelang ihm die Entdeckung des Rhinosklerombazillus. Seine bakteriologischen Kenntnisse nützte er für die chirurgische Praxis; so arbeitete er eine neue Desinfektionsmethode aus (1879) und wies auf die Unzulänglichkeit der Entkeimung mit der damals üblichen 5 %igen Karbolsäurelösung hin. 1886-87 arbeitete er im Pasteur-Institut in Paris. – Seine ersten urologischen Arbeiten standen noch im Zeichen der Bakteriologie, spätere galten der operativen Behandlung der Prostatahypertrophie, der Blasensteine und der Blasengeschwülste. F. gehörte zu den ersten Urologen, die systematisch anatomische, histologische, bakteriologische und zystoskopische Untersuchungen zur Diagnostik heranzogen. In einer langen Untersuchungsreihe vermochte er die gutartigen von den bösartigen Geschwülsten der Harnblase abzugrenzen. Seine Handbuch-Beiträge über die Krankheiten der Prostata zeigen ihn auf der Höhe des Wissens seiner Zeit. Die Bearbeitung der Nierenpathologie durch ihn und seine Schüler war mustergültig.

  • Werke

    W u. a. Pasteurs Unterss. üb. d. Wuthgift u. s. Prophylaxe d. Wuthkrankheit, in: SB d. kaiserl. Ak. d. Wiss., 1886, Nr. 10 f.;
    Gestalten d. Chorioidalpigmentes, ebd., 1869;
    Die Milzbrandbacterien u. ihre Vegetationen in d. lebenden Hornhaut, ebd., 1876;
    Experimentelle Stud. üb. d. Verbreitung d. Fäulnissorganismen in d. Geweben u. d.|durch Impfung d. Cornea mit pilzhaltigen Flüssigkeiten hervorgerufenen Entzündungserscheinungen, 1874;
    Ober Desinfektion v. Seide u. Schwämmen zu Chirurg. Zwecken, in: Archiv f. klin. Chirurgie 24, 1879, S. 749;
    Die Behandlung d. Wutkrankheit, 1887;
    Zur Diagnose d. tuberculösen Erkrankungen d. Urogenitalsystems, in: Internat.klin. Rdsch., 1891, Nr. 28-30;
    Zur operativen Behandlung d. Stricturen d. Harnröhre in d. Gegend d. Orificium externum, ebd., 1891, Nr. 36-37;
    Die Krankheiten d. Prostata, in: Hdb. f. spezielle Pathol. u. Therapie, hrsg. v. H. Nothnagel, 19, 1899;
    Die klin. Untersuchungsmethoden, in: Hdb. d. Urol., 1903. – Hrsg. (mit O. Zuckerkandl): Hdb. d. Urol., 1903.

  • Literatur

    O. Zuckerkandl, in: Zs. f. Urol., 1909, S. 113-15 (P);
    Th. Lohnstein, ebd., 1917, S. 201;
    Wiener med. Wschr. 64, 1914, S. 554, 641-45;
    ebd. 67, 1917, S. 1006;
    V. Blum, in: Wiener klin. Wschr. 30, 1917, S. 730-32;
    ders., in: Zs. f. urol. Chirurgie 29, 1930, H. 3 u. 4 (P);
    G. Nobl, in: Dermatol. Wschr., 1917, S. 703;
    Karl v. Frisch [S], Erinnerungen e. Biologen, 1957;
    DBJ II (Tl. 1917, L);
    Pagel (W);
    Kukula (W);
    Fischer;
    ÖBL.

  • Portraits

    in: Professoren d. Chirurgie unserer Zeit…, hrsg. v. H. Rieger, 1892;
    Plakette v. Tautenhayn, 1914 (Wien, Univ.-Inst. f. Gesch. d. Med.).

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Frisch, Anton Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 617 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117538116.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA