Lebensdaten
1584 bis 1638
Geburtsort
Klein-Eichstedt bei Querfurt
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiktheoretiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 121912760 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich, Daniel
  • Friederich, Daniel
  • Friderici, Daniel
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Zitierweise

Friderici, Daniel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121912760.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Bartholomäus;
    10.9.1617 Anna ( 1639), T d. Weinhändlers Joachim Stavenow;
    2 K, u. a. Christopherus ( 1692), meckl. Rat.

  • Leben

    Aus armen Verhältnissen stammend, wurde F. Kurrendeschüler in Querfurt und besuchte die Schulen in Eisleben und Gerbstädt, wo er Schüler des Organisten V. Haußmann war. Wanderungen führten ihn unter anderem nach Burg, Magdeburg (wo ihn der Kantor F. Weißensee unterrichtete), Meißen und Braunschweig (Schola Martina), Hessen, Westfalen und den Niederlanden. Danach studierte er an der|Schola publica in Burgsteinfurt und wurde Hilfslehrer am Ratsgymnasium in Osnabrück. 1612 ging er zum Universitätsstudium nach Rostock, wo 1614 sein erstes Druckwerk erschien: Sertum musicale I (II, Greifswald 1619), 3- und 4stimmige geistliche Gesänge nach Psalmtexten, denen im gleichen Jahr eine Sammlung weltlicher Lieder „nach Art welscher Villanellen“ folgte (Servia musicalis I, II, Lübeck 1617). Zahlreiche ähnliche Sammlungen nach eigenen Texten erschienen in späteren Jahren und wurden bis gegen Mitte des Jahrhunderts meist mehrfach aufgelegt: Chormusik nach dem Vorbilde Orlando di Lassos und italienischer Meister, bestimmt zum Gebrauch in Kirche (Cantiones sacrae, Rostock 1625) und Schule (Bicinia sacra, ebenda 1623) und zur Geselligkeit (Hilarodicon, das ist … Wein-Liedlein, ebenda 1632). 1614-18 war er Leiter des Chorus musicum und Kantor an der Lateinschule zu Oldenburg. 1618 wurde er Kantor an der Rats- und Universitätskirche Sankt Marien und Lehrer der „Großen Stadtschule“ in Rostock, wo er auch sein Universitätsstudium fortsetzte (1619 Magister). 1623 erfolgte seine Ernennung zum „Kapellmeister aller Rostocker Kirchen“. Zum Schulgebrauch schrieb er eine deutsche „Unterweisung der Singe-Kunst“ (Musica figuralis, Rostock 1618, 61677), die sich durch Klarheit und pädagogisches Geschick auszeichnet.

  • Werke

    Weitere W u. a. Neues … kurzweiliges Quodlibet mit 5 Stimmen neben e. anmutigen musical. Dialogo mit 6 Stimmen, Rostock 1622;
    Amores musicales od. neue ganz lustige … weltl. Liedlein, 2 T., ebd. 1624 u. 1633;
    Honores musicales od. … lustige Ehrenliedlein, ebd. 1624;
    Amuletum musicum contra melancholiam, ebd. 1627;
    Deliciae iuveniles, 2 T., ebd. 1630;
    Tobias, ebd. 1637 (Schulkomödie). – Hrsg: Th. Morley's Weltl. Liedlein, mit dt. Texten v. J. v. Steinbach, Rostock 1624.

  • Literatur

    ADB VII;
    H. Rhana, Ad exequias M. Danieli Friderici, Rostock 1638 (Teilabdr. in: Sammelbde. d. Internat. Musikges. VII, 1905 f.);
    E. Langelütje, Die Musica figuralis d. Mag. D. F., Beil. z. Jber. d. Grauen Kloster-Gymn. in Berlin, 1901;
    W. Voll, D. F., s. Leben u. s. geistl. Werke, Diss. Rostock 1933, = Nd.dt. Musik 1, 1936;
    Landschaftsdenkmale d. Musik, Mecklenburg u. Pommern 2, D. F., Ausgew. geistl. Gesänge, bearb. v. E. Schenk u. W. Voll, 1942;
    M. Ruhnke, in: MGG IV, Sp. 937-42 (W-Verz.).

  • Autor/in

    Hans Heinrich Eggebrecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Eggebrecht, Hans Heinrich, "Friderici, Daniel" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 437 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121912760.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Friderici: Daniel F. (Friedrich), geb. zu Eisleben gegen Ende des 16. Jahrhunderts, Magister und Cantor primarius zu Rostock, wurde bekannt als theoretischer und praktischer musikalischer Schriftsteller, dessen Werke in den Jahren 1614—1654 zu Rostock, Greifswalde, Hamburg und Lübeck erschienen. Seine „Musica figuralis oder neue, klärliche, richtige und verständliche Unterweisung der Gesangskunst“ etc., welche 1614 herauskam, erlebte sechs Auflagen. Ein genaues Verzeichniß seiner weltlichen und kirchlichen Compositionen gibt Gerber (Neues Tonkünstlerlexikon II, 202). Die Dedication des „ersten musikalischen Sträußlein“ (1624) ist datirt Oldenburg 1617 und unterschrieben Dan. Friedrich, Cantor daselbst.

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Friderici, Daniel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 384 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121912760.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA