Lebensdaten
1679 bis 1742
Geburtsort
Reval
Sterbeort
Liegnitz
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118692879 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frantzen, Martin
  • Frantz, Martin
  • Frantzen, Martin

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Zitierweise

Frantz, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118692879.html [16.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Martin Frantz ( 1684) aus Dresden, 1671 in R. gen., Bürger, seit 1677 Stadtmaurermeister;
    Stief-V Gg. Winkler, Stadtbaumeister;
    M Else Seger;
    Liegnitz 1705 Barbara Elis. Schönwälder ( 1743);
    1 S, 1 T, u. a. Carl Martin (* 1712), Landbaumeister, bezeugt am Wiederaufbau d. auf Pompeo Ferrari zurückgehenden Schlosses Reisen/Polen 1742/45/50 u. am Entwurf f. d. ev. Kirche in Lissa/Polen 1743.

  • Leben

    F. war seit 1691 in der Lehre bei seinem Stiefvater. Der Gesellenprüfung (1697) folgten Wanderjahre (vielleicht Aufenthalt in Stockholm) und 1705 der Erwerb des Bürger- und Meisterrechts in Liegnitz. F. erwarb sich bald einen Namen in Schlesien, wo er für die Kirchen beider Konfessionen und für Bürgertum und Adel bedeutende Bauten ausführte. Einerseits spürt man die bis in das Spätwerk hineinwirkende sparsam-strenge Handschrift des Nordländers mit ihrer Neigung zur Klassizität, andererseits die Spannungen eines bewußten Anpassungsstrebens an den böhmischen Kunstraum. Hieraus ergibt sich die spezifisch schlesische Stilfärbung seiner zum Teil erheblichen Qualitätsschwankungen unterworfenen Bauten. – Die beiden Gnadenkirchen in Hirschberg (1709–18) und in Landeshut (1709–17) gehören zum Frühwerk von F.. Indem er sich bewußt dem kreuzförmigen Typus der 1656-76 von Jean de Vallé in Stockholm erbauten „Katarina Kyrka“ anpaßte, diesen aber durch Einbau von Emporen veränderte, nimmt F. einen wichtigen Platz in der Geschichte des protestantischen Kirchenbaues ein. Mit den großen Schloßbauten, von denen Klein-Kotzenau 1728-32 und Schönwaldau 1734 archivalisch für ihn belegt, Brauchitschdorf 1723-28 und Gröditz 1718-26 ihm aus stilistischen Gründen zugeschrieben werden können, hat er sich stark der von Böhmen her beeinflußten repräsentativen Barockauffassung angepaßt. Auf dem Gebiet des katholischen Kirchenbaues läßt sich der Einfluß der Dientzenhofer, insbesondere der von Kilian Ignaz an der katholischen Kirche in Seitsch 1735-40 nachweisen. Zufolge dieses für F. nachweisbaren Baues dürften die Johanneskirche in Liegnitz 1715-27 und die Weinberg-Kirche in Städtel Leubus 1734 folgende mit ihm in Zusammenhang stehen. Außer einigen Bürgerhäusern in Hirschberg und Landeshut, Gruftkapellen in Hirschberg und kleineren Dorfkirchen wie Rengersdorf 1740-43 sowie Altären und der Barockisierung der Saganer katholischen Pfarrkirche 1732-38 vervollständigen der Turm des Rathauses 1732/33 und der Corpus Christi-Kirche 1729-40 in Sprottau sein nachweisbares Lebenswerk.

  • Literatur

    G. Grundmann, Die Baumeisterfam. Frantz, 1937 (vollst. Qu., L auch f. Fam.);
    ThB.

  • Autor/in

    Günther Grundmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Grundmann, Günther, "Frantz, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 356 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118692879.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA