Lebensdaten
1748 bis 1823
Geburtsort
Niedersteine (Schlesien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129653128 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Förster, Emanuel Joseph Ignaz
  • Förster, Emanuel Aloys
  • Förster, Emanuel Joseph Ignaz
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Zitierweise

Förster, Emanuel Aloys, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129653128.html [19.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Ludw., Verwalter d. Wirtsch.kanzlei d. Gf. Vetter v. d. Lilien;
    M Anna Maria Teuber;
    Eleonore v. Reczka ( 1852);
    5 K.

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Lateinschule, an der er ersten Musikunterricht erhielt, arbeitete F. seit etwa 1764 in der Kanzlei seines Vaters und diente 1766-68 als Musiker im Fouquéschen Infanterie-Regiment. Er wurde sodann Klavier- und Kompositionsschüler von Franz Pausewang in Mittelwalde, lebte 1773 vorübergehend in Niedersteine, Glatz und Neurode, ab 1775 anscheinend in Prag. 1779 ging er nach Wien, wo er als freischaffender Künstler und gesuchter Lehrer bis zu seinem Tode verblieb. Eine Bewerbung um die Stelle eines Kammermusikers der Hofkapelle als Nachfolger W. A. Mozarts (1791) blieb ohne Erfolg. Die Kompositionstätigkeit des vor allem an Werken J. S. und C. Ph. E. Bachs, M. Clementis und Mozarts Geschulten setzt schon vor 1764 ein und erreicht nach mehreren, zum Teil unfreiwilligen Unterbrechungen um 1775 einen ersten Höhepunkt. F., der bis etwa 1780 bereits über 100 Divertimenti, Sonaten und Konzerte für Klavier, 10 Sonaten und einige Konzerte für Violine, mehrere Klaviertrios, 16 Streichquartette, 5 Oboenkonzerte und etliche Orgelstücke geschaffen hatte, betrachtete sich aber offenbar noch in Wien als Lernenden, da er erst 1790 begann, seine Kompositionen zu veröffentlichen. 1805 brachte er, nach einem zweiten schöpferischen Höhepunkt, seine Publikationstätigkeit im wesentlichen zum Abschluß. In diesen vollgültigen Werken erweist sich F. als einfallsreicher Gefolgsmann seines angeblichen Freundes Mozart; als Komponist von Streichquartetten hat er, neben anderen Kleinmeistern, nachweislich anregend auf Beethoven gewirkt, der F. im übertragenen Sinn, doch mit Recht, als seinen „alten Lehrmeister“ bezeichnete, zur Herausgabe seiner Generalbaßschule anregte und ihm immer wieder Schüler zuwies. Als ausübender Musiker, der neben dem Klavier auch die Violine und Viola meisterte, spielte F. eine bedeutende Rolle in der Wiener adeligen und bürgerlichen Hausmusik seiner Zeit. Zu seinen Schülern zählen unter anderem A. K. Graf Rasoumovsky, F. Conte Contin de Castel Seprio, G. Hellmesberger der Ältere und J. Mayseder.

  • Werke

    W (gedr.) 8 Klaviersonaten;
    Kantate;
    Duette f. Klavier u. Flöte;
    Streichquartette;
    Klavierquartette;
    Klaviersextett;
    12 neue dt. Lieder;
    Variationen f. Klavier;
    Klaviertrios;
    Streichquintette;
    Sonate f. Klavier vierhändig;
    Klavierfantasie;
    Anleitung z. Generalbaß, 1805, 51858 (tschech. Prag 1823, 21835), dazu Prakt. Beispiele 1818, 1830.

  • Literatur

    A. Hackel, E. A. F., in: Allg. Wiener Musik-Ztg. 2, 1842, S. 489;
    K. Weigl, E. A. F.s Leben, Diss. Wien 1903 (mit themat. Kat., ungedr.);
    ders., E. A. F., in: Sammelbde. d. Internat. Musikges. 6, 1904 f., S. 274 ff.;
    F. Ludwig, Zwei Briefe E. A. F.s, in: Zs. d. Internat. Musikges. 10, 1908 f., S. 353 f.;
    N. Saltscheff, E. A. F., 1911;
    H. J. Wedig, Beethovens Streichquartett op. 18, Nr. 1 u. s. erste Fassung, 1922;
    K. Pfannhauser, Wer war Mozarts Amtsnachfolger?, in: Acta Mozartiana 3, 1956, H. 3, S. 6 ff.;
    A. Orel, in: MGG IV, Sp. 453-55 (W, L, P).

  • Portraits

    Unsign. Ölbild (Wien, Ges. d. Musikfreunde), Abb. in: MGG;
    Lith. v. J. Teltscher, Abb. in: G. Kinsky, Gesch. d. Musik in Bildern, 1929, S. 277.

  • Autor/in

    Othmar Wessely
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Othmar, "Förster, Emanuel Aloys" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 276 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129653128.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA