Lebensdaten
1835 bis 1910
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Straßburg (Elsaß)
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116585412 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fittig, Wilhelm Rudolf
  • Fittig, Rudolph
  • Fittig, Wilhelm Rudolf
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Zitierweise

Fittig, Rudolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116585412.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johs. Andreas (1804–66), Lehrer u. Buchhalter, S d. Schneiders Johs. aus Kirchhain/Hessen;
    M Anna Cath. Rebecca (1802–66), T d. Schuhmachers Carl Frdr. Gottfr. Spanhacke in H.;
    Celle 1864 Wilh. Dor. Elise Joh. (* 1837), T d. Kaufm. Heinr. Ehlers u. d. Georgine Brockelmann;
    3 S, 3 T.

  • Leben

    Nach allgemeinen naturwissenschaftlichen Studien widmete sich F. seit 1857 auf den Rat von F. Wöhler in Göttingen ganz der Chemie und promovierte unter der Leitung von H. Limpricht (Dissertation: Über das Aceton, Göttingen 1858). Öffentliche Stipendien hatten dem mittellosen, aus kinderreichem Hause stammenden, begabten Studenten die Wege geebnet. Während mehrjähriger Assistententätigkeit, vorwiegend bei Wöhler, habilitierte sich F. 1860. Nach der Ernennung zum außerordentlichen Professor 1866 erhielt er die Leitung des chemischen Praktikums in Göttingen. 1870 wurde er als ordentlicher Professor der Chemie nach Tübingen berufen. 1876 ging er als Nachfolger A. von Baeyers nach Straßburg, wo unter seiner Leitung ein mustergültiges neues Chemisches Institut errichtet wurde. – F.s Forschungen gehören der organischen Chemie an. Mit der als „Fittigsche Synthese“ (Analogon zur Wurtzschen Synthese) in die Geschichte eingegangenen Reaktion zwischen Halogenderivaten des Benzols und den Halogenverbindungen aliphatischer Kohlenwasserstoffe eröffnete F. der Darstellung von Benzolhomologen neue Wege. Für die Konstitutionsaufklärung der aromatischen Körper spielte dieses Verfahren eine entscheidende Rolle. F. fand zahlreiche neue Verbindungen, andere charakterisierte er als identisch mit Produkten der Steinkohlenteerdestillation. Von bis dahin unbekannten Teerprodukten fand er bei diesen Untersuchungen das Phenanthren, das Fluoranthen, das Diphenyl und erforschte deren Konstitution. Bei ausgedehnten Arbeiten über Karbonsäuren entdeckte F. die Lactone, die als „cyclische Ester“ von Oxykarbonsäuren aufzufassen sind, ferner die Dilactone und die Lactonsäuren, und er bestimmte ihre Struktur und ihre chemischen Eigenschaften. Untersuchungen über ein- und zweibasische ungesättigte Säuren – Umlagerung in Isomere, Feststellung der Lage der Doppelbindung und deren Beeinflussung – brachten der Strukturlehre neue Ausblicke.

  • Werke

    Weitere W u. a. Grundriß d. Chemie I, Unorgan. Chemie, 1871, 31882, II, Organ. Chemie, = Wöhlers Grundriß d. organ. Chemie, bearb. v. R. F., 61863, 111887;
    ca. 400 Publ. in: Liebig's Ann. d. Chemie, Berr. d. dt. chem. Ges., Zs. f. Chemie u. a.Mithrsg.: Zs. f. Chemie, NF, 1-7, 1865-71 (mit F. Beilstein u. H. Hübner);
    Liebig's Ann. d. Chemie, 1895-1910.

  • Literatur

    H. Wichelhaus, in: Berr. d. dt. chem. Ges. 43, III, 1910, S. 3377 f.;
    F. Fichter, ebd. 44, II, 1911, S. 1339-1401 (W-Verz., P);
    ders., in: Chemiker-Ztg. 34, 1910, S. 1277 f.;
    BJ XV (Tl. 1910, L);
    Pogg. III-V;
    F. Henrich, in: Hdb. d. Nat.-Wiss. IV, 1934, S 83.

  • Autor/in

    Berthold Peter Anft
  • Empfohlene Zitierweise

    Anft, Berthold Peter, "Fittig, Rudolph" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 217 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116585412.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA