Lebensdaten
1862 bis 1914
Geburtsort
Neuwied/Rhein
Sterbeort
Linz/Rhein
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 135973627 | OGND | VIAF: 80397806
Namensvarianten
  • Feld, Walther
  • Feld, Walter

Orte

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Zitierweise

Feld, Walther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135973627.html [18.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Arzt.

  • Leben

    F. zog noch als Schüler auf eigene Faust 2 Jahre in der Welt herum, bis er in Zürich das Abitur bestand. Dort begann er zu studieren, später in Leipzig, München und Berlin. – F. stellte die deutsche Fabrikation der weißen Mineralfarbe, des Blanc-fixe, die bis dahin von der Einfuhr des englischen Witherits abhängig war, auf eine völlig neue Grundlage und auf ein neues Verfahren um, indem er zunächst in seiner engsten mittelrheinisch Heimat ausschließlich nur von dem dortigen Vorkommen der mineralischen Kohlensäure und dem Schwerspat ausging, was von großem volkswirtschaftlichem Interesse war, so daß sich sein neues Verfahren auf andere deutsche Gebiete ausdehnte. Das nach dem F.schen Verfahren in der von ihm 1890 gegründeten Fabrik in Hönningen gewonnene Bariumkarbonat fand auch in anderen Industrien Verwendung und eröffnete anderen Fabrikationen, zum Beispiel der des Wasserstoffsuperoxyds, neue Wege. 1896 legte er die Leitung seiner Fabrik nieder, die 1900 den Namen „Chemische Fabrik Hönningen, vormals Walther Feld & Co. AG“ annahm. 1904 gründete F. die Barium-Oxyd-GmbH in Hönningen, die als Ausgangsprodukt das Bariumkarbonat von der ersten F.schen Fabrik bezog. Seine exakten und ausgedehnten wissenschaftlichen Experimente über die Verarbeitung und die Beseitigung der Verunreinigungen des heimischen Schwerspats führten F. auf das Gebiet der Reinigung der Gase, die, in den Kokereien und Gasanstalten in größten Mengen erzeugt, dringend eines Reinigungs- und Verarbeitungsverfahrens bedurften. Der ungeheuere Aufschwung, den die auf der trockenen Destillation der Kohle beruhenden Industrien in der Folgezeit tatsächlich genommen haben, ist dann auch im wesentlichen auf die Erfindungen F.s zurückzuführen, „der die ganze Aufarbeitung der Kohlengase zu einem organischen Prozeß schloß“ (Voigt), wonach alle, auch die ursprünglich als lästige Verunreinigungen angesehenen Bestandteile der Kohle, auf wertvolle Endprodukte verarbeitet werden konnten, von denen hier, repräsentativ für viele andere Nebenprodukte, nur das so|bedeutungsvoll gewordene Düngemittel Ammonsulfat genannt sei. F. starb kurz vor der Inbetriebnahme der ersten großen Anlage zur Aufbereitung der Teerbestandteile aus Kohlengasen, die nach seinen Plänen auf dem Kokswerk der Gute-Hoffnungs-Hütte in Sterkrade errichtet wurde.

  • Literatur

    B. Lepsius, in: Die Chem. Industrie, 1914, S. 209 (W, P);
    A. Voigt, in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.-biogr. I, 1931, H. 2, S. 339-56 (L, P).

  • Autor/in

    Adolf Leber
  • Empfohlene Zitierweise

    Leber, Adolf, "Feld, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 66 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135973627.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA