Lebensdaten
1726 – 1798
Geburtsort
Weiden i.d. OPf.
Sterbeort
Frankenthal (Pfalz)
Beruf/Funktion
Keramiker ; Porzellanmaler
Konfession
lutherische Familie
Normdaten
GND: 12163308X | OGND | VIAF: 47623310
Namensvarianten
  • Feilner, Hans Simon
  • Feilner, Johann Simon
  • Feilner, Simon
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Zitierweise

Feilner, Hans Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12163308X.html [01.12.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1697–1768), Maurermeister, S d. Maurers Georg in W.;
    M Kath. (1692–1771), T d. Gg. Leimberger ( 1730), Hafner u. Ratsherr in W.;
    Ov Thomas (1694–1766), Maurermeister in W.;
    N Tobias Christoph s. (2).

  • Biographie

    F. war bei seinem Vater in der Lehre und wurde als Stukkateur ausgebildet. Durch einen Onkel (Hafnermeister) wird er keramische Kenntnisse erworben haben. In Saarbrücken nahm er unter Leitung Friedrich Joachim Stengeis als Stukkateur und Maler an der Ausgestaltung des großen Speisesaals im Residenzschloß des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken teil (circa 1747-49). Dieser Saal, von ihm „à la porcelaine“ ausgemalt, wurde von dem weitgereisten A. Freiherr Knigge besonders bewundert. Anschließend war F. im Auftrag des Fürsten zu weiterer Ausbildung 1 Jahr in Paris. 1770 arbeitete er in Stuttgart und malte danach, von Stengel gerufen, im Biebricher Schloß einen Saal ebenfalls à la porcelaine aus. – Bald nach 1750 finden wir ihn in der Kurmainzer Porzellanmanufaktur in Höchst als Blumenmaler. Eine Aussage vor Gericht, wonach F. in Höchst „täglich sowohl besser in der Bossierung als Malerey profitiere“, sowie seine spätere Anstellung als Modellmeister in Fürstenberg (1753–68) bestätigen seine Tätigkeit als Modelleur. In Fürstenberg sorgte er für verschiedene technische Verbesserungen. 1770 stellte ihn die Frankenthaler Porzellan-Manufaktur wegen seines besonderen keramischen Wissens als Inspektor ein. Durch seine Kenntnisse, vielleicht auch durch Intrigen, verdrängte er bald den bisherigen Direktor Bergdoll. 1775 wurde er Leiter der Manufaktur mit dem Titel eines Hofkammerrates. – Man schreibt F. die Verbesserung der Porzellanmasse zu, auch erfand er ein dem Sèvres-Blau gleichwertiges Königsblau, eine schwarze Unterglasurfarbe, ein „bleu céleste“ und einen neuartigen Golddekor. Ein Musterteller der Frankenthaler Manufaktur (1775, London, British Museum, Abbildung bei Hofmann, Frankenthaler Porzellan) zeigt in 60 verschiedenen Farbmustern das große Können F.s.

  • Literatur

    H. Stegmann, Die Fürstl.-Braunschweig. Porzellanfabrik zu Fürstenberg, 1893;
    J. Kraus, Kleine Mitt. z. Gesch. d. Frankenthaler Porzellanmanufaktur, in: Mschrr. d. Frankenthaler altertumsver 12, 1904, S. 35 (W);
    E. Zais, Frankenthaler Porzellan in Aachen, ebd. 18, 1910, S. 34 f., 37 (W);
    Ch. Scherer, Das Fürstenberger Porzellan, 1909 (üb. F.s Modelle in Fürstenberg);
    F. H. Hofmann, Frankenthaler Porzellan, 1911 (mit Abb. d. F. zugeschriebenen figurenreichen Gruppen „Kgn. Tomyris u. d. Haupt d. Cyrus“ u. „Allegorie auf d. Sieg d. dt. Oper“);
    ders., Das Porzellan, 1932;
    E. Heuser, Porzellan von Straßburg u. Frankenthal im 18. Jh., 1922, S. 99 ff., 157, 247, 298;
    K. Lohmeyer, Die Fürstl. Nassau-Saarbrück. Porzellanmanufaktur Ottweiler, 1924;
    ders., Ottweiler Porzellan, in: Die Schule 6, H. 2, Febr. 1952;
    M. Oppenheim, Joh. Peter Melchior als Modellmeister in Höchst, 1957 (üb. F.s Modelle in Höchst);
    ThB.

  • Autor/in

    Michel Oppenheim
  • Zitierweise

    Oppenheim, Michel, "Feilner, Hans Simon" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 58-59 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12163308X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA