Lebensdaten
1658 bis 1703
Geburtsort
Stockholm
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Medailleur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 125844611 | OGND | VIAF: 77289600
Namensvarianten
  • Faltz, Raimond
  • Faltz, Raymond
  • Faltz, Raimond
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Zitierweise

Faltz, Raymond, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd125844611.html [14.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Raymond ( ca. 1665), Goldschmied u. Hofjuwelier d. Kgn.-Witwe Maria Eleonora v. Schweden;
    M Susanna Hartmann; ledig.

  • Leben

    F. wurde anfänglich als Goldschmied ausgebildet, lernte aber auch das Wachsbossieren. 1680-87 war er im Auslande, zuerst in Deutschland, wo er in Augsburg die Stahlgraveurkunst erlernte. In Paris, wohin er 1683 kam, soll F. Chéron sein Lehrer in der Medaillenkunst gewesen sein. In Frankreich war er zum Schneiden von Medaillenstempeln für das große Unternehmen „Histoire métallique“ von Ludwig XIV. engagiert. Nach Schweden heimgekehrt, wurde er zum Medailleur an der gerade damals sehr tätigen Münze in Stettin ernannt. Nach einem kurzen Besuch dort wurde er im Februar 1690 als Medailleur des Kurfürsten in Berlin angestellt, wo er bis zu seinem Tode beschäftigt war. Er wurde aber schon nach einigen Jahren ernstlich krank (Schlaganfall, Taubheit), was ihn doch nicht hinderte, neben seinem Dienst auch andere Aufträge auszuführen. Er verstand sehr wohl seine Begabung auch ökonomisch auszunützen. F. war ein gebildeter Mann mit ausgeprägtem Interesse für alles, was „curieus“ war. Man merkt diese Einstellung in seiner Kunst, die schon etwas von der Finesse Johann K. Hedlingers hat, des Meisters des folgenden Jahrhunderts. Schon früh ist F. als Porträtist ein reifer Künstler, sowohl in seinen apotheosierenden Fürstenbildnissen, die er jedoch hier und da ziemlich realistisch gestaltete (Kurfürstin Sophie Charlotte), als auch in den mehr unkonventionellen Privatporträts, in denen er für ältere Personen das ein wenig Häßliche, wo es zur Charakteristik beisteuerte, nicht vermied (zum Beispiel Graf Nils Bielke, Generalgouverneur in Pommern). Am besten hat er Kinder (die späteren Könige Karl XII. und Friedrich Wilhelm I.) und junge Personen (zum Beispiel Selbstporträts und Aurora von Königsmarck) porträtiert. In Berlin hat er auch feine Proben von Rückseitenbildern gegeben, sowohl allegorische (wandernder Herkules auf einer Medaille der Berliner Akademie, 1690) als realistische (Berliner Stadtansichten: Bau der langen Brücke 1692, Bau des Hetzgartens 1693, Neubau der Schleuse 1694).

  • Werke

    f. d. schwed. Zeit in: J. H. Lochner, Slg. merckwürdiger Medaillen I, Nürnberg 1737;
    Abb. | d. schwed. Personenmedaillen in: Numismatiska Meddelanden 17, Lund 1905–15, d. preuß. Medaillen in: J. Menadier, Schaumünzen d. Hauses Hohenzollern, 1901, f. d. bewahrten Wachsbossierungen in: W. Vöge, Die dt. Bildwerke, 1910;
    A. Julius, R. F., in: Konstvetenskapliga essayer och studier, tillägnade August Hahr, Stockholm 1928.

  • Literatur

    N. L. Rasmusson, in: Svenskt Biogr. Lex. XV, Stockholm 1956, S. 319-27 (Qu.);
    ThB.

  • Portraits

    Medaillen, 1686, 1692 u. 1701 (Selbst-P), Abb. b. M. Bernhart, Selbstbildnisse dt. Medailleure, in: Bll. f. Münzfreunde, 1938.

  • Autor/in

    Nils Ludvig Rasmusson
  • Empfohlene Zitierweise

    Rasmusson, Nils Ludvig, "Faltz, Raymond" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 22 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd125844611.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA