Lebensdaten
1862 bis 1942
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Schwäbisch Hall
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 118685937 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Falke, Otto von

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Zitierweise

Falke, Otto von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118685937.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob v. F. (österr. Adel 1874, 1825-97), Kunsthist., Dir. d. Mus. f. Kunst u. Industrie in W. (s. ADB 55, ÖBL), S d. Joh. Frdr. Chrstn. (s. Gen. 1);
    M Emma (* 1837), T d. Humphrey Babington Stevenson in Dublin;
    Vt Gustav s. (1);
    1889 Luise (1865–1935), T d. Zeitungsschriftleiters Karl Dreger; Schwäger Jul. Dreger (1861- 1945), Geologe u. Paläontologe, machte sich unter E. Suess um d. Slgg. d. Wiener Geolog. Reichsanstalt verdient, Moriz D. (1868-1939), Kunsthistoriker (s. ÖBL);
    K, u. a. Gertrud ( Theodor Demmler, 1879–1944, Dir. b. d. staatl. Museen Berlin (Abt. Skulpturen), im 1. Weltkrieg Beauftragter d. OHL f. d. Kunstschatz d. besetzten Westgebiete).

  • Leben

    Obwohl aus einer Gelehrtenfamilie stammend und an der Wiener Universität ausgebildet (1881-85 Geschichte, Kunstgeschichte, Archäologie; danach Stipendium in Rom; 1887 Promotion), erscheint F. in hohem Grade als Autodidakt, geschult durch den Umgang mit dem Kunstwerk selbst. Kennzeichnend ist, daß er schon vor Beendigung seines Studiums November 1886 in den Dienst des Berliner Kunstgewerbemuseums trat. Dort und auf Reisen durch Europa erwarb er sich eine umfassende Kenntnis der Denkmäler des Kunsthandwerks. 1895 gab F. seine Berliner Stellung, in der er inzwischen zum Direktorialassistenten aufgestiegen war, auf und wurde Direktor des Kunstgewerbemuseums in Köln. In der gleichen Eigenschaft kehrte er 1908 an das Berliner Kunstgewerbemuseum zurück. 1920-27 war er als Nachfolger W. von Bodes Generaldirektor der Berliner Museen. Im folgenden Ruhestand blieb er als Experte tätig und arbeitete wissenschaftlich, unter anderem als Begründer, Herausgeber und Hauptmitarbeiter der Zeitschrift „Pantheon“. – Von noch höherer Bedeutung als seine Tätigkeit an den Museen ist F.s wissenschaftliche Leistung. Eine hervorragende Deutungsgabe, unterstützt von einem ungewöhnlichen Formengedächtnis und klarem Urteil, ermöglichte ihm, viele Gebiete der Kunst nicht nur zum ersten Male zu erhellen, sondern sie zugleich bis ins einzelne auszuleuchten. Hauptziel war ihm stets die historische Bestimmung eines Kunstwerks oder seines Meisters und seine Einordnung in die gesamte Entwicklung. Seiner Arbeiten zur Geschichte der Seidenweberei, der Goldschmiedekunst, des Bronzegusses, der Keramik und Möbel wegen darf F. als bedeutendster deutscher Forscher auf dem Gebiet des Kunstgewerbes bezeichnet werden. Die vielen von ihm verfaßten Sammlungskataloge trugen ihm europäischen Ruf als Kenner und den Vorsitz im internationalen Verband der Museumsbeamten ein.

  • Werke

    W u. a. Majolika, 1896;
    Dt. Schmelzarbb. d. MA, 1904 (mit H. Frauberger);
    Das Kunstgewerbe im MA, 1907/08, S. 190-422;
    Das rhein. Steinzeug, 1908;
    Kunstgesch. d. Seidenweberei, 1913;
    Der Mainzer Goldschmuck d. Kaiserin Gisela, 1913;
    Bronzegeräte d. MA, 1935 (mit Erich Meyer); weitere W
    s. Ch. Giese, O. v. F., Verz. s. Schrr., 1932 (P).

  • Literatur

    Rob. Schmidt, in: Pantheon 9, 1932;
    ders., ebd. 29, 1942;
    ders., in: Jb. d. preuß. Kunstslgg. 63, 1942 (P);
    R. Graul, in: Pantheon 19, 1937;
    Erich Meyer, ebd. 30, 1943;
    Rhdb. (P). – Zu Schwager Jul. Dreger: P. Beck-Mannagetta, in: Verhh. d. Geolog. Bundesanstalt 1947, 1949, S. 129-32 (W); zu Schwieger-S Th. Demmler:
    E. F. Bange, in: Zs. f. Kunstwiss. 2, 1948.

  • Portraits

    Gem. v. L. v. Zumbusch, um 1881 (im Bes. d. T Gertrud Demmler, Berlin-Schlachtensee).

  • Autor/in

    Erich Meyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Beyer, Roswitha, "Falke, Otto von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 8 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118685937.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA