Lebensdaten
1650 – 1694
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Schwiebus
Beruf/Funktion
evangelischer Liederdichter ; schwedischer Marineoffizier ; Jurist ; Marineoffizier ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137053096 | OGND | VIAF: 81296752
Namensvarianten
  • Assig von Siegersdorf, Hans von
  • Assig, Hans von
  • Assig von Siegersdorf, Hans von
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Assig, Hans von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137053096.html [15.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas Assig (1618–76, seit 1670 von Siegersdorf), kaiserlicher Rat, Oberstadtsyndikus in Breslau;
    M Anna, T des Diakons Jordan, Breslau;
    Gvv Andreas Assig, Goldschmied.

  • Biographie

    A. studierte die Rechte in Leipzig, trat 1674 in schwedische Dienste und kämpfte als Seeoffizier auf dem Admiralsschiff im schwedisch-dänischen Krieg. Nach dem Tode seines Vaters kehrte er in die Heimat zurück, trat aber, da er hier keine öffentliche Stellung fand, in kurbrandenburgischen Dienste und wurde 1692 zum Schloßhauptmann, Burglehns- und Kammeramtsdirektor des Kreises Schwiebus ernannt. In dem erst 1719 erschienenen Band seiner Gesammelten Schriften finden sich außer seinem Lebenslauf u. a. das Märtyrerlied über den sterbenden Stephanus „So versiegelt der Gerechte sein Bekenntnis durch den Tod“ und das Schwiebuser Kirchweihlied „Dreifaltig-Heilig-Großer Gott“, die noch heute in manchem Gesangbuch ihren Platz behauptet haben. Sie sind im Unterschied von den weltlichen Gedichten, die auf den galanten Ton Christian Hofmanns von Hofmannswaldau gestimmt sind, in der Sprache der Kirche gehalten.

  • Werke

    Herrn H. v. A. Ges. Schrr., bestehend theils aus Geistl. u. Vermischten (Gelegenheits-) Gedichten, theils aus gehaltenen Parentationen (Trauerroden), Breslau 1719;
    Ausw. in: J. Kürschner, Dt. Nat.-Lit., Bd. 36, Die 2. schles. Schule I, hrsg. v. F. Bobertag, 1885, S. 353-56;
    A. Fischer-W. Tümpel, Das Kirchenlied d. 17. Jh.s V, 1911, S. 446 f.

  • Literatur

    ADB I;
    Goedeke III, 1887, S. 190, 271;
    H. Heckel, Gesch. d. dt. Lit. in Schlesien I, 1929, S. 320;
    RGG;
    E. E. Koch, Hdb. d. Kirchenliedes …, ³1866 bis 1876, Bd. 4.

  • Autor/in

    Paul Gabriel
  • Zitierweise

    Gabriel, Paul, "Assig, Hans von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 418-419 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137053096.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Assig: Hans v. A., Dichter, geb. 8. März 1650 zu Breslau, 5. Aug. 1694, Sohn des als Juristen ausgezeichneten Syndicus der Stadt, Andreas von Assig, studirte er Jurisprudenz in Leipzig, trat 1674 in schwedische Dienste und focht als „Commandeur-Lieutenant“ auf dem Admiralsschiffe in mehreren Seeschlachten des schwedisch-dänischen Krieges. Der Tod des Vaters und der Wille der kaiserlichen Regierung riefen ihn 1676 wieder in seine Heimath. Gleichwol wurde ihm hier, wie es scheint aus religiösen Gründen, keine öffentliche Stellung zu Theil; deshalb ging er in kurbrandenburgische Dienste und wurde 1692 Hauptmann und Kammer-Director des Schwiebusser Kreises. (Nach der Vorrede zu seinen gesammelten Schriften.) — A. wird zu den Dichtern der zweiten schlesischen Schule gezählt, deren schlimmste Eigenschaft, die Lüsternheit, jedoch in seinen fast ausschließlich religiösen Dichtungen nicht wahrnehmbar ist. Freilich ist nur ein kleiner Theil seiner Arbeiten und erst spät von unbekannter Hand herausgegeben worden. Seine Zeitgenossen rechneten ihn zu den „berühmtesten schlesischen Poeten“ neben Mühlpfort, v. Abschatz und Chr. Gryphius (Vorrede zu Hoffmannswaldau's bisher ungedruckten Gedichten), deren Dichtungen die seinigen an Werth allerdings, doch nicht an Zahl gleichkommen. Der unter dem Titel „Herrn Hannß von Assig etc. gesammlete Schrifften etc. Breslau bey Michael Hubert 1719“ gedruckte Nachlaß zerfällt in eine mäßige Anzahl geistlicher Oden, von denen nur wenige in die lutherischen Gesangbücher übergegangen sind, und in Begräbniß- und andere vermischte, d. h. Gelegenheitsgedichte. Den größeren Theil des Bändchens nehmen prosaische Leichenreden ein.

  • Autor/in

    H. Palm.
  • Zitierweise

    Palm, Hermann, "Assig, Hans von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 624 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137053096.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA