Zorn, Max

Lebensdaten
1906 – 1993
Geburtsort
Krefeld
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
-
Namensvarianten

  • Zorn, Maximilian August
  • Zorn, Max
  • Zorn, Maximilian August

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Zitierweise

Zorn, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143054.html [18.02.2026].

CC0

  • Zorn, Maximilian (Max) August

    | Mathematiker, * 6.6.1906 Krefeld, † 9.3.1993 Bloomington (Indiana, USA).

  • Genealogie

    V Theodor Wilhelm Maximilian (* 1869), aus Asbach b. Neuwied, zuletzt in Hamburg, S d. Bartholomäus (1830–95), aus Gurczyn (Gorczyn, Posen), u. d. Anna Maria Kaltbeitzer (1827–1911), aus Altwied, beide zuletzt in Straßburg;
    M Anna Katharina Nissen;
    1930 Alice Schlottau ( n. 1993), 1 S Jens C., Physiker, Prof. an d. Univ. of Michigan, 1973 Mitgl. d. American Physical Soc., 1 T Elizabeth (Liz) (* 1931);
    E Eric (* 1958), Journ., Kolumnist d. „Chicago Tribune ”.

  • Biographie

    1913/14 lebte Z. mit seiner Familie in Straßburg, danach in Metz und seit 1918 in Hamburg, wo er 1923 am Wilhelmsgymnasium das Abitur ablegte. Er absolvierte 1923/24 eine kaufmännische Lehre und studierte seit April 1924 Mathematik und in den Nebenfächern Theoretische Physik und Nationalökonomie an der Univ. Hamburg. Nach einem Aufenthalt an der Sorbonne in Paris im Wintersemester 1926/27 kehrte er an die Univ. Hamburg zurück und wurde 1930 bei Emil Artin (1898–1962) mit der „Theorie der alternativen Ringe“ (Abhh. aus d. Math. Seminar d. Hamburg. Univ. 8, 1931, S. 123–47) zum Dr. rer. nat. promoviert. 1930/31 war Z. Assistent an der Univ. Halle/Saale und 1932/33 bei Artin in Hamburg tätig, wo er sich u. a. in einer „Note zur analytischen hyperkomplexen Zahlentheorie“ intensiv mit der Doktorarbeit von Artins erster Promovendin Käthe Hey (1904–1990) auseinandersetzte (Abhh. aus d. Math. Seminar d. Hamburg. Univ. 9, 1932, S. 197–201). Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten konnte sich Z. in Hamburg aus politischen Gründen – er hatte 1929 bei den Asta-Wahlen für die „Liste der Sozialistischen Studenten“ kandidiert – nicht habilitieren, weshalb er in die USA emigrierte. 1934/35 Sterling-Fellow an der Yale University in New Haven (Connecticut), wurde er 1936 Associate Professor für Mathematik an der University of California in Los Angeles. 1946 erhielt er als Nachfolger Artins einen Ruf als Ordinarius für Mathematik an die Indiana University Bloomington. 1971 trat Z. in den Ruhestand (US-amerik. Staatsbürger).

    Z.s Arbeitsgebiete waren Algebra, Gruppentheorie, reelle und komplexe Analysis, Fréchet-Differentiale, analytische Funktionen in Banach-Räumen und Mengenlehre. Seit er Deutschland verlassen hatte, veröffentlichte er in franz. oder engl. Sprache v. a. in USamerik. Zeitschriften. Im „Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik“ wurden 33 Arbeiten, im „Zentralblatt für Mathematik“ 18 Arbeiten Z.s besprochen, seine letzte Abhandlung publizierte er 1947. Sein berühmtes „Maximum Principle“, das den Namen „Zornsches Lemma“ erhielt, entstand in Zusammenarbeit mit Artin in seiner Hamburger Zeit, wurde aber erst 1935 unter dem Titel „A Remark on Method in Transfinite Algebra ” veröffentlicht (Bull. of the American Mathematical Soc. 41, 1935, S. 667–70). Das Z.sche Lemma ist äquivalent mit dem Auswahlaxiom und dem Wohlordnungssatz, es dient als Grundlage zahlreicher wichtiger Beweise. Israel (Yitzchak) Herstein (1923–1988), der 1948 bei Z. über „Divisor Algebras“ promoviert wurde, ist Z.s einziger Schüler.

  • Auszeichnungen

    |Mitgl. d. Mathematics Ass. of America u. d. American Mathematical Soc.

  • Werke

    Weitere W Alternativkörper u. quadrat. Systeme, in: Abhh. aus d. Math. Seminar d. Hamburg. Univ. 9, 1933, S. 395–402;
    Continuous Groups and Schwarz’ Lemma. in: Transactions of the American Mathematical Soc. 46, 1939, S. 1–22.

  • Literatur

    |M. Pinl, Kollegen in dunkler Zeit, III. T., in: Jber. d. Dt. Math.-Vereinigung 73, 1972, S. 153–208, bes. S. 157 f.;
    P. J. Cambell, The Origin of „Z.s Lemma“, in: Historia Mathematica 5, 1978, S. 77–89;
    J. Ewing, in: Notices of the American Mathematical Soc. 40, 1993, S. 640;
    P. Halmos, Postcards from Max, in: American Mathematical Monthly 100, 1993, S. 942–44 (P);
    Tobies, Biogr. Lex. Math.;
    Qu StA Hamburg, Promotionsakte.

  • Autor/in

    Karin Reich
  • Zitierweise

    Reich, Karin, "Zorn, Maximilian (Max) August" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 745-746 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143054.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA