Wunderlich, Helmut

Lebensdaten
1919 – 1994
Geburtsort
Draisdorf (Kreis Chemnitz)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Politiker ; DDR-Wirtschaftsfunktionär
Konfession
-
Namensvarianten

  • Wunderlich, Helmut

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Zitierweise

Wunderlich, Helmut, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz142987.html [12.02.2026].

CC0

  • Wunderlich, Helmut

    | Politiker, DDR-Wirtschaftsfunktionär, * 3.12.1919 Draisdorf (Kreis Chemnitz), † 22.12.1994 Berlin, ⚰Berlin, Waldfriedhof Berlin-Grünau.

  • Genealogie

    V Fritz (1896–1921), Schlosser, Mitgl. d. KPD;
    Stief-V N. N. Stöckel, Arb., 1945 Mitgl. d. KPD/SED;
    M Gertrud Conrad (1895–1964);
    Else (* 1921), Hausfrau, Mitgl. d. SED T d. Max Rothe (1887–1961), Tischlermeister, Mitgl. d. SED, u. d. Martha Naumann (1886–1956), Hausfrau, parteilos;
    1 S Joachim (* 1944), Dipl.-Ing., 2 T Brigitte (* 1952), Ursula (* 1954).

  • Biographie

    Nach dem Besuch der Volksschule 1926–34 absolvierte W. 1934–36 eine Ausbildung als Dreher bei der „Gebr. Unger AG“ in Chemnitz und war dort in diesem Beruf bis 1937 tätig.

    Daran schloß sich 1937/38 eine Lehre als Schlosser in der „Union“ Werkzeugmaschinenfabrik Chemnitz an. 1936–38 war er Mitglied der HJ und ab 1938 des NSDStB, wobei er in beiden keine Funktion bekleidete. 1938–40 besuchte er die Staatliche Ingenieur-Schule Chemnitz und schloß sie als Ingenieur für Maschinenbau ab, um dann 1940 als Konstrukteur in der „Wanderer-Werke AG“ Chemnitz zu arbeiten. Im selben Jahr wurde er zur|Wehrmacht einberufen und kam 1944 in sowjet. Kriegsgefangenschaft, wo er 1949 an einem Antifa-Lehrgang teilnahm. Nach seiner Rückkehr war W. 1949/50 als Sachbearbeiter für Normfragen in der „VVB Werkzeugmaschinen und Werkzeuge“ tätig, 1950/51 als wissenschaftlicher Assistent an der Dt. Verwaltungsakademie in Forst-Zinna, wo er 1951 der SED beitrat. 1951–53 leitete er den „VEB ABUS Maschinenbau Nordhausen“ und erlebte einen steilen Aufstieg durch seine Ernennung zum Minister für Allgemeinen Maschinenbau im Febr. 1953. Nach Änderung des Zuschnitts der Ministerien war er von Ende 1953 bis 1955 als stellv. Minister bzw. Staatssekretär im Ministerium für Maschinenbau tätig, um 1955–58 erneut als Minister für Allgemeinen Maschinenbau zu wirken.

    Nach Auflösung der Ministerien fungierte W. 1958/59 als Abteilungsleiter für Maschinenbau in der Staatlichen Plankommission und 1959–61 als deren stellv. Vorsitzender mit derselben Zuständigkeit. Er trat in diesen Funktionen wiederholt mit einzelnen Initiativen hervor, ohne die Gesamtlinie der Wirtschaftspolitik entscheidend zu prägen.

    Seit 1958 war er Mitglied der Parteikommission für Kernforschung und Kerntechnik sowie des Wissenschaftlichen Rats beim Ministerrat der DDR für die friedliche Anwendung der Atomenergie und ab 1962 Mitglied des Forschungsrats der DDR. Mit der Bildung des Volkswirtschaftsrats wurde W. 1961 dessen stellv. Vorsitzender, wo er für den Maschinenbau, später für die internationalen Beziehungen der Industrie zuständig war. Von dieser Aufgabe wurde er im Nov. 1963 wegen mangelnder Durchsetzungsfähigkeit entbunden und 1964–67 als Werkdirektor des „VEB Elektrokohle Berlin-Lichtenberg“ und 1967–71 in derselben Funktion im „VEB Transformatorenwerk Karl Liebknecht Berlin-Oberschöneweide“ eingesetzt. 1967–71 war er Mitglied der SED-Bezirksleitung Berlin, ab 1966 Mitglied des Präsidiums der Urania sowie ab 1970 der Präsidien der Kammer der Technik und der Kammer für Außenhandel. 1971 wurde W. zum Generaldirektor des „VEB Carl Zeiss Jena“ ernannt und daneben 1972 an der Hochschule für Ökonomie in Berlin promoviert. 1971–76 war er Abgeordneter der Volkskammer und Kandidat des ZK der SED sowie 1976–81 Mitglied der Zentralen Revisionskommission der SED. 1975 wurde er „aus gesundheitlichen Gründen“ beim „VEB Carl Zeiss Jena“, abgelöst, da er die wirtschaftlichen Probleme des Traditionsbetriebs nicht gelöst hatte. 1976–84 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und später als Gruppenleiter und Professor im Zentralinstitut für sozialistische Wirtschaftsführung beim ZK der SED, seit 1984 lebte er als Rentner in Ost-Berlin.

    W. war ein eher technokratisch geprägter Wirtschaftspolitiker, der im Rahmen der SED-Linie auch eigene Initiativen entwickelte, aber mitunter führungsschwach blieb.

  • Auszeichnungen

    |VVO in Silber (1959) u. Gold (1980);
    Ehrennadel d. Ges. f. Dt.-Sowjet. Freundschaft in Gold (1962);
    Orden Banner d. Arb. (1967, im Kollektiv 1969);
    Ehrentitel Verdienter Metallarbeiter d. DDR (1975);
    Mitgl. d. FDGB (1949), d. Ges. f. Dt.-Sowjet. Freundschaft (DSF) (1949), d. Kammer d. Technik (1963) u. d. Urania Ges. z. Verbreitung wiss. Kenntnisse (1966).

  • Werke

    |Die Aufgaben d. Allg. Masch.baus d. Dt. Demokrat. Rep. im zweiten Fünfj.plan, 1956;
    Erfahrungen b. d. Einbeziehung d. Werktätigen in d. Leitungstätigkeit z. Sicherung e. stabilen Reproduktionsprozesses sozialist. Betriebe, unters. am Bsp. d. VEB Transformatorenwerk „Karl Liebknecht“, Berlin-Oberschöneweide, Berlin, Hochschule f. Ökonomie, Diss. A, 1972.

  • Literatur

    L W. Mühlfriedel u. E. Hellmuth, Carl Zeiss in Jena 1945–1990, 2004, S. 217 f.;
    Qu SAPMO;
    BA.

  • Porträts

    |Photogrr. (BA, Bilddatenbank).

  • Autor/in

    André Steiner
  • Zitierweise

    Steiner, André, "Wunderlich, Helmut" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 542-543 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142987.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA