Wunderlich, Erhard

Lebensdaten
1956 – 2012
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Handballer
Konfession
evangelisch
Namensvarianten

  • Wunderlich, Sepp
  • Wunderlich, Erhard Heinz Gerhard
  • Wunderlich, Erhard
  • Wunderlich, Sepp
  • Wunderlich, Erhard Heinz Gerhard

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Zitierweise

Wunderlich, Erhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz142985.html [16.02.2026].

CC0

  • Wunderlich, Erhard (Sepp) Heinz Gerhard

    | Handballer, * 14.12.1956 Augsburg, † 4.10.2012 Köln, ⚰Augsburg, Westfriedhof. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Heinz (1925 – v. 2012), Elektriker in A., spielte in d. bayer. Feldhandball-Landesauswahl;
    M Hildegard (* 1935), T d. Josef Trippacher;
    1) 1983 1992 Sabine N. N., 2) Seeshaupt 1999 Pia Spanger (* 1957), aus Bergisch Gladbach, betrieb mit W. d. Villa Wunderlich am Mondsee (Oberösterr.);
    2 T aus 1) Lana Bader (* 1984), Nadia W. (* 1985);
    1 Adoptiv-T seit 2012 Katharina Wunderlich (* 1988).

  • Biographie

    W. besuchte 1963–72 die Volksschule in Augsburg und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Elektrotechniker und später in Gummersbach zum Großhandelskaufmann.

    Als Kind versuchte er sich in verschiedenen Sportarten und wurde u. a. von Xaver Unsinn (1929–2012) im Eishockey trainiert. Seit 1970 spielte W. Handball für den Oberligisten FC Augsburg. Erstmalig machte er 1976 bei einem Spiel der Augsburger gegen den dt. Meister VfL Gummersbach auf sich aufmerksam, in dem er 13 Tore erzielte und daraufhin von VfL-Manager Eugen Haas (1916–1995) als Vertragsamateur verpflichtet wurde. Im November desselben Jahres absolvierte W. sein erstes Spiel für die dt. Nationalmannschaft, dem bis zu seinem Rücktritt 1986 139 weitere mit insgesamt 504 erzielten Toren folgten.

    Als die Auswahl des Dt. Handballbunds (DHB) 1978 im Finale gegen die Sowjetunion überraschend den WM-Titel gewann, zählte W. zu den Stützen des Teams, v. a. weil er vorwiegend auf Rückraum Rechts eingesetzt wurde, während Joachim Deckarm (* 1954) W.s angestammte Position im halblinken Rückraum einnahm. Nach der Weltmeisterschaft rühmte die Fachpresse die besondere Wurfkraft und das Auge für die Mitspieler des 2,04 m großen W. Anfang der 1980er Jahre stieg W. zu einem der besten Handballer der Welt auf. Zu seinen größten Enttäuschungen zählten der Boykott der Olymp. Spiele 1980 in Moskau und der siebte Platz bei der Heim-WM 1982. Dafür gewann W. in der Saison 1982/83 mit dem VfL Gummersbach das „Triple“ aus dt. Meisterschaft, Pokal und Europapokal der Landesmeister und brillierte in den Finalspielen gegen ZSKA Moskau. Durch einen spektakulären, millionenschweren Transfer zum FC Barcelona im Sommer 1983 wurde W. zum weltweit bestbezahlten Handballspieler.

    Kurz nach dem Gewinn der olymp. Silbermedaille mit dem DHB-Team 1984 wechselte er zum TSV Milbertshofen; seine letzte Station als Spieler war 1989/90 der VfL Bad Schwartau. 1990–93 war W. für Milbertshofen als Manager, anschließend ein Jahr lang als Manager und Trainer für Bad Schwartau tätig. Danach engagierte er sich in verschiedenen Bereichen, u. a. als Gebietsvertreter eines japan. Büroausstatters in Seeshaupt/Starnberger See und nach 1999 als Inhaber des Hotels Villa Wunderlich am Mondsee (Oberösterr.) bis zu dessen Bankrott 2009. Seit 1999 lebte er in Bergisch Gladbach, seit 2006 in Köln.

    W. gewann 1983 den Europapokal der Landesmeister, 1978, 1979 und 1984 den Europapokal der Pokalsieger und 1982 den IHF-Pokal. Er gehörte 1982 und 1983 dem Siegerteam bei der Dt. Meisterschaft sowie 1977, 1978, 1982 und 1983 beim DHB-Pokalturnier an. Experten sehen in ihm einen der besten Handballer aller Zeiten; 1999 wählte ihn eine Jury renommierter Trainer zum „Deutschen Handballer des Jahrhunderts“. Der frühere Bundestrainer Vlado Stenzel (* 1934) bezeichnete ihn als „komplettesten“ Spieler des Handballsports. 2006 initiierte W. die Stiftung „Handball Friends“.

  • Auszeichnungen

    |Dt. Handballer d. Jahres (1982, 1983);
    Silbernes Lorbeerbl. (1978, 1983, 1984);
    E.-W.-Sporthalle, Augsburg (seit 2012);
    Aufnahme in d. Hall of Fame d. dt. Sports (postum 2016);
    E. W.-Preis d. Stiftung Handball Friends (2006–2015).

  • Werke

    |Handball, Die Welt e. faszinierenden Sports, 2006 (Autobiogr., S. 14–19);
    Handball-Weltmeisterschaft Dtld. 2007, 2007 (mit S. Simon u. Sport-Informations-Dienst sid).

  • Literatur

    |O. Treptow, Lex. d. Handballer, 2006, S. 260;
    N. N., Handball-Weltmeister W. gest., in: Die Welt Online v. 4.10.2012 (P);
    N. N., Handballer d. Jh., E. W. ist gestorben, in SZ v. 4.10.2012 (P);
    E. Eggers, in: Handball Time, 2014, H. 5, S. 66 f.;
    ders., Handball, Gesch. e. dt. Sports, ³2014, S. 173–75 (P);
    ders., in: ders. u. a., VfL Gummersbach, Die Chron., S. 84 f. (P);
    ders., Handballhelden, 2018, S. 94–97 (P).

  • Autor/in

    Erik-Andreas Eggers
  • Zitierweise

    Eggers, Erik-Andreas, "Wunderlich, Erhard (Sepp) Heinz Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 540-541 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142985.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA