Wiching
- Lebensdaten
- gestorben nach 899
- Beruf/Funktion
- Bischof von Nitra und Passau
- Konfession
- -
- Namensvarianten
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- Wiching
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Wiching, Bischof von Nitra und Passau
|† 12. 9. nach 899.
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Biographie
Über die frühe Laufbahn des aus Alemannien stammenden W. ist nichts bekannt; daß er Mönch der Reichenau gewesen sei, ist bloße Vermutung. Zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt in den 870er Jahren begab er sich in das Mähr. Reich, um Ebf. →Methodius bei dessen Missionswerk zu unterstützen.
Von Fürst →Svatopluk (reg. 870/71–94) 880 nach Rom gesandt, wurde er dort von Papst|→Johannes VIII. (reg. 872–82) zum Bischof von Neutra (Nitra, Slowakei) geweiht. Die Lebensbeschreibungen des Methodius deuten für die folgenden Jahre heftige Auseinandersetzungen mit W. an, die ihren Grund am ehesten in dessen Rolle als Sachwalter der päpstl.-röm. Interessen gegenüber dem Erzbischof hatten. Nach dem Tod des Methodius 885 übernahm W. die Leitung der mähr. Kirche, offenbar mithilfe eines von ihm selbst in diesem Sinn verfälschten päpstl. Schreibens.
Spätestens im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Ostfränk. und dem Mähr. Reich 892/93 mußte er Neutra allerdings verlassen und wurde im Sept. 893 Leiter der Kanzlei Kg. →Arnolfs († 899). In dieser Eigenschaft wirkte er vermutlich an der Fortschreibung der Ostfränk. Reichsannalen (Annales Fuldenses) mit. Der König überließ ihm zur materiellen Versorgung zunächst die Einkünfte des Klosters Mondsee und ernannte ihn in der zweiten Jahreshälfte 899 zum Bischof von Passau, doch wurde W. von Ebf. →Theotmar († 907) und den anderen Bischöfen der Salzburger Kirchenprovinz noch vor Jahresende wieder abgesetzt. Formell geschah dies aufgrund kirchenrechtlicher Bedenken gegenüber seiner Translation in ein neues Bistum, vielleicht steckten aber andere, politische Beweggründe dahinter.
Sein weiteres Schicksal ist unbekannt; das Nekrolog des Klosters Reichenau verzeichnet seinen Todestag zum 12. Sept.
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Quellen
Qu E. Herrmann, Slaw.-german. Beziehungen im südostdt. Raum v. d. Spätantike bis z. Ungarnsturm, Ein Qu.buch mit Erll., 1965 (ältere L); Magnae Moraviae Fontes Historici 3, 1969, S. 197–225.
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Literatur
|J. Oswald, Der Mährenbf. W. u. d. Bm. Passau, in: Gesch. d. Ost- u. Westkirche in ihren wechselseitigen Beziehungen, hg. v. F. Zagiba, 1967, S. 11–14;
H. Schwarzmaier, Ein Brief d. Mgf. Aribo an Kg. Arnulf über d. Verhältnisse in Mähren, in: Frühma. Stud. 6, 1972, S. 55–66;
J. Schütz, Methods Widersacher W. u. dessen pannon.-mähr. Gefährten, in: Korrespondenzen, FS f. Dietrich Gerhardt, 1977, S. 390–94;
F.-R. Erkens, Die ältesten Passauer Bischofsurkk., in: ZBLG 46, 1983, S. 469–514;
E. Boshof, Die Regg. d. Bischöfe v. Passau 1: 731–1206, 1992, Nr. 170–73;
St. Patzold, Episcopus, Wissen über Bischöfe im Frankenreich d. späten 8. bis frühen 10. Jh., 2008, S. 552–61;
LexMA;
LThK³. -
Autor/in
Roman Deutinger -
Zitierweise
Deutinger, Roman, "Wiching, Bischof von Nitra und Passau" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 21-22 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz142133.html#ndbcontent