Lebensdaten
1640 bis 1724
Geburtsort
Darmstadt
Sterbeort
Celle
Beruf/Funktion
Diplomat ; Staatsmann ; braunschweig-lüneburgischer Minister und Vizekanzler ; Oberappellationsgerichtspräsident in Celle
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 124452701 | OGND | VIAF: 47694615
Namensvarianten
  • Fabricius von Westerfeld, Weipart Ludwig
  • Fabrice, Weipart Ludwig von
  • Fabricius von Westerfeld, Weipart Ludwig
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Zitierweise

Fabrice, Weipart Ludwig von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124452701.html [28.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Phil. Ludw. (1599–1666), Dr. iur., hessen-darmstädtischer GR u. Kanzler, S des Weyprecht Schmidt gen. Fabricius (s. Einl.);
    M Maria v. Münthen (1604–79), aus Aachener Unternehmer- u. Ratsfamilie;
    B Eberh. (1632–98), Dr. iur., mansfeldischer GR u. Kanzler, Gg. Phil. (1632–1709), sachsen-weimarischer Kanzler, Gesandter;
    Schw Anna Barb. ( Joh. Helwig v. Sinolt gen. Schütz, 1623-77, Dr. iur., GR u. Kanzler in Celle);
    1670 Marie Juliane (1654–1703), T des Joh. Viëtor (1622–75), Dr. iur., waldeckischer GR, Kanzler u. Reichstagsgesandter (E des Zacharias V., erster ev. Sup. der Gfsch. Waldeck);
    16 K, u. a. Joh. Ludw. s. (3), Frdr. Ernst s. (2), Aug. Christian (1690–1760), Oberhauptmann zu Celle, Christine Sophie (1678–1751), Priorin des ev. Damenklosters Lüne, Marie Aug. Marg. (⚭ Hieronymus Wiegand v. Laffert, 1728, braunschweigischer GR), Luise Barb. ( Christian Wilh. v. Eyben, 1717, holsteinischer Min.).

  • Leben

    Nach Rechtsstudium in Gießen 1656-66 ging F. als Lizentiat der Rechte nach Wien, wo er in der Stellung eines Agenten am Reichshofrat Fühlung mit Graf Friedrich Georg von Waldeck und durch diesen mit den Herzögen Georg Wilhelm und dessen Bruder Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg gewann. Nachdem er 1667 für die beiden Herzöge am kaiserlichen Hof bereits diplomatisch tätig gewesen, berief ihn im folgenden Jahre Georg Wilhelm in seinen dauernden Dienst nach Celle (1669 Hofrat und Advokat). 1672-77 vertrat er als Gesandter beim Reichstag in Regensburg neben Celle auch Braunschweig-Wolfenbüttel und zeitweise Baden-Durlach. Es gab in jenen Jahren kaum eine politische Aktion Herzog Georg Wilhelms im Reich, an der F. nicht beteiligt war. Daneben wirkte er seit 1684 als Minister (Geheimer Rat) und Vizekanzler in der inneren Verwaltung. Nach dem Tode von Herzog Georg Wilhelm 1705 fiel das Fürstentum Lüneburg an Kurfürst Georg Ludwig von Hannover. F. trat in die Dienste des Kurfürsten über. Wenn er auch dem Geheimen Rat in Hannover angehörte, so bestand seine Hauptaufgabe jetzt doch wesentlich in der Direktion der Justizkanzlei in Celle. 1707 wurde er zusammen mit Paul von Püchler mit der Einrichtung eines Oberappellationsgerichts für den hannoverischen Kurstaat beauftragt. 1708 ernannte ihn der Kurfürst zum Präsidenten des neuen Gerichts, das seinen Sitz in Celle erhielt und 1711 eröffnet wurde.

  • Literatur

    zu 2) bis 4): F. Vogell, Geh.Rat u. erster Oberappellationsger.-Präs. W. L. v. F. in Celle, in: Neues Vaterländ. Archiv 4, 1823, S. 216 ff.;
    ders., Slg. theils gedr., theils ungedr. Urkk., woraus d. Geschl.-Gesch. d. Reichsgfl. v. Schwicheldtschen Hauses entworfen ist, 1823;
    R. Grieser, F. E. v. F., Ein niederdt. Kavalier u. Diplomat d. Barockzeit, in: Bll. f. dt. Landesgesch. 881, 1951, S. 175-204;
    ders., Die Memoiren d. Kammerherrn F. E. v. F. (1683–1750), Ein Lb. in Selbstzeugnissen aus d. Za. d. Barock, 1956 (P: Schloß Söder b. Hildesheim).

  • Portraits

    Gem. (Celle, Oberlandesgericht).

  • Autor/in

    Rudolf Grieser
  • Empfohlene Zitierweise

    Grieser, Rudolf, "Fabrice, Weipart Ludwig von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 731 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124452701.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA