Lebensdaten
1786 bis 1855
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Hütteningenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13592524X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Faber du Faur, Achilles Christian Wilhelm Friedrich von
  • Faber du Faur, Wilhelm Friedrich von
  • Faber du Faur, Wilhelm von
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Zitierweise

Faber du Faur, Wilhelm von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13592524X.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albrecht (1737–1808), württ. Oberst der Kav., S des Pfarrers Mag. Joh. Wilh. Faber u. der Postmeisterstochter Joh. Regina Barb. Herbst aus Wimpfen;
    M Christiane (1751–1812), T des Jacob Frdr. Klüpfel (1718–85), Stadtschreiber u. Stiftspfleger in Stuttgart, u. der Kammerratstochter Marie Christine Diez; Halbbruder Christian Wilh. s. Genealogie (2);
    Stuttgart 1820 Auguste (1798–1886), T des Oberfinanzrats Gotthold Aug. Gottlieb;
    7 S, 5 T, u. a. Adolf s. (1), Wilma ( Franz Xaver v. Riedmüller, 1829–1901, Landschaftsmaler, s. ThB);
    N Otto s. (2).

  • Leben

    F. studierte in Tübingen bei Kielmeyer Naturwissenschaften, dann an der Bergakademie in Freiberg bei AbrahamGottlob Werner Berg- und Hüttenwesen. 1810 kam er als Hüttenschreiber nach Königsbronn (Württemberg), 1811 als Hüttenverwalter nach Wasseralfingen. Dort wurde seit Jahrhunderten – seit 1802 vom württembergischen Staat – Eisen gefördert und verhüttet. Hier wirkte F. bis 1843 mit ausgezeichnetem Erfolg. Er brachte das kleine Werk rasch auf die Höhe der Zeit und baute es kräftig aus. Bei seinem Weggang hatte sich die Förderung fast verdreifacht, die Beschäftigtenzahl sich verfünffacht, die Gußwarenproduktion sich von 3000 auf 46000 Zentner gehoben. Zugleich gelangen ihm bedeutende Verbesserungen der Verhüttung und der Gießerei. Insbesondere ersann er eine Apparatur zur kohlesparenden Winderhitzung, die für Preußen und weithin sonst vorbildlich wurde. 1837 war ihm nach jahrelangen Versuchen auf wissenschaftlicher Grundlage eine technische Methode der Verwertung der ungenützten Gichtgase des Hochofens gelungen, die als bahnbrechend in ganz Europa größtes Aufsehen erregte, von der Fachpresse als umwälzend anerkannt wurde und Hüttenleute aus aller Welt, selbst aus USA, nach Wasseralfingen führte. F. war damit zum Erfinder des Gasgenerators geworden, was in einer späteren Entwicklung für das Eisenhüttenwesen von grundlegender Bedeutung werden sollte. Für den Ertrag der Werke besonders wichtig wurde die Hebung der Gießerei. F.s Kunstsinn erschloß ihr auch höhere Aufgaben, so daß Wasseralfinger Kunstguß dieser Zeit in Voll- oder Reliefplastik, modelliert von K. Weitbrecht und anderen von F. nach Wasseralfingen geholten Künstlern, noch heute berühmt ist. – 1843 ließ sich F. gesundheitshalber zur Bergbehörde nach Stuttgart versetzen, wo er noch 2 Jahre tätig war. Bescheiden und von milder Art, war F. von beständigem, immer auf Anwendung gerichtetem Forschungsgeist erfüllt.

  • Literatur

    L. H. Schönberg, Ber. üb. d. Betrieb d. Gas-, Weiß-, Puddlings- u. Schweiß-Öfen zu Wasseralfingen, in: Corr.bl. d. württ. landwirtsch.Ver. 40, 1841, II, S. 106-09;
    E. Reinert, in: Schwäb.Lb. I, 1940, S. 147-52 (P).

  • Autor/in

    Paul Gehring
  • Empfohlene Zitierweise

    Gehring, Paul, "Faber du Faur, Wilhelm von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 725-726 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13592524X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA