Lebensdaten
1937 – 2009
Geburtsort
Frankfurt/ Main
Sterbeort
Winterthur (Kanton Zürich)
Beruf/Funktion
Jurist ; Romanist
Konfession
evangelisch
Namensvarianten
  • Weimar, Fritz Peter
  • Weimar, Peter
  • Weimar, Fritz Peter
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Zitierweise

Weimar, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz139857.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1907–89), aus F., Dr. med. dent., Zahnarzt in F., S d. Adolf (1869–1957);
    M Irma Rosa (1908–68), T d. Franz Günthner (1884–1971), Restaurant-Koch b. d. Reichsbahn;
    Frankfurt/M. 1966 Karin (* 1937), T d. Bernhard Danckelmann (1895–1981), Dr. iur., Oberverw.gerichtsrat, 1941 Reichsrichter, zuständig f. d. Besatzungsschäden, die d. Heer in Polen, Ungarn usw. verursacht hatte, 1946 RA in F., 1936 Mitbegründer u. bis z. 40. Aufl. 1970 Mitvf. d. BGB-Kurzkommentars „Palandt“ (s. Juristen im Porträt, 1988), u. d. Ilse Vogt (1902–83);
    4 T;
    Gvv d. Ehefrau Rudolf Vogt (1856–1916), Jur., GR, OB v. Biebrich.

  • Biographie

    Nach dem Abitur in Usingen (Taunus) studierte W. 1955–59 Rechtswissenschaft in Frankfurt/M. und München, seit 1958 als Stipendiat der Studienstiftung des dt. Volkes (1. jur. Staatsprüfung 1959, 2. jur. Staatsprüfung 1964). Mit der Dissertation „Tractatus de violente possessore ‚Cum uarie multipicensque‘ a pilio medicinensi compositus“ wurde W. 1966 in Frankfurt/M. bei Helmut Coing (1912–2000) zum Dr. iur. promoviert. 1965 trat er als wissenschaftlicher Referent in das von Coing gegründete MPI für europ. Rechtsgeschichte in Frankfurt/M. ein. Er war 1970 / 71 Research Associate (Faculty) an der Yale Univ. (New Haven, Connecticut) und an der Univ. of California, School of Law (Berkeley, Kalifornien) bei Stephan Kuttner (1907–96). Nach der Rückkehr nach Frankfurt/M. wurde er 1972 Leiter der Arbeitsgruppe Legi-| stik am MPI. 1976 wurde W. als Extraordinarius für Röm. Recht und Schweizer. Privatrecht an die Univ. Zürich berufen (1981 Ordinarius, em. 2003). 1986 / 87 nahm er einen Lehrauftrag für Familien- und Erbrecht an der Hochschule St. Gallen für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wahr.

    Zentrum von W.s wissenschaftlicher Arbeit war zunächst das röm. Recht und dessen Wirkung in Europa vom 12. Jh. bis in die Gegenwart. Als „bahnbrechend“ wurde bereits W.s erste Zusammenfassung über „Die legistische Literatur der Glossatorenzeit“ in Bd. 1 des von Coing herausgegebenen „Handbuchs der Quellen und Literatur der neueren europ. Privatrechtsgeschichte“ (1973) bezeichnet. W.s ursprünglich für das im MPI nach dem Vorbild von Kuttners „Repertorium der Kanonistik“ geplante „Repertorium der Legistik“ vorgesehener Beitrag „Die Handschriften des Liber feudorum und seiner Glossen“ (in: Rivista internazionale di diritto comune 1, 1990, S. 31–98, Nachdr. in: Zur Renaissance d. Rechtswiss. im MA, 1997, S. 171–238) fand Anerkennung als „the most important work on the development of feudal law in the last 50 years“ (Kenneth Pennington, zit. in Schrage, 2010, s. L).

    W. lag daran, die Bedeutung des röm. Rechts auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen (Von d. Geltung d. röm. Rechts, in: NZZ v. 8. 12. 1978). Er konzipierte unter dem Thema „Die Renaissance der Wissenschaften im 12. Jh.“ das interdisziplinäre Zürcher Hochschulforum 2 (1979 / 80). Als Mitherausgeber (1977–98) des „Lexikons des Mittelalters„ war W. zuständig für das röm. Recht und verfaßte hierfür 45 personenbezogene und 55 systematische Artikel, die in ihrer Gesamtheit eine zusammenfassende Darstellung des röm. Rechts im Mittelalter ergeben. W. war Mitherausgeber (1978–2000) der „Zürcher Studien zur Rechtsgeschichte“, Herausgeber der zweijährig erscheinenden Textausgabe des Schweizer. Zivilgesetzbuches (ZGB) (1990–2009) und des jährlich erscheinenden Schweizer. Obligationenrechts (OR) (1999–2009).

    Die Verlagerung des Schwergewichts seiner Forschungen von der Rechtsgeschichte zum geltenden Recht wurde 1993 deutlich in der Umbenennung seines Lehrgebiets von „Römisches Recht und Zivilrecht“ in „Privatrecht und Römisches Recht“. Das opus magnum seiner letzten Lebensjahre wurde der Band „Das Erbrecht“ im Rahmen des Berner Kommentars, Bd. III (2009).

    W. leitete in seinen Frankfurter Jahren den Kirchenvorstand der Innenstadtgemeinde St. Katharinen. In Zürich war er 1984–2000 einer der Vorsitzenden des „Dozentenforums“.

  • Auszeichnungen

    |Honorary Correspondent for the German-speaking Countries d. Selden Soc. London (1984);
    korr. Mitgl. d. Acc. degli Intronati, Siena.

  • Werke

    Weitere W Argumenta brocardica, in: Studia Gratiana 14, 1967, S. 91–123;
    Die legist. Lit. u. d. Methode d. Rechtsunterr. d. Glossatorenzeit, in: Ius Commune 2, 1969, S. 43–83;
    Zur Dr.würde d. Bologneser Legisten, in: Aspekte europ. Rechtsgesch., ebd., Sonderh. 17, Festgabe f. Helmut Coing, 1982, S. 421–43;
    Zur Kritik d. neuen Eherechts, in: Schweizer. Jur.ztg. 81, 1985, S. 205–09;
    Die Ehe als Rechtsinst., in: A. Eser (Hg.), Die nichtehel. Lebensgemeinschaft, 1985, S. 81–98;
    Zur Entstehung d. Azoschen Digestensumme, in: Satura Roberto Feenstra, sexagesimum quintum annum aetatis complenti ab alumnis collegis amicis oblata, 1985, S. 371–92;
    Art. „Zivilgesetzbuch, Schweizer.“, in: Staatslex., 7. Aufl., Bd. 5, 1989, Sp. 1166–69;
    Die Tugend des röm. Jur., in: H.-J. Braun (Hg.), Eth. Perspektiven, Wandel d. Tugenden, 1989, S. 93 f.;
    Röm. Privatrecht, Vom ius civile z. BGB, in: Begleitbd. z. Ausst. Imperium Romanum, hg. v. Archäol. Landesmus. Baden-Württ., 2005, S. 339–43.

  • Literatur

    |M. Senn, in: Nekr. d. Univ. Zürich 2009 (P);
    E. J. H. Schrage, in: ZSRGR 127, 2010, S. 661–66.

  • Autor/in

    Armin Wolf
  • Zitierweise

    Wolf, Armin, "Weimar, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 622-623 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz139857.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA