Lebensdaten
1902 – 1998
Geburtsort
Wozinkel bei Parchim (Mecklenburg)
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
Klassischer Archäologe
Konfession
mehrkonfessionell
Namensvarianten
  • Wegner, Max Franz Emil
  • Wegner, Max
  • Wegner, Max Franz Emil

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Zitierweise

Wegner, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz139584.html [23.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Paul, Landwirt in W.;
    M Elisabeth Bobzin adopt. Hagemeister;
    Berlin 1936 Lotte Brunk (1916–2017);
    1 S Clemens (* 1937), Untern., 2 T Leonore (* 1940, Klaus Stähler, * 1939, Prof. f. Klass. Archäol. in M.), Christiane (* 1952, Reimund Brundirs, 1952–2010, RA, Notar in Haselünne, Emsland).

  • Biographie

    Nach dem Schulbesuch in Lübeck studierte W. ab 1921 in Freiburg (Br.), Leipzig, München und Berlin oriental. Kunstwissenschaft und Klassische Archäologe, u. a. bei Adolph Goldschmidt, Otto Kümmel und Ferdinand Noack. 1928 zum Dr. phil. promoviert, war er ab 1933 Referent in der Zentraldirektion des Dt. Archäologischen Instituts (DAI) und Assistent des Präsidenten Theodor Wiegand (1864–1941), mit dem er sich bemühte, das DAI von nationalsozialistischer Einflußnahme freizuhalten; auf Weisung seiner Dienstherren trat er im Nov. bzw. Dez. 1933 der NSDAP und der SA bei, aus denen er im Jan. 1940 bzw. Jan. 1935 wieder ausschied. W.s Schriften sind frei von politischen Zugeständnissen. Forschungsreisen (u. a. als DAI-Reisestipendiat 1931 / 32) führten ihn nach Frankreich, Italien, Griechenland und Ägypten. 1938 habilitierte er sich an der Univ. Berlin für das Fach Klassische Archäologie. 1939 fungierte W. als Generalsekretär des VI. Internat. Kongresses für Archäologie in Berlin, den er als Referent der DAI-Zentraldirektion organisierte. Im 2. Weltkrieg leistete er ab 1940 als Flakoffizier in Berlin Kriegsdienst. Der Berufung zum o. Professor an die Univ. Münster (1. 12. 1942) konnte er erst nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft (Okt. 1945) folgen. In Münster machte sich W. besonders um den Wiederaufbau des zerstörten|Archäologischen Seminars und Museums verdient, für das er u. a. den Nachlaß von Otto Rubensohn (1867–1964) und Abgüsse aus dem Folkwang-Museum Essen erwarb. In den 50er bis 80er Jahren führte er regelmäßig Exkursionen in die Mittelmeerländer durch.

    W. war Mitglied der Bau- und Kunstkommission und 1958 / 59 Dekan der phil. Fakultät. Nach seiner Emeritierung (1970) blieb er noch lange mit der Universität verbunden und hielt bis 1993 / 94 Lehrveranstaltungen ab.

    W.s umfangreiches wiss. Werk ging über die Grenzen des griech.-röm. Altertums hinaus. Nach seiner Dissertation „Ikonographie des chin. Maitreya“ (1930), einer „grundlegenden Arbeit“ (W. Fuchs), wandte er sich der Kunst der röm. Kaiserzeit zu. Mit seiner Habilitationsschrift „Die Herrscherbildnisse in antoninischer Zeit“ (1939) begründete er die Reihe „Das römische Herrscherbild“, die wesentliche Aspekte der Kaiserporträts systematisch erarbeitete und die W. im Auftrag des DAI bis 1983 allein herausgab. Später folgten Studien zu den kaiserzeitlichen Reliefs, Bauornamenten und Musensarkophagen. Weitere Arbeitsgebiete waren Antikenrezeption und Wissenschaftsgeschichte (Land der Griechen, Reiseschilderungen aus sieben Jhh., 1942, ²1943, ³1955; Goethes Anschauung antiker Kunst, 1944, Neuausg. 1949; Altertumskunde, 1951; Sizilien v. Einheimischen u. Fremden erlebt, 1964), altoriental. und archaisch-griech. Musik (Das Musikleben d. Griechen, 1949, ²1970, ³1986, japan. 1985; Die Musikinstrumente d. alten Orients, 1950; Musik u. Tanz, 1968; Art. in RE u. MGG) sowie die griech. Kunst (Meisterwerke der Griechen, 1955, franz. 1955), insbes. die geometrische bis frühklassische Vasenmalerei, der W. mehrere Künstlermonographien widmete (Duris, 1968; Brygosmaler, 1973; Euthymides u. Euphronios, 1979). Mit Franz Beckmann (1895–1966) gab er ab 1950 die Schriftenreihe „Orbis antiquus“ heraus. Zu seinen Schülern zählen Hans-Volkmar Herrmann, Georg Daltrop, Margot Schmidt, Leo Trümpelmann, Dieter Ahrens, Dieter Metzler, Klaus Stähler, Josef Floren und Reinhard Stupperich. W.s Sammlung antiker Originale befindet sich seit Nov. 2018 im Archäologischen Museum der Univ. Münster.

  • Auszeichnungen

    |o. Mitgl. d. DAI (1942);
    wirkl. Mitgl. d. Österr. Archäol. Inst. (n. 1955);
    Verdienstorden d. BRD am Bande (1992).

  • Werke

    Weitere W Das röm. Herrscherbild 2,2: Hadrian, Plotina, Marciana, Matidia, Sabina, 1956;
    Ornamente ks.zeitl. Bauten Roms, 1957;
    Das röm. Herrscherbild 2,1: Die Flavier: Vespasian, Titus, Domitian, Nerva, Julia Titi, Domitilla, Domitia, 1966 (mit G. Daltrop u. U. Hausmann);
    Schmuckbasen d. antiken Rom, 1966;
    Die stadtröm. Erotensarkophage, Abt. 3: Die Musensarkophage, 1966;
    Das röm. Herrscherbild 3,1: Macrinus bis Balbinus, 1971;
    Torso e. verwundeten Jünglings im Museo Arqueológico in Sevilla, Inv.-Nr. 1083, 1975;
    Das röm. Herrscherbild 3,3: Gordianus III. bis Carinus, 1979;
    Zeiten – Lebensalter – Za. im archäol. u. kulturgeschichtl. Überblick, 1991;
    Gebälkfriese römerzeitl. Bauten, 1992;
    Hermes, Sein Wesen in Dichtung u. Bildwerk, 1996.

  • Literatur

    |D. Ahrens (Hg.), FS M. W. z. 60. Geb.tag, 1962 (W-Verz.);
    Praeceptori optime merito M. W. diem natalem agenti dono dederunt discipuli in seminario archaeologico praesentes, 1977 (W-Verz., P);
    Boreas 5, 1982, bes. S. 7–10 (Würdigung v. W. Fuchs, W-Verz., P);
    O. Brehm u. S. Klie (Hg.), Μουσικὸς ἀνήρ [Mousikós anér], FS f. M. W. z. 90. Geb.tag, 1992 (W-Verz., P);
    O. Brehm, Von den Musen reich beschenkt, M. W. z. 100. Geb.tag, in: Antike Welt 33, 2002, S. 704 (P);
    H.-H. Nieswandt u. D. Salzmann, Klein aber fein, d. Archäol. Mus. d. Univ. Münster, in: Hellenika, Jb. f. griech. Kultur u. dt.-griech. Beziehungen NF 3, 2008, S. 106–14;
    H. Manderscheid, Opfer – Täter – schweigende Mehrheit, Anmm. z. dt. Klass. Archäol. während d. NS, in: Hephaistos 27, 2010, S. 41–65, bes. S. 53–57.

  • Autor/in

    Jonathan Groß
  • Zitierweise

    Groß, Jonathan, "Wegner, Max" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 550-551 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz139584.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA