Lebensdaten
1871 – 1948
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Lima (Peru)
Beruf/Funktion
Botaniker ; Pflanzengeograph
Konfession
evangelisch
Namensvarianten
  • Weberbauer, Augusto
  • Weberbauer, Johann August
  • Weberbauer, August
  • mehr

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Zitierweise

Weberbauer, August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz139422.html [17.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1847–81, ev.), aus B., Partikulier u. Hausbes. in Nieder-Thalheim b. Landeck (Lądek-Zdrój, Niederschlesien), Mykol., Vf. v. „Die Pilze Nord-Dtld.s mit bes. Berücksichtigung Schlesiens, 2 Bde., 1873–75, Landschaftsmaler (Dilettant) (s. ThB; L), S d. Johann August (1804–49), aus Kraschen (Chróścina) b. Guhrau (Góra, Niederschlesien), Bierbrauer in B., u. d. N. N. Körner, aus Stonsdorf (Staniszów, Niederschlesien);
    M Antonia (kath.), aus Brinnitz (Brynica) b. Oppeln, T d. Franz Adamczyk u. d. Franziska Kruppa;
    Om Adolph (Bernhard) Adamczyk (1815–75), Dr. med., preuß. Sanitätsrat, Vf. v. „De combustionibus“, Diss. Berlin 1840;
    B Johann Maria Georg (* 1872, Antonie Clara Auguste Pauke, * 1879, kath., aus Patschkau, Paczków, Oberschlesien, T d. Eduard Pauke, Dr. med., Arzt), Rr.gutsbes. in Groß-Schnellendorf (Przydroże Wielkie) b. Falkenberg (Niemodlin, Oberschlesien), Schw Elisabeth Auguste Maria Regina (1874–1950, Carl Friedrich August Metzig, Hptm. d. Landwehr).

  • Biographie

    Nach dem Abitur 1890 in Glatz studierte W. Naturwissenschaften an den Universitäten Breslau, Berlin und Heidelberg. 1894 wurde er in Berlin bei Adolf Engler (1844–1930) zum Dr. phil. promoviert. Anschließend war W. bis 1906 Assistent bei Ferdinand Pax (1858–1942) am Kgl. Botanischen Garten in Breslau, wo er die Rhamnaceen für das von Engler herausgegebene Werk „Die Natürlichen Pflanzenfamilien“ (T. 3, Abt. 5, 1896) bearbeitete. Nach der Habilitation für Botanik an der Univ. Breslau 1898 unternahm W. mit Unterstützung von preuß. und peruan. Stellen 1901–05 umfangreiche Forschungs- und Sammelreisen in Peru, wo er botanisch unerforschte Gebiete besuchte. Nach kurzer Rückkehr nach Berlin war er 1906–07 Direktor des Botanischen Gartens in Viktoria (Limbé, Kamerun). Seit 1908 als Direktor des zoologischen und botanischen Gartens in Lima tätig, führte er bis ca. 1914 erneut Forschungs- und Sammelreisen in Peru durch. 1911 erschien mit „Die Pflanzenwelt der peruanischen Anden“ seine zusammenfassende, reich illustrierte Darstellung der Flora und Vegetation Perus, die eine Landkarte mit Vegetationslinien enthält (span. u. erw. u. d. T. „El mundo vegetal de los Andes Peruanos“, 1945). 1917–21 war W. bei einer Bergbaugesellschaft angestellt und im Schuldienst tätig. 1922 an der Universidad Mayor de San Marcos in Lima zum Dr. rer. nat. promoviert, veröffentlichte er die erste Vegetationskarte von ganz Peru (span. 1923). Seit 1925, allerdings mit einer durch die Schließung der Universität bedingten Unterbrechung, war W. Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Botanik an der Universidad Mayor. Weitere, vom Field Museum in Chicago finanzierte Forschungs- und Sammelreisen führten ihn 1925–27 und 1929 zu einem vertieften Verständnis von Flora, Vegetation und Klima Perus. 1928–29 forschte er in Peru, Bolivien, Chile und Argentinien. 1929–30 reiste W. letztmalig nach Deutschland, um seine peruan. Pflanzensammlungen im Botanischen Museum Berlin-Dahlem zu bestimmen.

    W.s botanische Sammlungen umfassen etwa 8000 Nummern und wurden, von Ausnahmen abgesehen, nicht von ihm, sondern von verschiedenen Spezialisten veröffentlicht. Viele dieser Bearbeitungen erschienen 1906–11 in der Serie „Plantae novae andinae imprimis Weberbauerianae“ (hg. v. I. Urban), die in der Zeitschrift „Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie“ gedruckt wurde. Seit 1932 als Botaniker an der Estación Experimental Agrícola de la Molina in Lima tätig, leitete W. von 1935 wahrscheinlich bis zu seinem Tod zugleich das Botanische Seminar der Universidad Mayor. Er legte die Grundlagen zum Verständnis der pflanzengeographischen Gliederung der peruan. Anden.

  • Auszeichnungen

    |Gründungsmitgl. d. Ac. de Ciencias Exactas, Físicas y Naturales de Lima (1938);
    Comendador d. Ordens del Sol (1947);
    Herbario Augusto W., Universidad Nacional Agraria La Molina, Lima (1949);
    Colégio W., Lima (1976).

  • Werke

    W. Btrr. z. Samenanatomie der Nymphaeaceen, 1894 (Diss.);
    Btrr. z. Anatomie d. Kapselfrüchte, 1898 (Habil.schr.);
    Teilnachlässe: Iberoamerik. Inst. Berlin u. Botan. Mus. Berlin;
    Korr. im Field Mus., Chicago;
    botan. Slgg. u. a. in Berlin, Chicago, Genf, London, Lima, New York, Stockholm, Washington u. Wrocław.

  • Literatur

    |O. V. Núñez, in: Boletín de la Sociedad Peruana de Botánica 1, 1948, S. 32–34;
    M. Mularczyk, in: Prace Ogrodu Botanicznego Uniwersytetu Wrocławskiego 4, 1998, H. 1, S. 1–266;
    P. G. Anguilar Fernández, in: Revista Peruana de Biología 7, 2000, S. 93–102;
    G. Wolff, in: Jb. Preuß. Kulturbes. 37, 2001, S. 339–43.

  • Porträts

    |Photogrr. (Botan. Mus. Berlin, Porträtslg.;
    Ibero-Amerik. Inst. Preuß. Kulturbes., Berlin).

  • Autor/in

    Hans-Walter Lack
  • Zitierweise

    Lack, Hans-Walter, "Weberbauer, August" in: Neue Deutsche Biographie 27 (2020), S. 516 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz139422.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA