Lebensdaten
1896 – 1972
Geburtsort
Topfseifersdorf (Sächsisches Erzgebirge)
Sterbeort
Kälberbronn (Schwarzwald)
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117416916 | OGND | VIAF: 52466637
Namensvarianten
  • Vieweg, Gotthold Richard
  • Vieweg, Richard
  • Vieweg, Gotthold Richard

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Vieweg, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117416916.html [27.01.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1854–1923), luth. Pfarrer;
    M Johanna Francke;
    Ur-Gvv Heinrich August (* 1781), Dr. med., Leibarzt d. Ks. Alexander v. Rußland;
    1) Hosterwitz b. Dresden 1922 Margarete, T d. Heinrich Ullrich, Dr. med., Sanitätsrat, u. d. Johanna Schurig, 2) Ursula Pielsticker (1913–93, 1] N. N. Krug, 1940, Pilot), Dr.-Ing., Meteorol., Segelfliegerin (s. E. Probst, Königinnen d. Lüfte in Europa, 2010);
    1 S aus 1) Georg Heinrich (* 1923), 1 T aus 1) Angela Margarete (* 1933).

  • Biographie

    V. absolvierte seine Gymnasialzeit an der Fürstenschule in Meißen (Abitur 1914). Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg studierte er 1918–22 Physik und Mathematik an den Technischen Hochschulen Berlin und Dresden; 1922 schloß er das Studium mit der Prüfung für das höhere Lehramt ab. Ein Jahr später wurde V. mit der Arbeit „Über Kontaktpotentialdifferenzen zwischen im Vakuum geglühten Metallen?“ (in: Ann. d. Physik 74, 1924, S. 146–70) zum Dr. rer. techn. promoviert. Im selben Jahr trat er in die „Physikalisch-Technische Reichsanstalt“ (PTR) in Berlin-Charlottenburg ein und wurde dort 1927 als Nachfolger von Harald Schering (1880–1959) Leiter des Hochspannungslaboratoriums. 1935 folgte V. einem Ruf an die TH Darmstadt als Direktor des Instituts für Techn. Physik (Rekto 1946/47). Neben der Hochspannungstechnik galt sein Hauptforschungsinteresse den elektrischen Eigenschaften der Kunststoffe, hinzukamen Themen der elektrischen Feinmeß- und Regelungstechnik. Wissenschaftliche und organisatorische Leistungen sowie Erfahrungen als erfolgreicher Mitarbeiter der PTR begründeten 1949 V.s Berufung in das Kuratorium der als Nachfolgerin der PTR in Braunschweig entstandenen „Physikalisch-Technischen Bundesanstalt“ (PTB). Am 1. 10. 1951 trat V. die Nachfolge des ersten Nachkriegspräsidenten Wilhelm Kösters (1876–1950) an (Pensionierung 1961). Unter seiner Leitung wurden der Standort Braunschweig ausgebaut und die PTR in Berlin-Charlottenburg 1953 als „Institut Berlin“ in die PTB eingegliedert. Durch vielfältiges internationales Engagement, insbesondere in der International Electrotechnical Commission (IEC) und seit 1952 im Internationalen Komitee der Meterkonvention, half V. wesentlich mit, das Ansehen der dt. Wissenschaft nach dem 2. Weltkrieg wiederherzustellen. V., der über ausgezeichnete Fremdsprachenkenntnisse verfügte, erhielt für seine internationalen Aktivitäten viele hohe ausländische Auszeichnungen. Seiner Initiative ist die Wiederbelebung der Stiftung „Wernervon-Siemens-Ring“ 1952 zu verdanken. Auch die 1956 erfolgte Gründung der „Internationalen Organisation für das gesetzliche Meßwesen“ wurde wesentlich durch ihn befördert. Nach seiner Pensionierung kehrte er 1961 nach Darmstadt zurück und blieb der dortigen TH als Honorarprofessor verbunden.

    V.s wissenschaftlich-schriftstellerisches Werk umfaßt etwa 250 Publikationen aus den Bereichen der Technischen Physik und Elektrotechnik, insbesondere der Eigenschaften der elektrischen Isolierstoffe sowie der Grundlagen der Metrologie. Ein besonderes Anliegen war V. die Erforschung und Darstellung der kulturgeschichtlichen Bedeutung des Meßwesens.

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. Ak. d. Wiss. u. Lit. in Mainz (1953), d. Braunschweig. Wiss. Ges. (1953), d. kgl. span. Ak. d. Naturwiss. Madrid (1959) u. d. Ak. d. Wiss. Göttingen (1961);
    Dr.-Ing. E. h. (TH Darmstadt 1956);
    Präs. d. Internat. Komitees d. Meterkonvention (1960–64);
    Gr. BVK (1966);
    Mitgl. im Senat d. DFG, im Stifterverband f. d. Dt. Wiss.;
    Präs. d. Verbandes techn. wiss. Ver.;
    R.-V.-Ehrenmedaille d. VDI-Ges. Kunststofftechnik (seit 1978).

  • Werke

    W Ein Meßkondensator f. Höchstspannungen, in: Zs. f. techn. Physik 9, 1928, S. 442–45 (mit H. Schering);
    Elektrotechn. Isolierstoffe, 1937 (Hg.);
    Maß u. Messen in kulturgeschichtl. Sicht, 1962;
    Kunststoff-Hdb., seit 1963 (Hg.);
    Aus d. Kulturgesch. d. Waage, 1966 (Hg.).

  • Literatur

    L H. Moser, R. V. z. 70. Geb., in: ETZ 87, 1966, S. 281–84 (W-Verz.);
    U. Stille, Abhh. d. Braunschweig. wiss. Ges., XXIV, 1973/74, S. 164–68;
    J. Bortfeldt, W. Hauser u. H. Rechenberg, 100 J. Physikal.-Techn. Reichsanstalt/Bundesanstalt 1887–1987, 1987;
    D. Kind, Herausforderung Metrol., 2002;
    Göttinger Gel. (P);
    Stadtlex. Darmstadt (P);
    Pogg. VI– VIII; – Qu Archiv d. PTB Braunschweig.

  • Porträts

    P Photogrr. (PTB Braunschweig)

  • Autor/in

    Dieter Kind
  • Zitierweise

    Kind, Dieter, "Vieweg, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 807 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117416916.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA