Lebensdaten
gestorben 1423
Sterbeort
Nürnberg (?)
Beruf/Funktion
Patrizier in Nürnberg ; Bankier
Konfession
-
Namensvarianten
  • Valzner, Herdegen

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Zitierweise

Valzner, Herdegen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz135928.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Vielleicht aus Ministerialenfam. um Sulzbach;
    V Rüdiger;
    M Agnes;
    B Peter;
    1) (?) Mechthild v. Streitberg (?), 2) (?) 1403 Margarete ( 1449), T d. Jacob Waldstromer ( v. 1396) u. d. Gerhaus v. Streitberg ( 1428);
    S Herdegen (II.) ( 1427, ledig).

  • Leben

    V.s Geburtsjahr ist nicht bekannt. In den Nürnberger Bürgerbüchern treten 1306 ein Berht. de Valz (Berthold Valzner) und 1346 ein R. Faltzner (Rüdiger Valzner) als Bürgen auf. Beide sind wahrscheinlich miteinander verwandt. Rüdiger Valzner (um 1290–1364) wird heute als Ahnherr der Familie in Nürnberg angesehen. Er war mit Agnes Liesberger aus Bamberg verheiratet, die aus einer mit dem Nürnberger Ratsgeschlecht Groß verwandten Familie stammte. Rüdiger war zwischen 1345 und 1362 als Genannter Mitglied des Größeren Rats der Reichsstadt, im Eisen- und Kupferhandel tätig und im Raum Altdorf/Hersbruck reich begütert. Filiation oder Verwandtschaftsverhältnis zwischen V. und Rüdiger sind auch mit den neuesten Publikationen zum Nürnberger Patriziat (Peter Fleischmann) noch nicht ausreichend erforscht. Bei der Regelung von V.s Seelgerätstiftung im Nürnberger Heilig-Geist-Spital durch seine Witwe Margarete 1449 wurden bei der Ausrichtung der Seelmesse V.s Vater Rüdiger, Mutter Agnes und Bruder Peter ausdrücklich genannt. Letzterer dürfte mit jenem Peter Valzner identisch sein, der im Sept. 1398 (laut Fleischmann 1395) auf einer Handelsfahrt in „pawe“ (Pavia?) verstorben ist.

    V.s Vater oder Großvater sagten aus unbekannten Gründen ihr Nürnberger Bürgerrecht auf und übersiedelten nach Prag. Dort ist V. 1393 in den Einwohnerbüchern belegt. Er war Ratsherr und verwaltete die kgl. Kupferbergwerke in Kuttenberg und wohl auch die kgl. Münze, was auf engste Beziehungen zu Kg. Wenzel (böhm. Kg. 1363–1419) schließen läßt. Die Verbindungen zu Kg. Wenzel lockerte V. wohl schon vor dessen Absetzung als röm.-dt. König 1400 und siedelte nach Nürnberg über, wo er 1401 das Bürgerrecht annahm. Schon zuvor hatte er von Kg. Wenzel reiche Besitztümer und Privilegien in und um Nürnberg erhalten, darunter 1396 pfandweise die reichsstädtische Münze sowie 1398 das Privileg, selbst Goldmünzen schlagen zu dürfen. 1403 wurde V. Mitglied des Kleineren Rats und zwar sofort als Älterer Bürgermeister. 1405 stieß er wohl in den Kreis der Septemvirn vor, wo er in den ersten Belegen seit 1416 verzeichnet ist. 1403–20 war er – über Agnes Liesberger mit dem Spitalgründer Konrad Groß (um 1280–1356) verwandt – Pfleger des Heilig-Geist-Spitals. 1418 schied V. vermutlich aus privaten Gründen aus dem Kleineren Rat der Reichsstadt aus.

    V. gilt als einer der reichsten Nürnberger seiner Zeit. Er war Geldgeber der röm.-dt. Könige Wenzel (reg. 1376–1400), Ruprecht (reg. 1400–10) und Sigismund (reg. 1410–37). 1393 verpfändete Kg. Wenzel ihm die Burg Hiltpoltstein, 1395 die Veste Brunn – das Dorf samt dem Hof Netzstall kaufte er 1396 als Reichslehen von den Waldstromern – und 1397 die Zeidelweide im Nürnberger Wald. Ebenfalls 1397 erhielt V. als Pfand der Burggrafen Johann III. (um 1369–1420) und Friedrich VI. (1371–1440) von Nürnberg deren Honigeinkünfte zu Brunn und Netzstall. 1398 verpfändete ihm Hzg. Stephan III. von Bayern-Ingolstadt (um 1337?–1413) Schloß, Stadt und Amt Hersbruck, 1401 übertrug ihm Kg. Ruprecht Stadt und Hofmark Altdorf, 1405 kaufte er die Gleißhammermühle. An der Hammermühle in Lauf war er spätestens seit 1402 beteiligt.

    1390 hatte V. am Ostchor der Heilig-GeistKirche eine Allerheiligenkapelle gestiftet, 1406 gestattete ihm der Bischof von Bamberg, eine Schule im Nürnberger Heilig-Geist-Spital einzurichten. 1419 errichtete V. auf dem Moritzberg bei Leinburg eine Kapelle mit Bruderhaus, die dem Berg ihren Namen gab. V.s monumentales, aus rotem Marmor gestaltetes Tischgrabmal steht heute neben dem des Spitalstifters Konrad Groß in einer nördlich an den Kreuzigungshof des Heilig-GeistSpitals anschließenden Halle. Mit V. und seinem gleichnamigen Sohn starb das Geschlecht in Nürnberg aus.

  • Quellen

    Qu StadtA Nürnberg, Vorarbb. z. Nürnberger Urk.b., D 2 (Hl.-Geist-Spital).

  • Literatur

    L W. Schultheiß, Die Nürnberger Bürgerbücher I: Die Pergamentenen Neubürgerlisten 1302–1448, hg. v. StadtA Nürnberg, 1974;
    P. Fleischmann, Rat u. Patriziat in Nürnberg, 2008, S. 1153–55;
    Stadtlex. Nürnberg.

  • Portraits

    P Grabmal (Nürnberg, Kreuzigungshof d. Hl.-GeistSpitals)

  • Autor/in

    Michael Diefenbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Diefenbacher, Michael, "Valzner, Herdegen" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 708-709 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz135928.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA