Lebensdaten
1851 bis 1920
Geburtsort
Kaiserswerth bei Düsseldorf
Sterbeort
Remscheid (Bergisches Land)
Beruf/Funktion
Kupferschläger ; Unternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 189446099 | OGND | VIAF: 221217813
Namensvarianten
  • Vaillant, Johann Friedrich
  • Vaillant, Johann
  • Vaillant, Johann Friedrich

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Zitierweise

Vaillant, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd189446099.html [06.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus im 18. Jh. aus d. Franche Comté n. Kalkar/Niederrhein eingewanderter Fam.;
    V Franz Theodor ( 1854?), Schneidermeister;
    M Maria Goetzen;
    9 ältere Geschw; Remscheid 1876 Auguste (1857–1921), T d. Peter Röttger, Kleinschmied in R., u. d. Auguste Hilverkus;
    9 S (1 früh †) Franz (1878–1933, Maria Klaas), Karl (1879–1937), beide leiteten etwa seit 1920 d. väterl. Fa., Paul (* 1882), Max August (1883–1929), Friedrich (* 1887), Erich Gerhard (* 1890), Peter Paul (1892–1934), Josef (1896–1935), 7 T (3 früh †) Johanna (* 1881), Maria (* 1885), Gertrud (* 1889), Therese (1891–1905);
    E Hans (1904–78), Bernhard, beide leiteten etwa 1937–41 d. elterl. Fa., Augusta (* 1906, Hans Globke, 1898–1973, Jur., Min.rat im Reichsinnenmin., Mitvf. d. „Kommentars z. dt. Rassengesetzgebung“, 1936, 1953–63 Min.dir. u. Staatssekr. im Bundeskanzleramt).

  • Leben

    V. ging nach einer vierjährigen Lehre bei Kupferschmied Konrad Kronenberg in Werden/Ruhr 1869 auf Wanderschaft und vervollständigte seine Fähigkeiten in verschiedenen Städten des Rheinlands. 1874 machte er sich in der aufstrebenden Industriestadt Remscheid mit einem Installationsgeschäft selbständig. Er beschäftigte sich, zunächst in bescheidenen Mieträumen, intensiv mit den technischen Möglichkeiten, die der Einsatz von Stadtgas als Beleuchtungs- und Heizenergie bot. Aufbauend auf den bislang mit festen Brennstoffen betriebenen Zentralheizkesseln und Badeöfen entwickelte er den|1894 patentierten „Gasbadeofen geschlossenen Systems“ (DRP 18788), bei dem das Brauchwasser, das innerhalb eines geschlossenen Rohrleitungssystems im Ofen floß, nicht mehr mit dem Heizgas in Berührung kam. Das in der Folge aufstrebende Unternehmen wechselte mehrfach den Standort, 1897 an den neuerbauten Hauptsitz in der Berghauser Str. 40. Seit 1899 verwendete V. den – aus der Osterausgabe einer illustrierten kath. Familienzeitschrift stammenden – „Hasen im Osterei“ als geschütztes Markenzeichen (Zeichenrolle b. Ksl. Patentamt Berlin, Nr. 41675). Er vertrieb die ständig weiterentwickelten stehenden und seit 1907 auch hängenden Gasöfen unter dem seit 1905 geschützten Namen „Geyser“ (Zeichenrolle b. Ksl. Patentamt Berlin, Nr. 76535). Zu Beginn des 20. Jh. expandierte das Unternehmen sehr rasch, in nahezu allen europ. Industrienationen wurde ein umfassendes Händlernetz und Lagersystem aufgebaut.

    Über das private und öffentliche Leben V.s ist kaum etwas überliefert. Demnach war er weder in politischen noch in wirtschaftlichen Institutionen organisiert. 1901–03 war er in Remscheid im Kirchenvorstand St. Suitbertus und 1904 Mitbegründer des Kirchbauvereins St. Josef (Baubeginn 1914). Zum Zeitpunkt seines Todes waren die beiden ältesten Söhne Franz und Karl bereits in der Unternehmensführung etabliert und setzten den erfolgreichen Kurs fort. Bis heute ist das Unternehmen in Familienbesitz und mit mehr als 12 000 Mitarbeitern in über 100 Ländern weltweit tätig.

  • Quellen

    Qu StadtA Remscheid; Untern.archiv d. Vaillant Group, Remscheid; kath. Kirchenarchiv Remscheid.

  • Literatur

    L Natur-Elemente im Dienste d. Kultur, 1949 (P);
    W. Koeck, Keine Angst v. morgen, Sonderausg. anläßl. d. 100j. Bestehens d. Firma Joh. Vaillant KG, Remscheid, 1974 (P)

  • Autor/in

    Jürgen Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Jürgen, "Vaillant, Johann" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 692-693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd189446099.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA