Lebensdaten
erwähnt 795, gestorben 799
Sterbeort
vor Tersatto bei Fiume
Beruf/Funktion
Markgraf von Friaul
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135911346 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erich

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Zitierweise

Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135911346.html [11.12.2018].

CC0

  • Leben

    E., aus Straßburg, edlem alemannischen Geschlecht entstammend, wurde von Karl dem Großen vornehmlich mit dem Schutz der Südostgrenzen seines Reiches betraut. Als dux oder comes Foroiuliensis, der auch die Grafschaft Ceneda verwaltete und eine Oberaufsicht über Istrien wahrgenommen zu haben scheint, unternahm er 795 einen gut vorbereiteten Angriff gegen die durch inneren Zwist geschwächten Awaren, ließ seine Leute zusammen mit Wonomyr, einem Fürsten der in loser Abhängigkeit gehaltenen (Karantaner-)Slawen, den Awaren-„Hringus“ erobern und den Großteil der dort seit alters angesammelten Schätze wegführen. Nachdem er 796 die Weiterführung des Awarenkrieges an Karls Sohn Pippin übergeben und die Beute in Aachen abgeliefert hatte, kämpfte er ab 797 gegen die unter byzantinischer Oberhoheit lebenden Slawen Liburniens und Dalmatiens. Nach größeren Erfolgen fiel er dabei durch Hinterhalt. – Sein Tod wird in vielen zeitgenössischen Quellen erwähnt. Paulinus von Aquileja, der früher schon ein „Buch der Ermahnung“ E. widmete, setzte ihm in einem Klagelied einen würdigen Nachruf, Einhard gedachte seiner noch später in der Vita Caroli, und Alcuin sandte wegen dieses Verlustes Trostschreiben an Karl den Großen und EB Arn von Salzburg. Das zeigt, daß E. auch enge Beziehungen zu den Männern der karolingischen Hofakademie, den Trägern einer weitgefaßten Bildungsreform, pflegte und somit nicht nur als tüchtiger Feldherr zu den angesehensten Persönlichkeiten des Reiches Karls gehörte.

  • Literatur

    ADB VI;
    A. Hofmeister, in: MIÖG, Erg.bd. VII, 1906, S. 266 ff.;
    P. Paschini, Storia del Friuli I, Udine 1935, S. 148 ff.;
    E. Hlawitschka, Franken, Alemannen, Bayern u. Burgunder in Italien (774–962), Diss. Freiburg/Br. 1956, S. 287 f. J. B. Ross, Two neglected paladins of Charlemagne, E. of Friuli and Gerold of Bavaria, in: Speculum 20, 1945, S. 212 ff.

  • Autor/in

    Eduard Hlawitschka
  • Empfohlene Zitierweise

    Hlawitschka, Eduard, "Erich" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 586 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135911346.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Erich, Markgraf zu Friaul, 788—799. Nur wenige dürftige Nachrichten verbreiten über das Leben dieses Mannes einiges Licht, was um so mehr zu bedauern ist, als diese Nachrichten ihn als eine der hervorragendsten Persönlichkeiten im Reiche Karls d. Gr., als einen der gewaltigsten Kriegshelden seiner Zeit darstellen. Er erscheint gegen Ende des achten Jahrhunderts in einem ausgedehnten Wirkungskreise, als Vorsteher des südlichen Theiles des großen pannonischen Grenzgebietes, der damals, und zwar wol zuerst unter E., mit dem alten Herzogthumssprengel von Friaul verbunden wurde, woher auch der Titel; eine Verbindung, die schon 822 sich wieder löste. Dieser Stellung entsprechend lag der Schwerpunkt von Erichs Thätigkeit in dem Kampfe gegen die Avaren, deren Reich damals durch innere Spaltung dem Verfall entgegenreifte. Den ersten großen und zugleich entscheidenden Schlag führte E. gegen sie im Anfang des J. 796. In Verbindung mit dem Karantanenherzog Woinimir drang er von Süden her in das Avarenland ein und zerstörte ihren Hauptring und Königssitz: unermeßliche Beute und die bald darauf erfolgende Unterwerfung der Feinde waren die Früchte dieses Sieges. Von da an scheint E. sich mehr mit der Bekämpfung der unter byzantinischer Oberhoheit befindlichen Bewohner von Liburnien und Dalmatien befaßt zu haben: sein erster Feldzug dorthin fällt vermuthlich in das Jahr 797. Aber schon zwei Jahre später wurde hier seiner ruhmreichen Laufbahn ein Ziel gesetzt: bei der Belagerung von Tersato n. ö. von Fiume fiel er durch hinterlistigen Anschlag von Seite der Belagerten. Gerade jetzt tritt aber die Bedeutung Erichs am meisten zu Tage, indem Männer wie Alkuin und Paulinus von Aquileja, die schon vorher in freundschaftlichem Verkehr mit ihm standen, sich in lauten Klagen über diesen jähen Unglücksfall ergehen; an Karl d. Gr. wie an den Erzbischof Arno von Salzburg hat Alkuin Briefe deshalb gerichtet, während Paulinus in einem Gedicht seinem Schmerz Ausdruck|lieh und E. nicht nur als Kriegshelden, sondern auch als Vater der Armen und als Wohlthäter der Kirchen pries.

    • Literatur

      Vgl. M. Büdinger, Oesterreichische Geschichte. Bd. I.

  • Autor/in

    Henner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Henner, Theodor, "Erich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 204-205 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135911346.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA