Lebensdaten
1898 bis 1945
Geburtsort
Dorpat
Sterbeort
Agram
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118682253 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Erdmann, Karl

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Zitierweise

Erdmann, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118682253.html [23.07.2017].

CC0

Erdmann, Carl

Historiker, * 27.11.1898 Dorpat, 3.3.1945 Agram. (lutherisch)

  • Genealogie

    V Karl (1841–98), Prof. für Privatrecht in Dorpat (s. ADB 55), S des Joh. Jul. Frdr. (1809–58), Prof. der Med. in Dorpat (s. BLÄ); M Veronica, T des Konsistorialrats Eduard Neander; Ov Eduard s. (1); Vt Eduard (1896–1958), Pianist, Komponist (s. MGG); ledig.

  • Leben

    Da der Vater vor E.s Geburt gestorben war, siedelte seine Mutter mit ihm wenige Jahre später nach Blankenburg (Harz) über. 1916 begann er in Berlin mit dem Studium der Theologie, brach es aber kurz vor dem Abschlußexamen ab. Ausschlaggebend für seine Entwicklung zum Historiker war der Besuch der Vorlesungen und Übungen von P. Joachimsen in München im Sommersemester 1920. 1921 ging er für drei Jahre als Hauslehrer nach Lissabon und erwarb sich dort eine gründliche Kenntnis des Landes und seiner Sprache. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland promovierte er 1925 in Würzburg und wurde 1926 von P. Kehr mit der Sammlung der Papsturkunden in Portugal beauftragt. Nach Abschluß dieser Arbeit trat er noch im gleichen Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Preußische Historische Institut in Rom ein, wo er neben anderen Arbeiten den Grund für sein Buch „Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens“ (= Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte 6, 1935) legte, mit dessen erster Hälfte er sich 1932 in Berlin habilitierte. 1934 wurde er Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae Historica in der Abteilung Epistolae. Infolge seiner kompromißlosen Gegnerschaft zum Nationalsozialismus verlor E. 1936 die Venia legendi und beschränkte sich von da an auf seine editorischen Aufgaben im Rahmen der Monumenta. 1943 zum Wehrdienst einberufen, kam er 1944 als Dolmetscher nach Albanien, er starb auf dem Rückzug durch Jugoslawien. E.s Bedeutung liegt in seiner Tätigkeit als Editor mittelalterlicher Quellen, doch haben viele seiner Publikationen, besonders das Werk über die Entstehung des Kreuzzugsgedankens, bewiesen, daß er auch als Geschichtsschreiber über hohe Qualitäten verfügte. Beides ließ ihn zu einem der hervorragendsten Vertreter der Mediävistik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden.

  • Werke

    Weitere W Papsturkk. in Portugal, in: Abhh. d. Ak. d. Wiss. in Göttingen, Phil.-hist. Kl. 20, 3, 1927; Das Papsttum u. Portugal im ersten Jh. d. portugies. Gesch., in: Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss. zu Berlin, phil.-hist. Kl., 1928, H. 5; Die Briefe Meinhards v. Bamberg, in: NA 49, 1931/32, S. 332-431; Ausgew. Briefe aus d. Salierzeit, = Texte z. Kulturgesch. d. MA 7, 1933; Die Briefe Heinrichs IV., = MG, Dt. MA 1, 1937; Stud. z. Brieflit. Dtld.s im XI. Jh., = Schrr. d. Reichsinst. f. ältere dt. Gesch.-F 1, 1938; Briefslgg., in: Wattenbach-Holtzmann I, S. 415-42; F z. pol. Ideenwelt d. Früh-MA, Aus d. Nachlaß d. Vf. hrsg. v. F. Baethgen, 1951 (W-Verz., Biogr.). – Bearbeiter (mit N. Fickermann): Briefslgg. d. Zeit Heinrichs IV., = MG, Die Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 1950.

  • Autor

    Gottfried Opitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Opitz, Gottfried, "Erdmann, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 570 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118682253.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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