Lebensdaten
gestorben 1186
Beruf/Funktion
Bischof von Naumburg
Konfession
-
Normdaten
GND: 114398305X | OGND | VIAF: 3151051847533530005
Namensvarianten
  • Udo II.
  • Udo II. von Naumburg
  • Udo von Veldenz
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Udo II. von Veldenz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd114398305X.html [29.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gerlach I., Gf. v. Veldenz ( n. 1146);
    M Cäcilie ( 1141), T d. Ludwig II. (gen. der Springer), Gf. v. Schauenburg (Thür.) ( 1123), Herr auf d. Neuenburg über Freyburg/Unstrut (s. NDB 15), u. d. Adelheid v. Stade ( 1110);
    Om Ludwig I., Lgf. v. Thür. ( 1140, s. NDB 15), Udo I. v. Thür., Bf. v. Naumburg (s. NDB 26).

  • Leben

    Wie es zur Ehe zwischen Gf. Gerlach von Veldenz/Mosel b. Bernkastel und der Ludowingerin Cäcilie kam, ist unbekannt. U. war jedenfalls durch seine Mutter in Mitteldeutschland verankert und erlangte in der Amtszeit seines Onkels Bf. Udo I. von Naumburg eine|Pfründe im Kollegiatstift Zeitz; diesem stand er 1140–59 als Propst vor. Zur Verwandtschaft gehörte auch Wichmann v. Seeburg, der 1149–54 als Bischof von Naumburg amtiert hatte, bevor er 1152/54–92 den Magdeburger Erzbischofsstuhl übernahm. Wahl und Weihe U.s zum Bischof von Naumburg fanden vor dem 2. 10. 1162 statt.

    Im Reichsdienst erscheint U. als Naumburger Bischof zwischen 1162 und 1183 häufig; insbesondere nahm er jährlich an den Hoftagen Friedrich Barbarossas (wohl 1122–90) in Mitteldeutschland teil. U. gehörte zu den Gegnern Hzg. Heinrichs des Löwen (wohl 1129/30–1195) in Ostsachsen. Im Gefolge Barbarossas und in Begleitung Ebf. Wichmanns nahm U. zudem am zweiten Italienzug des Stauferkaisers und an der Synode von SaintJean-de-Losne in Burgund 1162 teil sowie am vierten und fünften Italienzug 1167 und 1174 (u. a. bei der Belagerung von Alessandria). Im alexandrinischen Schisma dürfte U. auf der Seite des ksl. Papstes Viktor IV. gestanden haben. Mit anderen dt. Bischöfen war U. 1179 auf dem I. Laterankonzil anwesend.

    Aus seiner Amtszeit als Bischof sind 28 Urkunden überliefert, die v. a. die vielfältigen Güter- und Rechtsverhältnisse der Klöster und Stifte in der Diözese betreffen, darunter auch vier Urkunden für das Zisterzienserkloster Pforte, von denen allerdings zwei gefälscht sind. Hervorhebung verdient ein größerer Tausch 1164 von Gütern in Franken zwischen dem Hochstift Naumburg und dem Prämonstratenserstift Oberzell (Bistum Würzburg). 1172 weihte U. das Augustiner-Chorherrenstift St. Marien auf dem Berge in Altenburg, das er im Zusammenwirken mit Ks. Friedrich I. in dem von den Staufern verwalteten Pleißenland gegründet hatte. Die ksl. Bestätigung der Gründung eines weiteren Chorherrenstifts in Aue im Erzgebirge hat U. 1173 unter ausdrücklichem Verweis auf die Diözesanzugehörigkeit mitbezeugt.

    Der Naumburger Dom wurde in der Amtszeit U.s um eine Ostkrypta erweitert, die heute als einziger Teil des alten frühromanischen Doms erhalten ist. Ob U., der hochbetagt starb, im Naumburger Dom bestattet wurde, ist unsicher. Sein Jahrgedächtnis wurde in der Domkirche und im Moritzkloster (dafür hatte er 1166 eine Stiftung errichtet) in Naumburg sowie im Kollegiatstift Zeitz begangen. Aus U.s Amtszeit als Bischof ist ein Siegeltypar bekannt; auch zwei Brakteatenprägungen sind überliefert.

  • Quellen

    Qu Urk.b. d. Hochstifts Naumburg, T. 1 (967–1207), bearb. v. F. Rosenfeld, 1925; Altenburger Urk.b. (976–1350), bearb. v. H. Patze, 1955; J. F. Böhmer, Regg. Imperii IV/2: Die Regg. d. Ks.reiches unter Friedrich I. 1152 (1122)–1190, neubearb. v. F. Opll, 1980–2011.

  • Literatur

    L W. Schlesinger, KGesch. Sachsens im MA, II, 21983;
    A. Plassmann, Die Struktur d. Hofes unter Friedrich I. Barbarossa n. d. dt. Zeugen seiner Urkk., 1998;
    H. Wiessner, Das Bm. Naumburg 1,2, Germania Sacra, NF 35, 1,2, 1998, S. 779–85.

  • Autor/in

    Enno Bünz
  • Empfohlene Zitierweise

    Bünz, Enno, "Udo II. von Veldenz" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 516-517 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd114398305X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA