Lebensdaten
1886 - 1956
Geburtsort
Riesbach bei Zürich
Sterbeort
Oakland (Kalifornien)
Beruf/Funktion
Astronom ; Professor in Berkeley
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 1059876167 | OGND | VIAF: 110273629
Namensvarianten
  • Trümpler, Robert Julius
  • Trumpler, Robert (seit 1921)
  • Trümpler, Robert
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Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Trümpler, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1059876167.html [04.08.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus seit d. 14. Jh. in Rüschlikon u. Z. erwähnter Fam.;
    V Ernst (1853–1933), Kaufm., Fabr., Leiter d. Fa. Trümpler & Söhne in Oberruster, Präs. d. Inkasso- u. Effektenbank in Z., S d. Gustav (1818–1914), Kaufm., Fabrikbes. in Z., u. d. Gritli Pestalozzi (1823–1918);
    M Luise Hurter (* 1859), aus Bradford (England);
    Ur-Gvv Jean Jacques (Hans Jakob) (1768–1845), Kaufm. in Genua, Marseille u. Z., Spinnereiu. Webereibes., Gründer d. Baumwollhandelsfirma Trümpler & Gysi in Z. (s. HLS);
    5 B Alfred (1884–1921), Dr. sc. nat., Chemiker, Doz. an d. ETH Zürich, Willy (Wilhelm) (* 1885), Dipl.-Ing. in Easton (Pennsylvania, USA), Hermann (* 1889), Kaufm., Paul (* 1891), Fabr., Eduard (* 1896), Fabr., Leiter d. Baumwollspinnerei Trümpler & Söhne in Oberruster, 4 Schw Mathilde (* 1888), Diakonisse, Luise (* 1892, ⚭ Johann Friedrich Koeninger, * 1894, Konditor in Brasilien), Klara (* 1894, François Louis Vogel, * 1888, Pfarrer in Z.), Julie (1894, Reginald Bavington, * 1902, Pfarrer in Crydon (England);
    Bex 1916 Augusta (* 1888), T d. Eugène de La Harpe (1852–1925), aus Bordeaux, Dr. med., Arzt in Bex, dann in Lausanne, PD f. Balneol. u. Hydrotherapie in Genf, Vf. v. „Les Alpes valaisannes“, 1911, u. „Der schweizer. Jura“, um 1921, u. d. Elise Warnery (* 1862);
    2 S Robert (* 1923), Autotechniker, Alfred (* 1926), wohl in San José (Kalifornien, USA), 3 T Cécile Eliane Ramona (* 1918, ⚭ Harold Weaver, * 1917, aus San Jose, Ph. D., Prof. d. Astronomie in Berkeley, Kalifornien, s. American Men of Science), Margot (* 1920, 1] Ralph Donaldson Keeney, 1943, 2] Horace Albert|Howe, * 1922, Grammophon-Techniker), Prof. f. Ergotheraphie an d. Tufts Univ. in Medford u. Somerville b. Boston, Julie (* 1922, Robert Lowry Dobson, 1919–90, Ph. D., Arzt).

  • Leben

    Nach dem Abitur in Zürich als Klassenerster 1905 nahm T. kurzzeitig eine Tätigkeit bei einer Bank auf. Seit 1906 studierte er an den Universitäten Zürich und Göttingen, wo er 1910 mit „magna cum laude“ über ein Thema zur photographischen Positionsastronomie bei Leopold Ambronn (1854–1930) zum Dr. phil. promoviert wurde. 1911 begann T. seine Tätigkeit bei der Schweizer Geodätischen Kommission, für die er vier Jahre lang die geographischen Positionen schweizer. Observatorien bestimmte. In dieser Zeit interessierte er sich v. a. für die Eigenbewegungen der Objekte in offenen Sternhaufen. Bei der Tagung der „Astronomischen Gesellschaft“ 1913 in Göttingen lernte er u. a. den US-amerik. Astronomen Frank Schlesinger (1871–1943) kennen, der ihn an das von ihm geleitete Allegheny Observatory bei Pittsburgh (Pennsylvania) einlud. Bedingt durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs, reiste T. erst 1915 in die USA und begann dort mit vergleichenden Studien an offenen Sternhaufen. 1919 wechselte er als Fellow auf Einladung von William Wallace Campbell (1862–1938) zum Lick Observatory unweit San Jose (Kalifornien), wo ihm mit dem Lick-Refraktor eines der damals größten Teleskope der Welt zur Verfügung stand. Nach Anstellungen als Assistant Astronomer (1920) und Associate Astronomer (1926) wurde er 1929 als Astronom beschäftigt (1921 amerik. Staatsbürger). 1938 wechselte T. als Professor für Astronomie an die Univ. of California nach Berkeley. Nach seiner Pensionierung 1951 siedelte er nach Rio del Mar (Kalifornien) um.

    Gemeinsam mit Campbell untersuchte T. anläßlich einer totalen Sonnenfinsternis 1922 in Australien die Lichtablenkung im Schwerefeld der Sonne. Die Ergebnisse lieferten auf der Grundlage von wesentlich mehr Positionsmessungen als bei früheren Untersuchungen eine perfekte Übereinstimmung mit den Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie von Albert Einstein. Während der Marsopposition 1924 beobachtete er den roten Planeten und interpretierte einige der bereits von Giovanni Schiaparelli 1877 gesehenen „canali“ als durch Vulkanismus verursachte Bruchlinien. Erst Photographien aus nächster Nähe 1972 von der Raumsonde Mariner 9 bestätigten diese Vermutung.

    Zu T.s bedeutendsten Arbeiten zählen zwei 1925 bzw. 1930 publizierte Studien über galaktische Sternhaufen. In der ersten Arbeit konnte er zeigen, daß sich offene Sternhaufen hinsichtlich der in ihnen enthaltenen Sterntypen erheblich voneinander unterscheiden. Während in einigen Haufen massereiche heiße blaue Sterne dominieren und gelbe sowie rote Riesensterne völlig fehlen, fand er bei anderen Haufen ausschließlich gelbe und rote Riesen. Dieser Befund wurde in den 1950er Jahren durch die Erkenntnis bestätigt, daß die Sterne je nach ihren Ausgangsmassen unterschiedlich schnelle Entwicklungswege durchlaufen. In der Arbeit von 1930 wies T. anhand der Untersuchung von 334 Sternhaufen (Trumpler Catalogue) nach, daß bestimmte Haufen annähernd gleiche Durchmesser haben, so daß sich aus ihren scheinbaren Durchmessern die Entfernungen ableiten lassen. Die zu erwartende Abnahme der scheinbaren Helligkeiten solcher Haufen mit ihrer Entfernung lieferte aber stets zu große Werte. Daraus schloß T. auf eine Absorption des Lichtes durch interstellare Materie, deren Existenz man bis dahin nur vermutet hatte. Diese Arbeit trug wesentlich dazu bei, die wahre Dimension der Galaxis, die Distanzen extragalaktischer Objekte und somit das Alter des Universums zu bestimmen. Sie diente Hendrik C. van de Hulst 1949 als Grundlage für seine Untersuchungen zu den Eigenschaften des interstellaren kosmischen Staubes. 1953 verfaßte T. gemeinsam mit Harold F. Weaver das Lehrbuch „Statistical Astronomy“ ( 2 1962).

  • Auszeichnungen

    A Fellow d. American Ac. of Arts and Sciences; Mitgl. d. Internat. Astronomical Union u. d. Nat. Ac. of Sciences d. USA (1932); Präs. d. Astronomical Soc. of the Pacific (1932, 1949); – Robert J. Trumpler Award d. Astronomical Soc. of the Pacific (seit 1974); Benennung v. Kratern auf d. Mond u. auf d. Mars (1973).

  • Werke

    W Observations on the Deflection of Light in Passing Through the Sun’s Gravitational Field, Made During the Total Solar Eclipse of Sept. 21, 1922, in: Lick Observatory Bull. 11, 1923, S. 41–54 (mit W. W. Campbell);
    Preliminary Results on the Distances, Dimensions, and Distribution of Open Clusters, ebd. 14, 1930, S. 154–88;
    Comparison and Classification of Star Clusters, in: Publ. of the Allegheny Observatory, Univ. of Pittsburgh 6, 1922, S. 45–74.

  • Literatur

    L H. F. u. P. Weaver, in: Publ. of the Astronomical Soc. of the Pacific 69, 1957, S. 304–07 (P);
    H. F. Weaver, in: Nat. Ac. of Sciences, Biogr. Memoirs 78, 2000, S. 276–97 (unvollst. W-Verz., P);
    K. Haramundanis, in: Biogr. Enc. of Astronomers, hg. v. Th. Hockey u. a., Bd. 2, 2007;
    Biogr. Enc. of Scientists, hg. v. J. Daintith, 3 2009;
    Complete DSB;
    Pogg. V–VII a;
    HLS;
    zur Fam.: E. Usteri, Die Familien T. v. Rüschlikon, Küsnacht u. Zürich, 1952, S. 111–207.

  • Portraits

    P Zeichnung (?), anon., Abb. in: H. F. Weaver (s. L).

  • Autor/in

    Dieter B. Herrmann,
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrmann, Dieter B., "Trümpler, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 464-465 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1059876167.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA