Lebensdaten
1810 – 1882
Geburtsort
Spandau bei Berlin
Sterbeort
Poppelsdorf bei Bonn
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117423300 | OGND | VIAF: 35233712
Namensvarianten
  • Troschel, Franz H.
  • Troschel, Franz Hermann
  • Troschel, Franz H.
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Troschel, Franz Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117423300.html [30.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Arnold, Assessor b. Stadtger. in Sp., 1812 JR u. Amtmann in Rheinsberg;
    M Henriette Classe;
    11 jüngere Geschw u. a. B Hugo (1816–82), Kupferstecher u. Zeichenlehrer in Berlin (s. ThB);
    Berlin 1844 Maria (1817–91), aus Berlin, T d. Ernst Ludwig Blumberg, Kaufm., Brauereibes. in Berlin, u. d. Louise Nowack;
    1 S Franz Paul (1849–1901), Kaufm. in Hamburg, 2 T Martha Louise Henriette (1847–91), Elisabeth Anna Franzisca (1856–1937).

  • Biographie

    T. wuchs in Rheinsberg auf, erhielt Unterricht von einem Hauslehrer und besuchte anschließend Schulen in Neuruppin und Berlin. Nach dem Abitur 1831 studierte er an der Univ. Berlin Mathematik und Naturwissenschaften, wobei er in dem Zoologen Arend Friedrich August Wiegmann (1802–41) einen einflußreichen Lehrer fand. T. wurde 1834 mit einer Dissertation über Lungenschnecken zum Dr. phil. promoviert. Anschließend unterrichtete er bis 1849 als Lehrer an der Königsstädtischen Höheren Bürgerschule in Berlin. Darüber hinaus war er am Berliner Zoologischen Museum tätig und wurde 1843 Kustos unter Martin Hinrich Lichtenstein (1780–1857). In dieser Zeit entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Physiologen und Anatomen Johannes Peter Müller (1801–58). T. habilitierte sich 1844 an der Univ. Berlin und hielt dort seit 1845 Kollegien ab. 1849 zum Nachfolger Georg August Goldfuß’ (1782–1848) als ao. Professor der Zoologie und Mitdirektor des Naturhistorischen Museums an die Univ. Bonn berufen, wurde er 1851 zum o. Professor der Zoologie und der allgemeinen Naturgeschichte (Dekan 1854/55 u. 1862/63, Rektor 1860/61) und 1866 zum Lehrer für Zoologie an der Landwirtschaftlichen Akademie Poppelsdorf ernannt. Als Nachfolger Johann Jacob Noeggeraths (1788–1877) übernahm er 1872 das Direktorium des Museums.

    Das von Wiegmann übernommene „Handbuch der Zoologie“ gab T. 1843 mit Johann Friedrich Ruthe (1788–1859) erneut heraus ( ⁶1864 u. ⁷1871 ausschließl. v. T. bearb.). Es entwickelte sich zu einem Standardwerk in der zoologischen Ausbildung. 1849 bis 1881/82 führte er das „Archiv für Naturgeschichte“ als Herausgeber fort. T.s zahlreiche Publikationen behandeln eine Vielzahl von Organismengruppen sowohl der heimischen Fauna als auch ferner Länder. Eigene Forschungsexpeditionen führten T. u. a. 1853 mit Müller nach Messina. Grundlegend für seine Werke war ein systematisch-klassifikatorischer Ansatz, nicht selten begleitet von ausführlichen vergleichend-anatomischen Betrachtungen. Doch übernahm er auch die Bearbeitung diverser Aufsammlungen aus Übersee (u. a. Guyana, Mexiko, USA), die an das Museum in Berlin bzw. später in Bonn übergeben wurden. Neben Seesternen, Fischen, Amphibien und Reptilien waren seit seiner Dissertation die Weichtiere (v. a. Schnecken) bevorzugte Forschungsobjekte. Seine ausführlichen Pionierstudien zur systematischen Verwertbarkeit der Raspelzunge (Radula) der Mollusken gelten als wegbereitend auf diesem Gebiet und werden bis heute zitiert. Neben Arbeiten zu rezenten Organismen lieferte er zahlreiche Beiträge zur Paläontologie. Zu T.s Schülern zählen u. a. Wilhelm Meigen (1827–1912) und Philipp Bertkau (1849–94).

  • Auszeichnungen

    A u. a. Mitgl. d. Niederrhein. Ges. f. Natur- u. Heilkde. in Bonn (1849), d. Naturhist. Ver. d. preuß. Rheinlande u. Westfalens in Bonn (1849), d. Bonner Verschönerungsver. u. d. Leopoldina (1851);
    |Foreign Member of the Zoological Soc. of London (1860);
    Correspondent of the Conchological Section of the Ac. of Natural Sciences of Philadelphia (1867);
    Gründungsmitgl. d. Dt. Malakozoolog. Ges. (1868);
    preuß. Roter Adler-Orden 4. Kl. (1868);
    Geh. Reg.rat (1876);
    Gedenkstein im Melbtal in Bonn-Poppelsdorf (1884);
    T.-Str. in Bonn-Poppelsdorf (vor 1905).

  • Werke

    Weitere W u. a. System d. Asteriden, 1842 (mit J. Müller);
    Horae ichthyologicae, Beschreibung u. Abb. neuer Fische, 1845–49 (mit dems.);
    Das Gebiss d. Schnecken z. Begründung e. natürl. Classification, Bd. 1, 1856–63, Bd. 2, 1866–93 (nach T.s Tod fortges. v. J. Thiele);
    An thier. Resten sind bisher aufgefunden worden, in: Geognost. Führer in d. Siebengebirge am Rhein, hg. v. H. v. Dechen, 1861, S. 321–40;
    Nachlaß: StadtA Bonn;
    Archiv d. Berlin-Brandenburg. Ak. d. Wiss.

  • Literatur

    L H. v. Dechen, in: Corr.bl. d. naturhist. Ver. d. preuss. Rheinlande u. Westfalens 1, 1883, S. 35–54 (W-Verz.);
    H. Wagner, Der Bonner Verschönerungsver., seine Gründung u. Tätigkeit unter F. H. T., in: Bonner Gesch.bll. 28, 1976, S. 139–66 (P);
    M. Lambertz, F. H. T. als Herpetologe unter bes. Berücksichtigung seiner Btrr. z. Kenntnis d. neotrop. Fauna, in: A. Kwet u. M. Niekisch (Hg.), Die Entdeckung d. neotrop. Herpetofauna, Dt.sprachige Forscher in Süd- u. Mittelamerika (in Vorbereitung) (P).

  • Porträts

    P Photogr. v. E. Koch (Mus. f. Naturkde. Berlin, Hist. Bild- u. Schriftgutslgg.)

  • Autor/in

    Markus Lambertz
  • Zitierweise

    Lambertz, Markus, "Troschel, Franz Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 454-455 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117423300.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA