Lebensdaten
1852 bis 1931
Geburtsort
Helmstedt
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Ingenieur ; Konstrukteur ; Fabrikdirektor
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128965770 | OGND | VIAF: 55213579
Namensvarianten
  • Trinks, Franz

Literatur(nachweise)

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Zitierweise

Trinks, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128965770.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Caspar (1823–92), Mechaniker, Uhrmacher u. Photogr. in H.;
    M Henriette (1817–58, jüd., seit 1847 kath.), Putzmacherin, T d. Levi Salomon (1785–1850) u. d. Rebecka Meier-Bacharach (1782–1855);
    Om Hermann Salomon (* 1824, jüd., seit 1861 luth.), Arzt, Badearzt im Clarabad, 1855 Vorsteher d. jüd. Gde. in H.;
    3 B (1 früh †) Hugo (* 1847), Heinrich (1857–97), 2 Schw (1 früh †) Friederike (* 1855);
    Hannover 1877 Therese Uhde (1849–1919), aus Hannover, T e. hann. Hofbäckers;
    1 S Kurt (1882–1958), 1932–33 u. 1945–50 Präs. d. Landger. in B. (s. L), 1 T Magdalene (1878–1963).

  • Leben

    T. besuchte das Gymnasium in Helmstedt. Nach dem Abitur machte er eine kaufmännische Ausbildung an der Handelsakademie Hildesheim und studierte anschließend Maschinenbau an der TH Hannover. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer am Technikum in Rinteln und ein halbes Jahr in der Maschinenfabrik Dippe in Schladen am Harz. Am 1. 8. 1883 übernahm T. als Nachfolger des verstorbenen Firmengründers Carl Grimme (1836–83) die Position eines Betriebsdirektors und die technische Leitung bei der Braunschweiger Firma „Grimme, Natalis und Co.“, die Nähmaschinen und Gießereierzeugnisse herstellte. Seit April 1884 war er neben dem Firmengründer Albert Natalis (1831– 1904) persönlich haftender Gesellschafter, was er bis zur Umwandlung des Betriebs in eine Aktiengesellschaft 1921 blieb. Mit Natalis beteiligte sich T. 1883 an der Wiederbegründung des Braunschweiger Bezirksvereins Dt. Ingenieure und an der Bildung der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik, die 1885 ihre Arbeit aufnahm. 1892 wurden der Firma, die seit den 1880er Jahren auch Öfen, Herde, Gaskocher etc. produzierte, die Herstellungs- und Vertriebsrechte an der patentierten Rechenmaschine des Schweden Willgodt Theophil Odhner (1845–1905) angeboten. Gegen breite Widerstände übernahm T. die Herstellungsrechte unter dem Namen Brunsviga und die Rechte für den Vertrieb in Deutschland, Belgien und der Schweiz. Mit der Produktion begannen fortlaufende Verbesserungen der Maschine, die bald durch Patenterteilungen geschützt wurden. T. leistete einen großen Teil der Konstruktionsarbeit: So waren 1912 auf seinen Namen 89 dt. Reichspatente und 152 Auslandspatente ausgestellt; weitere Patente folgten. Seit 1912 wurden die Rechenmaschinen aus Braunschweig unter der Bezeichnung „TrinksBrunsviga“ vertrieben. Die erste mit Druckwerk versehene 4-Spezies-Rechenmaschine „Trinks Arithmotyp“ (1908) und die vielstellige, besonders für technisches und wissenschaftliches Rechnen geeignete Maschine „Trinks-Triplex“ (1912) basieren auf T.s Ideen. Seine Tätigkeit erstreckte sich auch auf die Konstruktion von Telegraphen- und Fernsprechtechnik, Additionsmaschinen und Registrierkassen. 1912 gründete T. ein Rechenmaschinenmuseum, in dem neben „Brunsviga“-Maschinen eine Vielzahl historischer Vorläufer und zeitgenössischer Konkurrenzmaschinen gesammelt wurden. Zum 1. 4. 1926 ging T. als Technischer Direktor in den Ruhestand und übernahm bis zu seinem Tod einen Sitz im Aufsichtsrat des Unternehmens.

  • Auszeichnungen

    A Dr.-Ing. E. h. (TH Braunschweig 1922); F.-Landger.-Str. in Braunschweig.

  • Werke

    |Die neue Rechenmaschine Brunsviga, in: VDIZs. 36, 1892, S. 1522 f.;
    Geschichtl. Daten aus d. Entwicklung d. Rechenmaschinen v. Pascal bis z. Nova-Brunsviga, in: GNC-Mschr. 7/8, 1927, S. 249–88 (P);
    zahlr. Patente 1900–30 u. a. in Dtld., Großbritannien, Schweiz, USA, z. B. DE 243348, US 1039614 (Landger. Arithmotyp).

  • Literatur

    L Grimme, Natalis & Co., 20 J. Rechenmaschinenfabrikation, 1912;
    50 J. Grimme, Natalis & Co., 1871–1921, in: Die Braunschweiger GNC-Mschr., 1921, H. 11, S. 671–79;
    Brunsviga-Maschinenwerke Grimme, Natalis & Co. A.G., ebd., 1927, H. 7/8, S. 249–88 (P);
    R. Haase, Brunsviga-Schutzrechte, ebd., Sonderausg. 1931, S. 32–35;
    N. N., Dr. F. T., Typoskript aus Brunsviga-Firmenarchiv, 1952, Braunschweig. Landesmus. (unveröff.);
    R. Schaper, Das Helmstedter Bürgerbuch, 1989, S. 1127;
    G. Biegel, 100 J. Brunsviga, in: Informationen u. Berr. d. Braunschweig. Landesmus. 1, 1992, S. 16–36;
    D. Zerfowski, Vor 120 J., F. T. übernimmt d. techn. Leitung b. Grimme, Natalis & Co., in: Hist. Bürowelt 67, 2004, S. 17 f.;
    H. Obenaus (Hg.), Hist. Hdb. d. Jüd. Gemeinden in Niedersachsen u. Bremen, Bd. 1/2, 2005, S. 40;
    J. Ramm, Brunsviga, Gehirn v. Stahl, Rechenmaschinen aus Braunschweig, 2008 (Begleith. z. Ausst. d. Braunschweig. Landesmus.); – zu Kurt:
    I. Wojak, Fritz Bauer 1903–68, 2011, S. 563 f.;
    Göppinger.

  • Portraits

    P Ölgem. v. E. Körner, 1923 (Braunschweig. Landesmus.).

  • Autor/in

    Jasmin Ramm-Ernst, Erhard Anthes
  • Empfohlene Zitierweise

    Ramm-Ernst, Jasmin; Anthes, Erhard, "Trinks, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 422-423 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128965770.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA