Lebensdaten
1817 bis 1902
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Geologe ; Paläontologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117406635 | OGND | VIAF: 20456673
Namensvarianten
  • Trautschold, Hermann ( bis etwa 1883)
  • Trautschold, Gustav Heinrich Ludwig Hermann
  • Trautschold, Hermann Adolf
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Zitierweise

Trautschold, Hermann von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117406635.html [20.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adolph T. (1783–1853), Bierbrauer, Kaufm. in B., S d. Johann (1748–89), aus Schlagenthin, u. d. Johanna Münnich (1753–1818), aus Randau/Elbe;
    M Wilhelmine Müller; Vorfahre Christian Trautzoldt (* 1634), aus S.;
    Urur-Gvv Johann Trautscholt (* 1672), aus Saalfeld/Saale;
    Ur-Gvv Gottfried Trautscholt (1707–66), aus Saalfeld, Ur-Gmv Charlotte v. Krostewitz (* 1710);
    Ur-Gr-Ov Anton Rudolf Trautschol(d)t (* 1708), Fleischhauer in Saalfeld (s. Gen. 1);
    B Wilhelm T. (1815–77), Porträt- u. Landschaftsmaler (s. ThB; Dict. of Art);
    um 1849 Rosalie (um 1815/16–1900), Gouvernante in Rußland, T d. Karl Wilhelm Weiß, Postmeister in Treuenbrietzen b. Potsdam, u. d. Wilhelmine Wendel; wohl kinderlos;
    N Manfred (* 1854), Genremaler (s. ThB); Verwandter Johann Friedrich T. (s. 1).

  • Leben

    Nach dem Besuch einer Elementarschule in Spandau und eines Gymnasiums in Berlin arbeitete T. als Lehrling in einer Apotheke in Charlottenburg, bevor er um 1840 ein Studium der Naturwissenschaften an der Univ. Berlin begann. Seine Lehrer waren Heinrich Rose (1795–1864), Heinrich Wilhelm Dove (1803–79), Gustav Magnus (1801–70), Eilhard Mitscherlich (1794–1863), Heinrich Friedrich Link (1767–1851) und Karl Sigismund Kunth (1788–1850). Nach einer botanischen Reise durch Spanien 1844/45 studierte T. Mineralogie und Kristallographie an der Univ. Gießen, wo er zugleich Assistent im Laboratorium von Justus Liebig (1803–73) war. 1847 beendete T. sein Studium in Gießen mit der Promotion zum Dr. phil. Danach unternahm er bis 1849 geologische Studienreisen durch Deutschland, Italien und Rußland; zeitweise war er Hauslehrer bei einem russ. Gutsbesitzer; 1849–57 leitete er eine private Bildungsanstalt in Preußen. 1857 begab sich T. auf eine geologische Reise nach Rußland, wo er zunächst als Hauslehrer blieb. Seit 1863 war er als Lektor für dt. Sprache an der Physikal.Math. und an der Med. Fakultät der Univ. Moskau tätig. 1868 erhielt er eine Dozentenstelle an der 1865 gegründeten Land- und Forstwirtschaftsakademie in Petrovsko-Razumovskoe bei Moskau. Um einen in Rußland anerkannten Hochschulabschluß zu erlangen, reichte T. 1869 an der Univ. Dorpat eine Magister- und 1871 eine Doktorarbeit ein. Nach der Promotion erhielt er 1871 an der Land- und Forstwirtschaftsakademie eine o. Professur für Mineralogie und Geologie. T. verließ Rußland nach seiner Emeritierung 1888, lebte bis 1894 in Breslau, dann in Freiberg und seit 1897 in Karlsruhe.

    T. erforschte Zentral-Rußland erstmals geologisch und paläontologisch, u. a. untersuchte er die Stratigraphie der Juraformationen um Moskau und an der mittleren Wolga vergleichend. Dabei förderte er im Moskauer Oberkarbon (Mjatschkowa) aufschlußreiches Material zu Tage. Seine sorgfältigen Beschreibungen von 250, bis dahin unbekannten Fossilienarten wurden von den nachfolgenden Wissenschaftlern hoch geschätzt. T.s Forschungen zur Paläontologie der Jura- und Kreide-Formation im europ. Teil Rußlands gelten als grundlegend. Ferner lieferte er paläontologische Beweise für die Richtigkeit der Darwinschen Evolutionstheorie. Von seinen Reisen durch Europa und insbesondere durch Rußland brachte T. umfangreiches Material mit; doch sind die Originale seiner wertvollen geologischen und paläontologischen Sammlungen kaum noch erhalten. Besonders rege wissenschaftliche Beziehungen unterhielt T. mit dem Geologen und Paläontologen Carl Ferdinand Roemer (1818–91) und seinem Nachfolger Aleksej Petrovič Pavlov (1854–1929).

  • Auszeichnungen

    A russ. Staatsrat (spätestens 1883); Wirkl. Staatsrat u. Exzellenz (1888/94); Mitgl. d. ksl. Ges. d. Naturforscher, Moskau (1858, Sekr. 1872–86, Ehrenmitgl. 1888), d. Leopoldina (1884), d. Schles. Ges. f. vaterländ. Kultur in Breslau (1888, Ehrenmitgl. 1894) u. d. Belg. Geolog. Ges.; Ehrenmitgl. d. Ural. Naturforscher-Ges. Jekaterinburg.

  • Werke

    W Der Moskauer Jura, verglichen mit d. Westeurop., in: Zs. d. Dt. geol. Ges. 13, 1861, S. 361–452;
    Rede z. Saekularfeier d. Geb. Alexander’s v. Humboldt gehalten d. 2/14 Sep. 1869, in: Bull. de la Société impériale des naturalistes de Moscou 42, 1869, Nr. 1, S. 200–09;
    Ueber Fischzähne d. Moskauer Jura, ebd. 55, 1880, S. 193–97;
    Ueber säculare Hebungen u. Senkungen d. Erdoberfläche, 1869 (Magisterarb.);
    Der Klin’sche Sandstein, 1871 (Diss.);
    Osnovy geologii, 3 Bde., 1872–77;
    Die Kalkbrüche v. Mjatschkowa, Eine Monogr. d. oberen Bergkalks, in: Nouveaux Mémoires de la Société impériale des naturalistes de Moscou 13, 1876, Nr. 4, S. 275–324, Nr. 5, S. 326–74 u. 14, 1879, Nr. 1, S. 1–82.

  • Literatur

    L N. Krischtafowitsch, in: Annuaire géologique et minéralogique de la Russie 6, 1903, Nr. 2–3, S. 71–79 (W-Verz., P);
    G. Marquardt, in: Achtzigster Jber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Kultur, 1903, S. 16–19 (W-Verz.);
    I. A. Starodubceva u. V. V. Mitta, German Adol’fovič Trautšol’d, in: Bjulleten’ Moskovskogo obščestva ispytatelej prirody 77, 2002, Nr. 6, S. 78–86 (P);
    German Trautšol’d i ego vklad v izučenie srednerusskoj jury, in: Novosti iz Geologičeskogo muzeja im. V. I. Vernadskogo RAN 2002, Nr. 10, S. 1–35 (W-Verz., P);
    Pogg. II-IV u. VII a;
    Dt. Apotheker-Biogr. II;
    Qu Ev. Landeskirchl. Archiv Berlin;
    Archiv d. Leopoldina, Halle;
    StadtA u. Hist. Museen Karlsruhe; – zur Fam.: Mitt. v. Joachim Trautschold.

  • Portraits

    P Photogr., o. J. (Archiv d. Leopoldina, Halle).

  • Autor/in

    Elena Roussanova
  • Empfohlene Zitierweise

    Roussanova, Elena, "Trautschold, Hermann von" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 373-374 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117406635.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA