Lebensdaten
1871 - 1946
Geburtsort
Sarstedt bei Hildesheim
Sterbeort
Gut Rixförde bei Hambühren bei Celle
Beruf/Funktion
Radrennfahrer ; Unternehmer
Konfession
-
Normdaten
GND: 1035160366 | OGND | VIAF: 301916453
Namensvarianten
  • Tischbein, Willy
  • Tischbein, Heinrich Ludwig Karl August William
  • Tischbein, William
  • mehr

Literatur(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Tischbein, William, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035160366.html [05.12.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Kaufm.;
    M Therese Liebau;
    1903 Martha Beplate;
    1 S Hans-Willy (* 1910), 2 T Mercedes (* 1904, Hans Bahlsen, 1901–59, Geschäftsführer d. H. Bahlsens Keksfabrik K. G., in Hannover, Dr.-Ing. E. h., s. Hann. Biogr. Lex., S d. Hermann Bahlsen, 1859–1919, Keksfabr., Großindustr., s. Niedersächs. Lb. VI, 1969, S. 92–107), Else Olga Martha (Ena) (1908–94, Otto-Wilhelm Erdmann, 1903–84, Kaufm.);
    E Christa Erdmann (* 1935, Friedrich Deichmann, 1920–81, Dr. med., Arzt).

  • Leben

    T. besuchte die Realschule der Franckeschen Stiftungen und die Handelsschule in Halle/Saale und absolvierte seit 1886 eine kaufmännische Lehre bei der Fa. Julius Herbst in Halle. 1888 wechselte er als Handlungsgehilfe zur Fa. F. A. Jordan in Magdeburg und 1893 zur „Continental-Caoutchouc- & Gutta-Percha-Compagnie“ in Hannover, die im Jahr zuvor als erstes dt. Unternehmen die Produktion von Luftreifen – zunächst für Fahrräder – aufgenommen hatte. T. übernahm die Verantwortung für dieses Produkt, mit dem er aus seiner sportlichen Laufbahn vertraut war. Er hatte noch in Halle mit dem Radsport begonnen, war seit 1886 Mitglied im „Hallischen Bicycle-Club“ und seit 1889 auch im Magdeburger „Velocipeden-Club“. Auf dem zu jener Zeit populären, das Hochrad verdrängenden Dreirad gewann er 1890 die preuß. Meisterschaft und 1891–93 die vom „Deutschen Radfahrer-Bund“ ausgerichteten nationalen Dreirad-Meisterschaften über die Ein- und Fünfkilometerstrecke, zudem wurde er 1892 engl. Meister über eine Meile, 1892 Vizeeuropameister und 1893 Europameister über die Distanz von fünf Kilometern. Er bestritt bis 1894 auch noch Niederradrennen und gewann 1900/01 einige der frühen Autorennen.

    Bei der Fa. Continental spielte T. eine Schlüsselrolle für die Etablierung eines frühen Sportmarketings. Er erhielt 1898 Prokura, wurde 1905 Direktor und 1907 Vorstandsmitglied für Vermarktung und kaufmännische Angelegenheiten neben Siegmund Seligmann (1853–1925), dem er nach dessen Tod als Generaldirektor nachfolgte. T. war maßgeblich für die Kartellierung der dt. Kautschukindustrie in den 1920er Jahren und die Konzentrationsbewegung der Branche 1927/28 verantwortlich, nach der das seit 1929 als „Continental Gummi-Werke AG“ firmierende Unternehmen durch Übernahme von Konkurrenten und einiger Spezialunternehmen mit mehr als zwei Drittel Marktanteil den dt. Markt dominierte und weltweit etabliert war. T. stärkte die Wettbewerbsposition der Continental durch Rationalisierungsmaßnahmen und Prämienlohn nach dem „Bedaux-System“, das er als Vorsitzender der „Deutschen Bedaux-Gesellschaft“ landesweit propagierte. Aufsichtsratsposten etwa bei der „Darmstädter und Nationalbank KGaA“ und Vorstandsposten in rund zwei Dutzend Verbänden und Organisationen – darunter dem „Reichsverband der Deutschen Industrie“, der „Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände“ und den nationalen Verbänden der Kautschuk-, der Gummireifen-, der Automobil- und der Fahrradindustrie – machten ihn zu einem der bestvernetzten dt. Unternehmer seiner Zeit.

    1930 stieg die Familie Opel als Großaktionär bei der Continental ein. Im Streit mit Aufsichtsratsmitglied Fritz v. Opel (1899–1971) und aus gesundheitlichen Gründen schied T. zum Jahresende 1934 aus dem Unternehmen aus und setzte sich auf dem 1916 gekauften Gut Rixförde bei Hambühren bei Celle zur Ruhe.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenbürger d. TH Hannover (1931);
    Vors. d. Reichsverbandes d. dt. Kautschuk-Ind.;
    Vors. d. Ver. dt. Gummireifen-Fabriken;
    stellv. Vor. d. Reichsverbandes d. Automobil-Ind. (Gründungsmitgl. 1901);
    Vorstandsmitgl. d. Ver. dt. Fahrrad-Industr. (1921).

  • Literatur

    L Sport-Album d. Radwelt 4, 1905, S. 65 f.;
    W. Treue, Gummi in Dtld., Die dt. Kautschukversorgung u. Gummi-Ind. im Rahmen weltwirtschaftl. Entwicklungen, 1955;
    H. Ch. Gf. v. Seherr-Thoss, Die dt. Automobilind., ²1979;
    P. Erker, Vom nat. z.|globalen Wettbewerb, Die dt. u. d. amerik. Reifenind. im 19. u. 20. Jh., 2005;
    Rhdb. (P);
    Hann. Biogr. Lex.; Magdeburger Biogr. Lex. (P)

  • Autor/in

    Alexander Engel
  • Empfohlene Zitierweise

    Engel, Alexander, "Tischbein, William" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 306-307 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035160366.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA