Lebensdaten
um 1480 bis 1519
Geburtsort
Enen (Luxemburg)
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Weihbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116478217 | OGND | VIAF: 61883348
Namensvarianten
  • Sculteti, Johann (eigentlich)
  • Schultheiß, Johann (eigentlich)
  • Enen, Johannes
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Orte

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Zitierweise

Enen, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116478217.html [27.10.2020].

CC0

  • Leben

    E. studierte an der Trierer Universität und wurde 1498 zum Magister der Artistenfakultät promoviert, deren Dekan er 1502 war,|während er 1512 das Amt des Rektors bekleidete. Gleichzeitig (oder auch schon früher) versah er das Amt des Dompredigers in Trier und veröffentlichte als solcher 1514 eine kurze Geschichte der Stadt Trier, ihrer Kirchen und Heiltümer, veranlaßt durch die 1512 in Gegenwart Kaiser Maximilians I. erfolgte erstmalige feierliche Zeigung des Heiligen Rockes (Medulla Gestorum Treuerensium …, Trier 1514, 2. Auflage Metz 1515). Diese Schrift ist, abgesehen von ihrem statistisch-topographischen Wert für die mittelalterliche Geschichte Triers, insofern bemerkenswert, als sie den ersten, wenn auch unbeholfenen und noch nicht kritischen Versuch einer Stadtgeschichte in deutscher Sprache darstellt (etwa zu vergleichen mit J. Wimpfelings „Germania“ von 1501). 1515 promovierte E. zum Dr. theol., wurde 1517 als Titularbischof von Azotus konsekriert und verwaltete von da an bis zu seinem frühen Tod das Amt des Weihbischofs unter EB Richard von Greiffenklau und gleichzeitig das eines Dekans der Trierer Theologischen Fakultät.

  • Literatur

    ADB VI;
    J. N. v. Hontheim, Historia Trevirensis … II, Augsburg 1750, S. 546 f.;
    C. J. Holzer, De Proepiscopis Trevirensibus, 1845 S. 69-71;
    J. Gildemeister u. H. v. Sybel, Der Hl. Rock zu Trier u. d. zwanzig andern Hl. Ungenähten Röcke I, 31845, S. XVI-XXII, II, H. 3, 1845, S. 54-57;
    G. Hennen, Eine bibliogr. Zusammenstellung d. Trierer Heiligtumsbücher …, in: Cbl. f. Bibl.-wesen IV, 1887, S. 536-47;
    St. Beißel, Gesch. d. Trierer Kirchen … II, 21889 (Register);
    Das Promotionsbuch d. Artistenfak., bearb. v. L. Keil, = Akten u. Urkk. z. Gesch. d. Trier. Univ. I, 1917, S. 15, 17, 21, 30;
    E. Zenz, Die Trierer Univ., 1949, S. 27, 185, 193.

  • Autor/in

    Hermann Ries
  • Empfohlene Zitierweise

    Ries, Hermann, "Enen, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 498 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116478217.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Enen: Johann E., Bischof von Azot i. p. und Weihbischof von Trier, 1519, wie es scheint, in Trier und zwar aus geringer Familie geboren; das Jahr seiner Geburt ist nicht bekannt. Im J. 1512 war er Rector der Trierischen Universität und Domprediger, als in Gegenwart des Kaisers Maximilian die großen Reliquien des Domes, besonders der hl. Rock, der öffentlichen Verehrung ausgesetzt wurden. E., der sich persönlich mit größtem Eifer bei dieser Ausstellung betheiligt, schrieb in Folge derselben seine „Medulla Gestorum Treueren. Clärlich berichtung des hochwirdigen heiltumbs aller stiffet vnd Clöster inwendig vnd bei der statt Tryer mit vilen anderen zu gesetzten (des altten vnn neuwen testaments) geschichten derselben statt, zusamen bracht durch den wirdigen herren meyster Johannem des heyligen geschäft baccalarius formatus prediger vnn verkunder des heyltumbs im thorm zu Tryer“ (1514) 8º. Diese für die Statistik der Trierischen Kirchenschätze werthvolle, im übrigen durch Kritiklosigkeit und Verwilderung der Sprache hervorragende Schrift spielte in dem Streit über den Rock, 1844, eine gewisse Rolle (vgl. Gildemeister und v. Sybel, Der hl. Rock zu Trier, Düsseldorf 1845, S. 16 ff.) und wurde damals von Schmitz in Regensburg 1845 (Joh. Enen, Kurzer Inbegriff der Geschichte von Trier) wieder abgedruckt, bez. neu verdeutscht. Einige Jahre später, 1517, wurde E. zum Weihbischof von Trier befördert, als welcher er den Titel eines Bischofs von Azot führte. Der Tag seiner Ernennung ist nicht bekannt, muß jedoch vor den 30. Sept. fallen, an welchem Datum er, bereits Weihbischof, zum Decan der theologischen Facultät erwählt wurde. Er starb schon am 31. Juli 1519 und wurde in St. Maximin begraben. Zwei Epitaphien bei Hontheim und bei Bertholet VI. 360.

    • Literatur

      Vgl. Holzer, De Proepiscopis Trevirensibus, Confl. 1844, p. 69 ss.

  • Autor/in

    Kraus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kraus, Franz Xaver, "Enen, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 111 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116478217.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA