Lebensdaten
1912 – 2005
Geburtsort
Bozen
Sterbeort
Germering
Beruf/Funktion
Lyrikerin ; Schriftstellerin ; Kirchenlieddichterin ; Librettistin
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121755924 | OGND | VIAF: 95209238
Namensvarianten
  • Mumelter, Maria Luise (geborene)
  • Thurmair-Mumelter, Maria Luise (verheiratete)
  • thurmair-mumelter, maria luise
  • mehr

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Zitierweise

Thurmair-Mumelter, Maria Luise (verheiratete), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121755924.html [08.06.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1879–1963), letzter k. u. k. Bez.hptm. in B., verlor 1919 sein Amt u. wurde 1925 aus Südtirol ausgewiesen, 1925–38 Leiter d. „Arbeitsstelle f. Südtirol“ in Innsbruck, S d. Franz Mumelter (* 1831), RA, u. d. Maria v. Röggla zu Ochsenthal (* 1851);
    M Itha-Maria (1877–1963), T d. Karl Tschurtschenthaler Edler v. Helmheim (1841–1909), aus Klobenstein, Handelsmann, Bankier, Präs. d. Handels- u. Gewerbekammer in B., Rr. d. Franz-Joseph-Ordens, u. d. Maria v. Zallinger-Thurn (* 1841); evtl. Ur-Gvm Anton Tschurtschenthaler Edler v. Helmheim (1815–1900, österr. Adel mit Prädikat „Edler v. Helmheim“ 1885), Dr. med., o. Prof. d. allg. Pathol., Pharmakognosie u. Pharmakol. in Innsbruck (s. Wurzbach; BJ V, Tl);
    Innsbruck 1941 Georg Thurmair (s. 1);
    3 S, 3 T u. a. Elisabeth (s. W);
    12 E;
    6 Ur-E.

  • Biographie

    T. besuchte die Volksschule in Bozen, später das Gymnasium bei den Ursulinen in Innsbruck. Nach der Matura studierte sie Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte und Theologie in Innsbruck, hörte Vorlesungen u. a. bei dem Liturgieforscher Josef Andreas Jungmann SJ (1889–1975) und wurde 1936 mit einer Dissertation über Irene von Byzanz zur Dr. phil. promoviert. In der Folge arbeitete sie in der kath. Jugendbewegung und als Referentin für die Weibliche Jugend in der „Katholischen Aktion“ in Wien. Als diese nach dem „Anschluß“ Österreichs 1938 aufgelöst wurde, erhielt T. eine Anstellung als Sekretärin im Tiroler Landesmuseum in Innsbruck. Daneben hielt sie weiter Werk- und Singwochen mit Mädchengruppen ab. Geistliche Liedtexte, die sie seit 1935 veröffentlichte, brachten sie in Verbindung zu Georg Thurmair, den sie im Aug. 1940 in Innsbruck persönlich kennenlernte und im Dez. des folgenden Jahres heiratete. Seit 1949 arbeitete T. als Referentin in der Erwachsenenbildung in München und entfaltete eine rege Vortragstätigkeit. Seit 1964 Mitglied mehrerer Kommissionen zur Vorbereitung des kath. Gebet- und Gesangbuchs „Gotteslob“, wurde sie 1968 als einzige Frau in die Hauptkommission berufen. 1969–82 war T. Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für ökumenisches Liedgut.

    Herausragende Bedeutung erlangte T. als Dichterin einer Vielzahl von Kirchenliedern, u. a. „Der Geist des Herrn erfüllt das All“ (1941), „Licht, das uns erschien“ (1952) „Den Herren will ich loben“ (nach Magnificat, 1954/71) und „Herr, deine Güt ist unbegrenzt“ (1971). Bei allem Bemühen um Volkstümlichkeit achtete T. sorgfältig darauf, in ihren Dichtungen theologische Inhalte nicht zu vereinfachen und Banalitäten zu vermeiden. Ihre Lieder wahren stets einen ästhetischen|Anspruch. Manchmal verwendet sie in ihren Liedschöpfungen einen archaisierenden Ton – sprachlich durch Anlehnung an Psalmtexte, aber auch musikalisch durch Verwendung alter Melodien. Zudem mußten die Texte Rücksicht nehmen auf liturgische Rahmenbedingungen und bischöfliche Aufträge.

    T. war „die maßgebliche Gestalt der katholischen Kirchenlieddichtung im zwanzigsten Jahrhundert“ (Michael Gassmann). Die Bedeutung ihrer Liedschöpfungen reicht bis in die Gegenwart hinein. Enthielt das „Gotteslob“ von 1975 insgesamt 38 Liedtexte von T., so finden sich in der Neuausgabe 2013 weiterhin 27. Auch in das „Evangelische Gesangbuch“ (1993 ff.) wurden Lieder von ihr aufgenommen, so das anrührende „Dank sei Dir, Vater“ (1969), das sie selbst für das beste ihrer Kirchenlieder hielt.

  • Auszeichnungen

    A päpstl. Orden Pro Ecclesia et Pontifice (1977).

  • Werke

    Weitere W u. a. Selig, ihr Armen, Ein Spiel um St. Elisabeth, 1948;
    Lieder d. Tröstung, 1957;
    Werkbuch z. Gotteslob, 8 Bde., 1975–78;
    Boten d. Lichts, 1987, ²1990;
    zur Autobiogr.: (M)eine Liebesgesch., in: Ein Gast auf Erden, Georg T., Mahner, Rufer, Rebell, hg. v. Elisabeth Thurmair, 1986, S. 111–21 (P);
    Korr.: M.-L. T. Georg T., Liebesgespräche im Krieg, 1946, Neuausg. 1981 (P);
    Verz. d. Schrr.: BBKL 27.

  • Literatur

    L C. Spaemann, Die zweite Aufklärung im Kirchenlied, Anmm. z. neuen „Gotteslob“, in: Zs. f. Kath. Theol. 97, 1975, S. 339–53;
    J. Seuffert, Die zweite Aufklärung im Kirchenlied? Anmm. z. d. Anmm., ebd., S. 542–46;
    Das neue Lied im Ev. Gesangbuch, Lieddichter u. Komponisten berichten, hg. v. D. Meyer, ²1997, S. 290–99 (P);
    I. Scheitler, Gotteslob (1975), Vorgesch., Problematik, Progr., Kritik, in: Gotteslob-Revision, Probleme, Prozesse u. Perspektiven e. Gesangbuchreform, hg. v. H. Kurzke u. A. Neuhaus, 2003, S. 79–92;
    Zur Debatte 6, 2012 (mit Btrr. v. M. Gassmann, H. Maier u. W. Schepping, P);
    LThK³ (W, L);
    BBKL 27 (W); Wer ist wer im Gesangbuch, hg. v. W. Herbst, ²2001 (P)

  • Autor/in

    Hans Maier
  • Zitierweise

    Maier, Hans, "Thurmair-Mumelter, Maria Luise" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 229-230 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121755924.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA