Lebensdaten
erwähnt 12.-14. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Markgrafen von Brandenburg
Konfession
-
Namensvarianten
  • Askanier, brandenburgische Linie

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Zitierweise

Askanier, brandenburgische Linie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz130930.html [15.08.2020].

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  • Leben

    Die brandenburgischen A., im Sachsenspiegel als schwäbischer Herkunft bezeichnet, gehen auf die zunächst am Ostabhang des Harzes, dann auch jenseits der Saale um Dessau-Köthen begüterten Grafen von Ballenstedt oder Anhalt zurück, deren Besitz in der Grafschaft Ascarien (Aschersleben) dem Geschlecht den Namen gab. Mit Albrecht dem Bären ( 1170), Markgrafen der Nordmark seit 1134, wurde das längst im Wächteramt an der slawischen Grenze erprobte uradlige Haus unter seinem roten Adlerschild in den Osten selbst hineingeführt. Bei seinem Tode hatte es die Havel-Nuthe-Linie erreicht und sich durch friedliche Vereinbarung in den Besitz vor allem des Havellandes gebracht, nach dessen Hauptfeste seit 1140-42 der Titel Markgraf von Brandenburg angenommen wurde. Die neu erworbenen Gebiete galten fortan als der Hauptbesitz des Hauses. Mit ihnen wurde der älteste Sohn Albrechts, Otto I. ( 1184), ausgestattet. Als Markgrafen von Brandenburg haben die Askanier denn auch ihre stärkste historische Wirkung ausgeübt, während die von Albrechts jüngstem Sohn Bernhard ausgehenden Linien von Anhalt, Sachsen-Lauenburg und Sachsen-Wittenberg zurücktraten. Das gilt auch für die Reichspolitik, an der die Brandenburger, obendrein Erzkämmerer (mindestens seit Otto I.) und Kurfürsten (erstmalig 1252) fast durchweg regen Anteil genommen haben. Selbst die Krone schien dem von hohem Selbstbewußtsein beseelten Geschlecht nicht unerreichbar (1256, 1318). In insgesamt 6 Generationen haben die Askanier gewirkt. Mit Albrechts Urenkeln Johann I. ( 1266) und Otto III. ( 1267) spalteten sie sich in 2 Linien: die johanneische (Stendaler) und die 1317 ausgestorbene ottonische (Salzwedeler), die beide trotz der Gebietsteilung von 1258 in nahezu stetigem Einvernehmen die Geschicke der Mark Brandenburg lenkten. Das Schwergewicht lag bei der älteren Linie. In ihr ragen der Sohn Johanns I., Otto IV. mit dem Pfeil ( 1308), und dessen Neffe Woldemar ( 1319) hervor. Mit ihm, der den Besitz beider Linien noch einmal in einer Hand vereinigte, endeten die Askanier als Markgrafen von Brandenburg. Mittels kriegerischer Handlungen und diplomatischer Künste, auch durch Kauf hatten sie die von Albrecht begonnene territoriale Konsolidierung zwischen Elbe und Oder erfolgreich fortgesetzt, während sie sich mit der Lehenshoheit über Pommern begnügen mußten und somit die Ostseeküste nicht erreichten. Sie gliederten Prignitz, Ruppin, Uckermark ihren alten Gebieten an, schoben sich durch Gewinnung der Landschaften Teltow, Barnim und Lebus bis zur Oder und darüber hinaus vor und stießen durch Erwerb der Neumark einen gewaltigen Keil in den Osten hinein. Hatte sich die Politik im Norden gegen Pommern und damit anfangs gegen dessen Helfer Dänemark gerichtet und im Osten gegen die polnischen und schlesischen Piasten, so fand man im Süden die Gegnerschaft der Wettiner. Doch konnte auch hier territorialer Gewinn gebucht werden, die Lausitzen. Das Werk wurde durch zahlreiche Eheverbindungen, nicht zuletzt mit slawischen Fürstenhäusern, gesichert. Indem die Gebiete im Zusammenhang mit den allgemeinen kolonisatorischen Bestrebungen der Zeit durch Anlage vieler Dörfer und Gründung von Städten (u. a. Berlin um 1230, Frankfurt/Oder 1253) kulturell dem Deutschtum gewonnen wurden, legten die Askanier den festen Grund zu einem staatlichen Bollwerk gegen den slawischen Osten, besonders gegen Polen. Damit erfüllten sie die Vorbedingung für einen Teil der historischen Aufgabe der Zollern.

  • Literatur

    H. Krabbo u. G. Winter, Regg. d. Markgrafen v. Brandenburg aus askan. Hause, 1910–33;
    R. Koser, Gesch. d. brandenburg.-preuß. Politik I, 1913;
    A. Hofmeister, Die Ahnentafeln d. Markgrafen v. Brandenburg als Gesch. Qu., in: FBPG, Bd. 33, 1921;
    A. Diederichs, Erbe u. Erben Albrechts d. Bären, in: Vergangenheit u. Gegenwart, Bd. 28, 1938.

  • Autor/in

    Willy Hoppe
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoppe, Willy, "Askanier, brandenburgische Linie" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 415 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz130930.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA