Lebensdaten
1922 bis 2010
Geburtsort
Innsbruck
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Dirigent ; Generalmusikdirektor
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117373079 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Suitner, Otmar
  • Suiter, Otmar
  • Suitner, Ottmar
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Suitner, Otmar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117373079.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, aus Tirol, Inh. e. Reklamebüros;
    M Maria Rizzi;
    1948 Marita (Maria-Rita) (1924–2008, s. L), T d. Friedrich Wilckens (* 1899), aus Liezen (Steiermark), Komp., Schüler v. Franz Schreker (s. Dt. Musiker-Lex., hg. v. E. H. Müller, 1929), u. d. Lotte Clewing; aus Verbindung mit Renate Heitzmann (* 1941, s. L) in (West-)Berlin 1 außerehel. S Igor Heitzmann (* 1971), Regisseur (s. L).

  • Leben

    Nach der Matura am Pädagogium in Innsbruck studierte S. seit 1938 am Konservatorium seiner Heimatstadt, anschließend 1940–42 am Salzburger Mozarteum. Hier hatte er Unterricht zunächst bei Willem van Hoogstraaten (1884–1965), dann bei Clemens Krauss (1893–1954) im Dirigieren, außerdem Klavier bei Franz Ledwinka (1883–1972). Da es ihm gelang, sich sowohl dem Militär- als|auch dem Arbeitsdienst zu entziehen, konnte er erste Berufserfahrung am Landestheater in Innsbruck sammeln, wo er 1941 (oder 1942?) Korrepetitor und 1943–44 Erster Kapellmeister war. In den folgenden Jahren als freiberuflicher Dirigent und Pianist tätig, wurde er 1946 Mitbegründer der Bregenzer Festspiele. 1952 erhielt S. eine Anstellung als Städtischer Musikdirektor in Remscheid, ging 1957 nach Ludwigshafen und übernahm dort als Generalmusikdirektor das „Pfalzorchester“. Schon damals führten ihn Gastdirigate zu den Münchner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern und zum Hamburgischen Staatsorchester. Seit 1960 wirkte S. als Generalmusikdirektor der Staatskapelle und Staatsoper in Dresden. Aufgrund der beengten Verhältnisse im Schauspielhaus, in dem die Opernaufführungen stattfanden, wechselte er 1964 nach Berlin an die Deutsche Staatsoper, deren Leitung er als geschäftsführender Generalmusikdirektor bis 1971 und wieder seit 1975 innehatte. 1990 gab er diese Position krankheitshalber auf.

    S. war dem Komponisten Paul Dessau (1894–1979) eng verbunden, dessen Opern „Puntila“ (1966, nach Bertolt Brecht), „Einstein“ (1974) und „Leonce und Lena“ (1979, nach Georg Büchner) er in der Regie von Dessaus Frau Ruth Berghaus (1927–96) uraufführte. Die beiden letztgenannten Opern spielte er mit dem Ensemble der Deutschen Staatsoper Berlin und der Staatskapelle Berlin 1977 und 1980 auf Tonträger ein. Bei den Bayreuther Festspielen leitete er 1964 „Tannhäuser“, den „Fliegenden Holländer“ (1965) und 1966–67 im Wechsel mit Karl Böhm (1894–1981) den „Ring“. Gastspiele mit seinem Berliner Ensemble führten ihn nach Kairo, Lausanne, Paris und Warschau. Als international gefragter Dirigent trat er weltweit auf, so in Skandinavien (Kopenhagen, Stockholm, Göteborg und Helsinki), in Tokio und an der San Francisco Opera, mit deren Ensemble er 1973 Wagners „Tannhäuser“ und 1974 Strauss’ „Salome“ einspielte. Als Professor für Dirigieren wirkte er 1977–88 an der Musikhochschule Wien. In diesen Jahren wurden S. zahlreiche Ehrungen zuteil.

    S. setzte sich intensiv mit der Musik des 20. Jh. auseinander. Neben den Opern Paul Dessaus waren ihm auch die Werke der Wiener Schule ein Anliegen. Insbesondere trat er jedoch als Interpret der Werke Mozarts, Wagners und Richard Strauss’ hervor, dem die Dresdener Staatskapelle durch zahlreiche Uraufführungen eng verbunden war. Dem Ideal des spätromantisch geprägten, dt. Kapellmeisters verpflichtet, orientierte S. sich am Klang der Wiener Philharmoniker. Mit klarer Schlagtechnik erzielte er Ergebnisse, deren Transparenz und Frische gleichermaßen gerühmt wurden.

  • Auszeichnungen

    A u. a. Nat.preis d. DDR (2 Kl. 1963, 1. Kl. 1977); Ehrendirigent d. Nippon Hoso Kyokai Symphony Orchestra (1973); Commendatore d. päpstl. Gregorius-Ordens (1973); Ehrenkreuz f. Wiss. u. Kunst 1. Kl. d. Rep. Österr. (1982); Tiroler Landespreis f. Kunst (2004).

  • Literatur

    H. Schaefer, in: Theater d. Zeit 21, 1965, S. 33 f.;
    S. Jaeger, Das Atlantisbuch d. Dirigenten, 1985, S. 357;
    D. Stöve, „Meine herrliche Kapelle“, O. S. u. d. Staatskapelle Berlin, 2002 (Diskogr. d. Aufnahmen mit d. Staatskapelle Berlin, außerdem Auflistung d. Rundfunkproduktionen mit dems. Orchester);
    E. Büning, Unter d. Käseglocke, in: FAZ v. 16. 5. 2002 (P);
    W. Schreiber, Staatskapellmeister, in: SZ v. 16. 5. 2002;
    MGG;
    New Grove2;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR;
    Rundfunk:
    H. Hettinger, Verfechter d. lichtvollen Klangs, Zum Tod v. O. S., in: Dtld.radio Kultur v. 11. 1. 2010;
    Film:
    Nach der Musik, mit O. S., Marita Suitner, Renate Heitzmann, Igor Heitzmann, 2007 (Regie: Igor Heitzmann).

  • Autor/in

    Bernhold Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Bernhold, "Suitner, Otmar" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 694-695 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117373079.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA