Lebensdaten
1399 bis 1466
Beruf/Funktion
Bischof von Lübeck
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135803381 | OGND | VIAF: 80259710
Namensvarianten
  • Arnold von Lübeck
  • Arnold Westphal
  • Westphal, Arnold
  • mehr

Zitierweise

Arnold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135803381.html [06.05.2021].

CC0

  • Leben

    Arnold, 22. Bischof von Lübeck, Sohn des Lübischen Rathsherrn Herm. Westfal, hatte auf mehreren Universitäten, namentlich zu Leipzig, gelehrt, war Decretorum Doctor, in Legibus Licentiatus und Domdechant zu Lübeck. Er ward 1449 zum Bischof gewählt und 24. Mai 1450 geweiht, starb 31. Jan. 1466, 67 Jahre alt. Die bischöfliche Chronik gedenkt seiner als eines gelehrten, die Interessen des Stifts fördernden Herren. Er stand dem letzten holsteinischen Grafen aus dem Hause Schauenburg, Herzog Adolf IX. von Schleswig, nahe und machte den Vermittler beim Uebergang der Lande auf König Christian I., In Gemeinschaft mit diesem und dem Bischof Werner von Schwerin entschied er 18. Dec. 1462 zu Reinfeld den langjährigen Streit des Raths von Lüneburg mit den meistens geistlichen Inhabern der Sülzgüter, wodurch der sog. Prälatenkrieg beendet ward. Auch nach Thorn in Preußen ward er zur Ausgleichung der Feindseligkeiten zwischen dem Orden und Polen 1465 gesandt.

    • Literatur

      Alb. Crummendik's Chronik der Lüb. Bischöfe in H. Meibom Rer. Germanicar. T. II. p. 402 sq.

  • Autor/in

    Mantels.
  • Empfohlene Zitierweise

    Mantels; Schulte, von, "Arnold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 578 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135803381.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Westphal: Arnold W., auch Westfal, Westual, Westphad, Bischof und Kanonist aus Lübeck, geboren im J. 1399 und am 31. Januar 1466. Er war Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, studirte an der Universität Leipzig seit dem Winter 1418 auf 1419, wo er im J. 1421 baccalaureus artium wurde. Am 29. Juni dieses Jahres wurde er an der Universität Rostock immatriculirt und daselbst zum licentiatus in legibus promovirt. Von hier ging er im Winter 1428/29 nach Erfurt, wo er im Sommer 1430 Rector der Universität war und 1432 Abgeordneter derselben zum Concil von Basel. In Erfurt wurde er Doctor des kanonischen Rechts, erhielt ein Kanonikat in Lübeck und bei St. Sever in Erfurt. Im Sommersemester 1436 war er Rector der Universität Leipzig, hatte daselbst die erste Stelle, das Ordinariat des kanonischen Rechts, kehrte dann zurück nach Rostock im April 1443, wo er im folgenden Semester zum Rector gewählt, seit 28. März 1444 aber durch einen Vicerector vertreten wurde. Er scheint nach Lübeck gegangen zu sein, wurde hier Dechant der Kathedrale und im J. 1449 zum Bischof gewählt. Als solcher wird er gerühmt wegen seines Wandels, seiner Amtsführung und der Sorge für die Armen; er war ungemein beliebt und Rathgeber bei den Nachbarfürsten. Auf Bitte der Stadt ging er zur Schlichtung eines Streites zwischen dem deutschen Orden und den preußischen Städten nach Preußen. Nach glücklicher Beendigung erkrankte er infolge der Unbilden der schlechten Rückreise zur See und siechte dahin. W. wird als Lehrer und Rechtsconsulent hoch gepriesen. Von seinen Schriften ist die wol wichtigste „Lecturae super decretalibus“ verschollen, einige andere handschriftlich erhalten.

    • Literatur

      Muther, Zur Gesch. der Rechtswiss., S. 48 ff., 212 f., 221 f., der die frühere Litteratur anführt.

  • Autor/in

    v. Schulte.
  • Empfohlene Zitierweise

    CC-BY-NC-SA