Lebensdaten
1883 bis 1964
Geburtsort
Halle/Saale
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Genealoge ; Historiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 117365467 | OGND | VIAF: 66592338
Namensvarianten
  • Suchier, Wolfram
  • Suchier, W.
  • Suchier, Wolframus

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Suchier, Wolfram, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117365467.html [23.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (s. 1);
    M Gertrude Günther.

  • Leben

    S. besuchte das Stadtgymnasium in Halle und bis zum Abitur 1903 die Klosterschule in Roßleben. 1903–06 studierte er in Halle und Göttingen Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Philosophie u. a. bei G. Aschaffenburg, Wilhelm v. Brünneck, Rudolf Stammler und in Göttingen bei Georg Detmold, Robert v. Hippel und Gottlieb Planck. 1907 absolvierte er am Oberlandesgericht Naumburg die erste jur. Staatsprüfung, wurde mit der Dissertation „Geschichte der venia aetatis in Deutschland vor 1900“ in Halle zum Dr. iur. utr. promoviert und trat als Volontär in den Dienst der Universitätsbibliothek Halle. Hier katalogisierte er nach dem Ankauf der Bibliothek Alfred Kirchhoffs (1838–1907) die Bibliothek des Geographischen Instituts. Nach der Fachprüfung am Göttinger Institut für Bibliothekswissenschaften wurde S. 1909 an die Universitätsbibliothek Göttingen versetzt und kehrte 1910 nach Halle zurück. Hier ordnete er die „scripta publica“ und faßte sie in 1300 Sammelbänden zusammen. 1912–15 arbeitete er in der Universitätsbibliothek in Marburg/Lahn, 1915 wurde er zum planmäßigen Bibliothekar ernannt und als erster Kustos der Ungar. Bibliothek nach Halle berufen. Für den Preuß. Gesamtkatalog befaßte er sich auch außerhalb der Hochschulschriften mit der akad. und neulat. Gelegenheitsdichtung. 1919 übernahm S. als „Bibliotheksdirektor in der Stadt Erfurt“ die Leitung der Stadtbibliothek, der 1407 gegründeten ehem. Universitätsbibliothek, des Volksbüchereiwesens und im 2. Weltkrieg zudem die stellv. Leitung des Stadtarchivs. Er verdreifachte den Bestand auf mehr als 225 000 Bände, wobei er den bibliographischen Apparat, Nachschlagewerke, Zeitschriften sowie Fachgebiete wie allg. und thür. Geschichte, Genealogie und Literaturgeschichte besonders berücksichtigte. Die Stadtbibliothek übernahm u. a. die Bibliotheken des 1863 gegründeten Erfurter Geschichtsvereins, des Gewerbevereins, des Gartenbauvereins, des Stenographenvereins und der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. 1925 gründete S. die Erfurter Bibliotheksgesellschaft und den Erfurter Genealogischen Abend.

    S.s Hauptarbeitsgebiete bildeten die Bibliotheks- und Buchwissenschaft, die Publizistik, hier besonders die Intelligenzblätter, die Universitäts-, Wissenschafts- und Literaturgeschichte und die Genealogie. Infolge Differenzen mit der NS-Stadtverwaltung wurde S. 1941 vorzeitig pensioniert. Er zog 1942 nach Halle zurück und veröffentlichte 1953 sein Hauptwerk, die „Bibliographie der Universitätsschriften von Halle-Wittenberg 1817–1885“.

  • Auszeichnungen

    A Vorstandsmitgl. d. Erfurter Gesch.ver. (1919–41), d. Wiss. Vereinigung d. Erfurter Gesch.freunde, d. Stiftung „Willröder Familie“ u. im Hauptausschuß d. Zentralstelle f. dt. Personen- u. Familiengesch. in Leipzig;
    Ehrenmitgl. d. Erfurter Geneal. Abends u. d. Erfurter Bibl.ges.

  • Werke

    mehr als 30 Monogrr. u. mehr als 100 Aufss.;
    Teilnachlaß:
    Univ.- u. Landesbibl. Sachsen-Anhalt Halle (Saale).

  • Literatur

    s. a. 1);
    Festgabe f. W. S. z. 25j. Dienstjubiläum, 1931;
    E. Selbmann, W. S., Lebensabriss u. bibliogr. Überblick, 1956 (S. 16–37 W-Verz., L, P);
    Rhdb. (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931–1961;
    Wi. 1935;
    Lex. wiss. Bibliothekare;
    Kosch, Lit.-Lex.3 (W, L).

  • Autor/in

    Johannes Buder †
  • Empfohlene Zitierweise

    Buder, Johannes, "Suchier, Wolfram" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 667 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117365467.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA