Dates of Life
1864 bis 1936
Place of birth
Mittweida
Place of death
Dresden
Occupation
Arabist ; Philologe ; Afrikanist
Religious Denomination
-
Authority Data
GND: 117363251 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Stumme, Hans Bernhard
  • Klopfer, Fritz (Pseudonym)
  • Stumme, Hans
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Life description (NDB)
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Stumme, Hans, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117363251.html [16.07.2020].

CC0

  • Genealogy

    V Bernhard (1833–75, aus Leipzig, Dr. iur., 1866–75 Bgm. v. M.;
    M Emilie Selma, T d. August Emmrich († 1881), KR;
    1926 N. N.

  • Life

    S. studierte nach dem Besuch der Bürger- und Realschule Mittweida, des Nikolai-Gymnasiums in Leipzig und des Gymnasiums Friedericanum in Rudolstadt 1886–89 Orientalistik in Tübingen, Halle, Leipzig und Straßburg. Noch während seines Studiums unternahm er 1887 eine Reise nach Nordafrika, die für seine spätere Forschung von entscheidender Bedeutung wurde. Nach der Promotion in Tübingen 1888 bei Albert Socin (1844–99) über den Stadtdialekt von Algier (ungedr.) unternahm er in den folgenden Jahren mehrere Reisen, die ihn v. a. erneut in den Maghreb, sodann in den Vorderen Orient und weit darüber hinaus nach Australien, Neuseeland, Samoa, Hawaii, USA und Rußland führten. 1895 habilitierte er sich in Leipzig mit einer Arbeit über eine südmarokkan. Berbersprache („Dichtkunst und Gedichte der Schluh“) und wurde im selben Jahr Privatdozent für Orientalische Philologie. Im Jahr darauf begann er eine bis 1930 andauernde Lehrtätigkeit in Leipzig (seit 1900 planmäßiger ao. Prof., 1909 – um seinen Weggang nach Jena zu verhindern – planmäßiger o. Hon.prof.).

    Der Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt auf der phonetisch genau wiedergegebenen gesprochenen Sprache und ihren literarischen Manifestationen in Dichtung (Volkslieder) und Erzählkunst (Märchen). Die maghrebin.-arab. Dialekte (v. a. Tunis, Tripolis), verschiedene Berberdialekte wie das Schilha in Südmarokko, der Tamazratt-Berber in Südtunesien und der berberischen Bewohner der Oase Siwa (Ägypten) stehen dabei im Mittelpunkt. Besondere Aufmerksamkeit widmete S. dem Maltesischen, wo er sich als Erster den verschiedenen Dialekten zuwandte. Seine minutiös aufgezeichneten Märchentexte sind noch heute für die Erzählforschung von großer Bedeutung. In seiner Lehrtätigkeit war S. darin ein Pionier, daß er Vorlesungen in arab. Sprache abhielt und dabei die Kulturgeschichte und Alltagswelt in großem Umfang berücksichtigte. Darüber hinaus unterrichtete er regelmäßig Persisch und Türkisch sowie zahlreiche andere afrikan. Sprachen (Suahili, Haussa, Kanuri).

  • Awards

    A Mitgl. d. Dt. Morgenländ. Ges. (Mitgl. d. Vorstands 1908, Geschäftsführer 1919–21), d. Sächs. Ak. d. Wiss. (o. 1919–30 u. 1932–36, korr. 1930–32) u. d. Ungar. Ak. d. Wiss.

  • Works

    Weitere W Tunisische Märchen u. Gedichte, 1893;
    Tripolitan.-tunisische Beduinenlieder, 1894, Nachdr. 2008;
    Der arab. Dialekt der Houwāra des Wād Sūs in Marokko, 1894 (mit A. Socin);
    Märchen der Schluh v. Tâzerwalt, 1885, Neubearb. v. H. Stroomer, Tashelhiyt Berber Folktales from Tazerwalt (South Morocco), Linguistic Reanalysis of H. S.`s Tazerwalt Texts with an English Translation, 2002;
    Nordwestafrika, 1898;
    Grammatik d. tunis. Arabisch, 1897;
    Märchen u. Gedichte aus Tripolis in Nordafrika, 1898;
    Hdb. d. Schilchischen v. Tazerwalt, 1899;
    Märchen d. Berber v. Tamasratt in Südtunisien, 1900;
    Diwan aus Centralarabien, 3 Bde., 1900–01 (mit A. Socin), Nachdr. 2004;
    Über d. dt. Gaunersprache u. andere Geheimsprachen, 1903;
    Maltes. Märchen, Gedichte u. Rätsel in dt. Übers., 1904, Nachdr. 1968;
    Maltes. Studien, Eine Slg. prosa. u. poet. Texte in maltes. Sprache, nebst Erll., 1904, Nachdr. 1968;
    Maltes. Volkslieder im Urtext m. dt. Übers., 1909 (mit B. Ilg);
    Eine Slg. über d. berber. Dialekt d. Oase Sîwe, 1914.

  • Literature

    S. Brauner, Die Entwicklung d. Afrikanistik an d. Univ. Leipzig, in: Wiss. Zs. d. Karl-Marx-Univ. Leipzig 28, 1979, S. 131–44;
    H. Preißler, H. S. in d. orientalist. Tradition d. Univ. Leipzig, in: Progressive traditions in African and oriental studies, hg. v. S. Brauner u. E. Wolff, 1988, S. 131–36;
    ders., Afrikanistik in Leipzig I: 1895–1945, hg. v. S. Brauner, 1999, S. 11–56 u. 103–11 (W, L, P);
    D. Bellmann, H. S.s Studien u. Slgg. z. Volkslit., ebd., S. 44–51;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931 u. 1950, Tl.;
    Wi. 1935;
    Leipziger Gel. I, S. 139–44 (P);
    Stadtlex. Leipzig (P);
    Enz. Märchen (L);
    Qu
    Univ.archiv Leipzig (P).

  • Author

    Hartmut Bobzin
  • Citation

    Bobzin, Hartmut, "Stumme, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 646-647 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117363251.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA