Lebensdaten
1846 bis 1925
Geburtsort
Unzmarkt (Steiermark)
Sterbeort
Stift Admont (Steiermark)
Beruf/Funktion
Benediktiner ; Botaniker ; Entomologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117676810 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Strobl, Karl
  • Strobl, Gabriel
  • Strobl, Karl
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Strobl, Gabriel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117676810.html [19.01.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1806–72, Kürschner;
    M Magdalena Zettler (1818–51;
    Tante-v Josefa Lucas, Seilermeisterin in Rottenmann (Steiermark).

  • Leben

    Nach dem frühen Tod der Mutter wuchs S. in Rottenmann bei der Schwester seines Vaters auf. Bereits als Gymnasiast in Admont widmete er sich dem Sammeln und Bestimmen von Insekten und Pflanzen. 1866 schloß er das Obergymnasium in Kremsmünster ab und trat als Novize in das Benediktinerstift Admont ein. Neben seinem Studium der Theologie in Admont wurde er mit dem Aufbau eines neuen naturhistorischen Museums betraut, nachdem das alte Kabinett durch den Stiftsbrand 1865 zerstört worden war. 1870 zum Priester geweiht, studierte er 1872–76 an der Univ. Innsbruck Naturgeschichte bei dem Botaniker Anton Kerner v. Marilaun (1831–98) und dem Zoologen Kamill Heller (1823–1917) sowie Geowissenschaften bei Adolf Pichler v. Rautenkar (1819–1900). Nach den Lehramtsprüfungen wirkte er bis 1880 als Professor für Naturgeschichte am Stiftsgymnasium der Benediktiner in Seitenstetten, wo er einen botanischen Garten anlegte, und 1880–87 am Benediktiner-Gymnasium Melk. Anschließend lehrte er am Stiftsgymnasium in Admont und wurde 1892 zum Direktor und Kustos des Stiftsmuseums ernannt. Beide Ämter übte S. bis zu seinem Tod aus (1907–25 Subprior). 1906 wurde das von S. neu aufgebaute Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bereits als Student brachte S. mineralogische, botanische und zoologische Funde von seinen Exkursionen in der Steiermark, Tirol, Italien und Slowenien (Krain) für das Museum mit. Spätere Reisen führten ihn u. a. nach Kroatien, Spanien und Südfrankreich. Dabei legte er u. a. das „Herbarium universale“ (21 416 taxa) und jeweils ein Herbar zur obersteir. (2759 taxa) und sizilian. (3432 taxa) Flora an. Hatte er sich bis 1878 überwiegend der Botanik gewidmet, wandte er sich danach der Entomologie, besonders den Dipteren und Hymenopteren zu. Durch Sammeln, Tausch und Kauf baute er eine riesige Insektensammlung mit rund 252 000 Exemplaren auf, worunter die Dipteren-Kollektion mit etwa 80 000 Präparaten in 7500 verschiedenen Arten zu den wichtigsten in Europa zählt. S. etikettierte, determinierte und katalogisierte alle gesammelten Belege des Museums.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenmitgl. d. Zool.-Botan. Ges., Wien (1867) u. d. Österr. Entomol. Ver. (1867); Mitgl. d. Naturwiss. Ver. f. Steiermark (1883); korr. Mitgl. d. Siebenbürger Ver. f. Naturwiss. (1897); Rr.kreuz d. Franz Joseph-Ordens (1908); Benennung div. Pflanzenarten, u. a. Scleranthus Stroblii Reichenbach, Trichostomum Stroblii Juratzka, Rosae Strobliana Burn et Gr.

  • Werke

    Flora d. Haller Mauern, in: A. Martinez u. F. Rumpe (Hg.), Eine topogr.–tourist. Studie, 1878, S. 3–55 u. 122–54;
    Flora d. Etna, in: Österr. Botan. Zs. 30–38, 1880–88;
    Flora v. Admont, in: Jber. d. Obergymn. zu Melk 1881, S. 3–78, ebd. 1882, S. 3–96, ebd. 1883, S. 1–19;
    Dipterol. Funde um Seitenstetten, in: Progr. d. Ober-Gymn. d. Benedectiner zu Seitenstetten 14, 1880, S. 3–65;
    Btrr. z. Dipterenfauna d. österr. Littorale, in: Wiener Entomol. Ztg. 12, 1893, S. 29–42, 74–80, 89–108, 121–36 u. 161–70;
    Span. Dipteren, 3 T., ebd. 17–19, 1898–1900;
    Die Dipteren v. Steiermark, in: Mitt. d. Naturwiss. Ver. f. Steiermark 30, 1893/94, S. 1–152;
    Die Dipteren v. Steiermark, T. IV, ebd. 34, 1897/98, S. 192–298;
    Steir. Hemipteren, ebd. 36, 1899/1900, S. 170–224;
    Die Dipteren v. Steiermark, II. Nachtrag, ebd. 46, 1909, S. 45–293;
    Span. Dipteren, T. III, in: Verhh. d. Zool.-Botan. Ges. Wien 59, 1909, S. 121–310 (mit L. Czerny);
    Neue Btrr. z. Dipterenfauna d. Balkanhalbinsel, in: Wiss. Mitt. aus Bosnien u. d. Herzegovina 9, 1904, S. 519–81;
    Das Naturhist. Mus. d. Benediktiner-Abtei Admont, 1906;
    Auf hoher Alp (Gedichte), 1871;
    Reise-Erinnerungen aus Sicilien, 1878;
    Eine Sommerreise nach Spanien, 1878.

  • Literatur

    A. Skofiz, in: Oesterr. Botan. Zs. 36, 1886, S. 217–25 (W-Verz., P);
    A. v. Hayek, in: Verhh. d. . Ges. Wien 74/75, 1924/25, S. 72 f.;
    H. Hedikke, in: Dt. Entomol. Zs., 1925, S. 250;
    L. Czerny, in: Konowia 4, 1925/26, S. 376–81 (W-Verz., P);
    H. Kiefer, G. S. u. sein Lebenswerk, in: Zs. d. Wiener Entomol. Ver. 26, 1941, S. 186–91 (P);
    G. Morge, G. S., Begr. d. Naturhist. Mus. Admont, in: Btrr. z. Entomol., Sonderh., 1974, S. 41–63 (W-Verz., P);
    R. Contreras-Lichtenberg, Die Gesch. d. Dipterol. am Wiener Naturhist. Mus, in: Denisia 8, 2003, S. 51 f.;
    M. Chvála, The Types of Diptera (Insecta) described by Pater G. S., 2008;
    G. Nonveiller, in: The Pioneers of the Research of the Insects of Dalmatia, 1999, S. 260–62 (P);
    ÖBL;
    Qu
    Archiv d. Stifts Admont;
    Diözesanarchiv Graz;
    Univ.archiv Innsbruck.

  • Autor/in

    Christa Riedl-Dorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedl-Dorn, Christa, "Strobl, Gabriel" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 565-566 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117676810.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA