Lebensdaten
1874 bis 1956
Geburtsort
München
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Bibliothekar ; Neuphilologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119371839 | OGND | VIAF: 8196290
Namensvarianten
  • Stollreither, Eugen
  • Stollreither, E.
  • Stollreiter, Eugen
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Zitierweise

Stollreither, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119371839.html [21.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Leonhard, Postamtsdir.;
    M Elisabeth Birzer;
    1906 Rosa, T d. Adolf Minor, Versicherungsinsp., u. d. Elisabeth Unterbirker;
    1 S Konrad (1922–2009, Dr. iur., Dipl.-Volkswirt, 1978–86 bayer. Landesbeauftragter f. d. Datenschutz (s. W).

  • Leben

    S. besuchte 1884–86 das Ludwigs-Gymnasium in München und 1886–93 das Gymnasium in Neuburg/Donau. 1893–97 studierte er an der Univ. München romanische und englische Philologie u. a. bei Karl Borinski, Hermann Breymann und Moriz Carrière. Nach dem Staatsexamen trat er 1897 ein Praktikum in der kgl. Hof- und Staatsbibliothek München an und wurde 1898 Assistent. 1901 erfolgte mit einer Dissertation „Quellen-Nachweise zu John Gowers Confessio Amantis“ seine Promotion zum Dr. phil. 1902 wurde er zum Sekretär, 1909 zum Bibliothekar an der Bayer. Staatsbibliothek ernannt. Zur sprachlichen und wiss. Ausbildung unternahm er Reisen nach England, Frankreich, Spanien, Italien und Nordafrika. 1921 wurde S. aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend in den Ruhestand versetzt, 1924 wurde er Staatsoberbibliothekar und Direktor der Universitätsbibliothek Erlangen. Unter seiner Leitung wurde die Bibliotheksorganisation modernen Erfordernissen angepaßt. Für die Neuanschaffungen wurde die systematische Aufstellung der Bücher ab 1924 durch eine Gruppenaufstellung ersetzt. Die Sacherschließung erfolgte ab 1926 mit einem Schlagwortkatalog in Zettelform. Erst ab 1947 wurden von Agnes Stählin (1919–87), die „Regeln für den Schlagwortkatalog“ erarbeitet. Sie erschienen in mehreren Auflagen (1953, 41977) und beeinflußten die Sachkatalogisierung der bundesrepublikan. Bibliotheken. Der alphabetische Bandkatalog wurde unter S. durch den Zettelkatalog ersetzt, der nach dem Regelwerk der „Preußischen Instruktionen“ geführt wurde. S.s besondere Sorge galt der Vermehrung und Erschließung der Sondersammlungen. Er gab die Kataloge der Handschriften, der Bilderhandschriften, der graphischen Sammlung, der alten Bucheinbände und der Münzen- und Medaillensammlung heraus. 1930 zum Honorarprofessor ernannt, hielt S. bis 1939 regelmäßig eine Vorlesung und eine Übung zum Bibliothekswesen. 1933 widersetzte das BVP-Mitglied S. sich erfolgreich einer Einflußnahme der NS-Studentenschaft auf die Buchbestände der Erlanger Universitätsbibliothek. Auch den Versuch, ihn in diesem Zusammenhang vorzeitig aus dem Amt zu drängen, konnte er mit Unterstützung aus der Universität abwehren. 1948 schied er aus dem aktiven Dienst aus.

  • Auszeichnungen

    A bayer. Vertreter b. Internat. Bibl.kongreß in Brüssel (1910);
    Mitgl. d. Ges. f. Fränk. Gesch., d. Physikal.-med. Soz., Erlangen (1928), d. Verw.rats d. German. Nat.mus., Nürnberg (1932–50) u. d. Inst. f. Fränk. Landesforsch. an d. Univ. Erlangen.

  • Werke

    FS z. 12. Allg. Dt. Neuphilologentage in München, 1906 (Hg.),darin auch: Schlüssel zu d. Überss.;
    Johann Christian v. Mannlich, Lebenserinnerungen 1742–1822, Nach d. franz. Orig.-Hs. 1910, 31923(Hg.);
    Gesch. d. Burg Karneid, Bildnisse d. 9.–14. Jh. aus Hss. d. Bayer. Staatsbibl., 1928 (Hg.);
    Ein dt. Maler u. Hofmann, Ferdinand v. Miller erzählt, 1932 (Hg.);
    Platen, Gedächtnisschr. d. Univ.-Bibl. Erlangen z. 100. J.tag d. Todes, Nekrologe, Friedrich-Alexander-Univ. Erlangen, 1941;
    zu Konrad: Internat. Bibliogr. d. jur. Nachschlagewerke, 1955.

  • Literatur

    FS E. S. z. 75. Geb.tag, hg. v. F. Redenbacher, 1950;
    H.-O. Keunecke, Die Univ.bibl. Erlangen u. d. Bücherverbrennung v. 1933, in: Jb. f. fränk. Landesforsch. 60, 2000, S. 634–59, bes. S. 643 ff.;
    ders., „S. muß weg!“, Der Erlanger Bibl.dir. 1933 im Visier d. Nat.sozialisten, in: Erlanger Univ.reden III/65, 2004, S. 43–65;
    Rhdb.;
    Wi. 1935;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41;
    Lex. wiss. Bibliothekare I;
    Erlanger Professoren III (L).

  • Autor/in

    Johannes Buder, Hans-Otto Keunecke
  • Empfohlene Zitierweise

    Buder, Johannes; Keunecke, Hans-Otto, "Stollreither, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 420 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119371839.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA