Lebensdaten
1896 – 1973
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Schorndorf (Baden-Württemberg)
Beruf/Funktion
Unternehmer ; Inhaber einer Maschinenfabrik für den Bau von Motorsägen ; Erfinder
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126982872 | OGND | VIAF: 15779189
Namensvarianten
  • Stihl, Andreas

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Zitierweise

Stihl, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126982872.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas (1871–1955), Fuhruntern., Landwirt in Z., S d. Xaver (1838–94), Landwirt in Wiechs am Randen b. Tengen, u. d. Elisabetha Schultheiß (1835–75;
    M Selina v. Wertmüller (1867–1960), aus d. Schweiz;
    1) Stuttgart 1929 1960 Mia Giersch (1903–2002), aus Cannstatt, 2) 1960 Hannelore Wegener-Doberg (1927–2009;
    2 S aus 1) Hans Peter (* 1932, Helga N. N.), Untern., geschäftsführender Gesellschafter d. Andreas Stihl KG, 1980–88 Vors. d. Verbands d. Metallind. Baden-Württ., 1988–2001 Präs. d. Dt. Ind.- u. Handelstags, 1990–2001 Präs. d. IHK Region Stuttgart, Ehrenbürger v. São Leopoldo, Brasilien (s. Munzinger), Rüdiger (* 1943, Ute N. N.), Dr. iur., Vors. d. Aktionskreises d. Dt. Wirtsch. gegen Markenpiraterie, 2 T aus 1) Eva (* 1935, Robert Mayr), Gerhild (* 1941, Willy Schetter).

  • Biographie

    S. zog nach Abschluß der Volksschule zu Verwandten nach Deutschland. Er besuchte die Realschule in Singen am Hohentwiel, danach das Gymnasium in Düsseldorf-Oberkassel. 1915 zum Kriegsdienst eingezogen, erlitt er 1916 eine schwere Verwundung mit bleibender Behinderung der linken Hand und des Arms. Er wurde 1917 vorzeitig aus dem Kriegsdienst entlassen und begann ein Maschinenbaustudium an der Technischen Lehranstalt in Eisenach (Staatsexamen 1920).

    Nach Tätigkeiten in verschiedenen Firmen u. a. als Sachverständiger für Dampfmaschinen gründete er 1923 mit dem befreundeten Ingenieur Carl Hohl ein Ingenieurbüro und begann mit der „Projektierung und Ausführung von Industrieanlagen sowie dem Verkauf der einschlägigen Maschinen“. 1926 wurde diese Firma aufgelöst und S. eröffnete allein das „A. Stihl Ingenieurbüro, Stuttgart“, wo er sich u. a. mit der Konstruktion einer Motorkettensäge befaßte. 1926 stellte S. die weltweit erste marktfähige Elektro-Motorsäge her, 1929 seine erste benzingetriebene Motorsäge, die jeweils von zwei Personen bedient wurden. Bereits 1931 bereiste S. Rußland, 1937/ 38 die USA und Kanada, um seine Produkte auch dort auf den Markt zu bringen. Seit Ende 1939 produzierte das inzwischen als „A. Stihl Maschinenfabrik“ firmierende Unternehmen mit rund 250 Mitarbeitern nur noch Sägen. Zum Kriegsdienst wurde S. nicht eingezogen. 1939 führte er eine Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter ein und gründete die Stiftung „Unterstützungskasse der Firma Andreas Stihl, Maschinenfabrik, Bad Cannstatt“, die Jahrzehnte später in der betrieblichen Altersversorgung aufging. Die durch Bombenangriffe 1943 /44 schwer beschädigte Fabrik verlegte S. nach Neustadt (heute Waiblingen). In dieser Zeit war auch eine kleine Anzahl Zwangsarbeiter im Unternehmen tätig.

    Bei Kriegsende wurde S. von den alliierten Truppen verhaftet und sein Unternehmen beschlagnahmt. S., der seit 1933 Mitglied der NSDAP und seit 1935 der Allgemeinen SS war, wurde nach über dreijähriger Internierung 1948 von der Spruchkammer als „Mitläufer“ eingestuft und erhielt sein Unternehmen zurück.

    1950 brachte S. mit der „Stihl BL“ die erste Einmann-Benzinmotorsäge der Welt auf den Markt. 1959 folgte die getriebelose „Stihl Contra“, die den Arbeitsalltag in der Wald- und Forstwirtschaft revolutionierte, indem sie deren Motorisierung weltweit durchsetzte. S. wird daher oft als „Vater der Motorsäge“ bezeichnet, obwohl er nicht deren Erfinder ist. 1960 errichtete er eine Fertigungsstätte in seiner Heimat Wiechs am Randen zur gezielten Förderung der strukturschwachen Region. Sein Unternehmen beschäftigte 1964 erstmals über 1000 Mitarbeiter.

    S. machte seine vier Kinder zu Kommanditisten und übertrug die Verantwortung für das Unternehmen zunehmend an Eva Mayr-Stihl und Hans Peter Stihl, der Ende 1971 als zweiter, zusätzlicher persönlich haftender Gesellschafter eintrat und die Internationalisierung vorantrieb. Seit 1971 ist das Unternehmen der größte Motorsägenhersteller der Welt und beschäftigte 2010 über 11 000 Mitarbeiter weltweit.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenbürger v. Neustadt (jetzt Stadtteil v. Waiblingen) (1961) u. Wiechs am Randen (Gde. Tengen) (1971).

  • Werke

    Schweizer. Patent Nr. 133857, 1929 (elektr. Handkettensäge);
    DRP Nr. 571469, 1931 (Kettensäge).

  • Literatur

    Waldemar Schäfer, Von d. Idee z. Weltmarke, 2006 (P);
    J. Peterke (Hg.), Neustadt, Die ungewöhnl. Gesch. e. schwäb. Dorfes, 2009 (P);
    Waiblingen in Vergangenheit u. Gegenwart 17, 2009;
    Lex. Weltmarktführer, S. 579 f.

  • Quellen

    Gde. Tengen (Standesbücher); Stihl Archiv, Waiblingen (u. a. Ll. f. d. Spruchkammerverfahren, 1945); StA Ludwigsburg (Bescheinigung d. Internierungs- u. Arbeitslagers Moosburg, April 1948).

  • Autor/in

    Katharina Edlinger
  • Zitierweise

    Edlinger, Katharina, "Stihl, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 343-344 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126982872.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA