Lebensdaten
1834 bis 1920
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 104264799 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lipsius, Hermann
  • Lipsius, Iustus H.
  • Lipsius, J.
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Zitierweise

Lipsius, Justus Hermann, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd104264799.html [27.07.2016].

CC0

Lipsius, Justus Hermann

Klassischer Philologe, * 9.5.1834 Leipzig, 5.9.1920 Leipzig.

  • Genealogie

    Aus alter sächs. Pfarrer- u. Lehrerfamilie. V Adelbert (1805–61), Konrektor d. Gymnasiums in Gera, seit 1832 Lehrer, dann Rektor d. Thomasschule in L. (s. ADB 52, S. 8), S d. Pfarrers Gottfried Wilhelm in Großhennersdorf, seit 1807 in Bernstadt (Oberlausitz), u. d. Elisabeth Garve; M Juliane Molly (1805–42), T d. Frdr. Wilh. Ehrenfried Rost (1768–1835), Rektor d. Thomasschule, Prof. d. Philos. in L. (s. ADB 29), u. d. Christiane Karoline Wohlfurt; Groß-Ov Karl Bernhard Garve ( 1841), Pfarrer d. Brüdergemeine (s. NDB VI); B Richard Adalbert (s. 2), Constantin (1832–94), Prof. d. Baukunst a. d. Kunstak. Dresden (s. ADB 52); Schw Marie (Ps. La Mara, 1837–1927), Musikschriftstellerin (s. L); - 1866 Laura ( 1923?), T d. Rittergutsbes. Pohl in Schmölen b. Wurzen.

  • Leben

    Geboren in der Thomasschule zu Leipzig und vom Vater durch den Beinamen „Justus“ in anspruchsvolle philologische Tradition gestellt, absolvierte L. die Thomasschule und studierte dann Theologie und Philologie in Leipzig. Nach der Promotion 1856 verbrachte er erste Jahre als Lehrer an der Thomasschule, den Fürsten- und Landesschulen Meißen (1857–60) und Grimma (1860–63). Mit nur 29 Jahren wurde er zum Konrektor der Nikolaischule in Leipzig berufen, drei Jahre später zum Rektor. Mit großem Erfolg leitete er die Nikolaischule elf Jahre lang, die Klassenzahlen verdoppelten sich, die Zahl der Schüler verdreifachte sich in dieser Zeit. 1877 gab er sein Schulamt zugunsten einer Professur für Klassische Philologie an der Univ. Leipzig auf, nachdem er dort schon seit 1869 als ao. Professor gelehrt hatte. 1891/92 war L. Rektor der Univ. Leipzig, 1914 wurde er emeritiert.

    L.s Lehre und Forschung galten fast ausschließlich der griech. Philologie, hier besonders der attischen Prosa und den Staats- und Rechtsaltertümern. Nach frühen Arbeiten über die attischen Redner, die ihn als sehr vorsichtigen und stark konservativen Textkritiker ausweisen, und besonders auf Grund seiner Forschungsberichte und Besprechungen aus dem Gebiet der griech. Rechtsgeschichte wurde er zur Neubearbeitung des damals grundlegenden Werks über das attische Recht, des „Attischen Prozesses“ von M. H. E. Meier und G. F. Schoemann, aufgefordert. Er hat diese mühsame und entsagungsvolle Aufgabe in kurzer Zeit gemeistert. 1883-87 ist die Neuauflage erschienen und war bald danach bereits vergriffen. Dadurch und besonders durch Neufunde auf dem Gebiet des griech. Rechts wie der „res publica Atheniensium“ des Aristoteles und dem Recht von Gortyn wurde L. dann zu seinem eigentlichen Lebenswerk angeregt, das ihm einen bleibenden Platz in der Geschichte der Klassischen Philologie sichert: dem umfänglichen Handbuch „Das Attische Recht und Rechtsverfahren“ (3 Bde., 1905–15, Neudr. 1966). Auch heute ist die souveräne Materialbewältigung dieses Werks, die präzise Differenzierung sowohl wie die sichere Zusammenschau für jede Beschäftigung mit attischer Rechtsgeschichte und gerichtlicher Beredsamkeit unentbehrlich, mag man auch mit der Disposition des Rechtsmaterials heute anders verfahren.|

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c. (Leipzig u. Athen); Geh. Hofrat; Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Nicolaischule zu Leipzig im 1. Jh. ihres Bestehens, 1872;  Jber. üb. d. griech. Altertümer, in: Bursian-Jberr. 1, 1873, II, 1876, S. 1335-1407;  dass., ebd., 6, 1878, III, 1880, S. 275-352;  Über d. Unechtheit d. 1. Rede gegen Aristogeiton, in: Leipziger Stud. z. Klass. Philol. 6, 1883, H. 2, S. 317-31;  Die Aufgaben d. class. Philol. i. d. Gegenwart, 1891;  Lysias' Rede gegen Hippotherses u. d. attische Metoikenrecht, in: SB d. Sächs. Ak. d. Wiss., Phil.-Hist. Kl., 71, 1919, Nr. 9, S. 1-12. -  Hrsg.: Demosthenis de corona oratio, 1876, 21887;  Andocidis orationes, 1888;  Cratippi Hellenicorum fragmenta Oxyrhynchia, 1916.

  • Literatur

    La Mara (= Maria Lipsius, Schw), Durch Musik u. Leben im Dienste d. Ideals, 1917, 21925;  P. L. Fischer, Grimmaisches Ecce, 1920;  A. Körte, Worte z. Gedächtnis an J. H. L., in: SB d. Sächs.|Ak. d. Wiss., Phil.-Hist. Kl., 73, 1921, S. 41-50;  F. Poland, in: Bursian-Jb. 44, 1925, S. 1-36 (W-Verz., L)DBJ II (Tl.).

  • Portraits

    in: LIZ, Nr. 155, 1920, S. 361.

  • Autor

    Ulrich Schindel
  • Empfohlene Zitierweise

    Schindel, Ulrich, "Lipsius, Justus Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 675-676 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd104264799.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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