Lebensdaten
1850 bis 1927
Geburtsort
Maienfeld (Kanton Graubünden)
Sterbeort
Walenstadt (Kanton Sankt Gallen)
Beruf/Funktion
schweizerischer Generalstabschef
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 122097874 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sprecher von Bernegg, Andreas Theophil Luzius
  • Sprecher von Bernegg, Theophil
  • Sprecher von Bernegg, Andreas Theophil Luzius
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Zitierweise

Sprecher von Bernegg, Theophil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122097874.html [18.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Anton Herkules (1809–69), Landammann f. d. Kr. M., S d. Jakob (1756–1822), aus Bergen op Zoom (Brabant), niederl. Gen.major (s. HLS), u. d. Dorothea Sprecher v. Bernegg;
    M Clara Emilia Bazzighèr (1815–52);
    Ur-Gvv Anton Herkules (1741–1827), übernahm 1799 d. Präsidium d. provisor. Kt.reg. d. Kt. Graubünden, unterzeichnete die Vereinigungsurk. Graubündens mit d. Schweiz. 1802 Friedensrichter in Davos, Ger.präs. d. Distrikts Prättigau (s. HLS);
    1) Bad Ragaz 1872 Katharina Barbara (1851–75), T d. Simeon Bavier (1825–96), Ing., Nat.rat, später Bundesrat u. Gesandter in Rom (s. HLS), u. d. Barbara v. Salis-Seewis, 2) Barmen 1888 Helene (1861–1951), T d. Valentin Bavier, Ratsherr;
    1 S aus 1) Anton Herkules (1873–1936, Emilie, T d. Julius Diehl, bayer. HR), 2 S aus 2) Johann (Hans) Andreas (1892–1920), cand. iur., Florian Andreas Theophil (1895–1953, ⚭ Elisabeth v. Fischer), Jur., Dir. d. Zürich-Versicherungen, 2 T aus 2) 2) Katharina (Nina) (1889–1958, ⚭ Bernhard Friedrich v. Mandach, Augenarzt), Clara Emilia (1890–1979, Rudolf v. Erlach, 1891–1945, bern. Fürsprecher, 1935–39 Chef Operationssektion im schweizer. Gen.stab, Kdt. e. Division, s. HLS).

  • Leben

    Nach der Matura in Basel 1867 nahm S. ein Studium der Land- und Forstwirtschaft in Tharandt und der Staatswissenschaften in Leipzig auf, das er 1869 nach dem Tod des Vaters abbrach, um die Verwaltung der Familiengüter zu übernehmen. 1871 begann er als Infanterieleutnant seine steile militärische Karriere: 1875 Oberleutnant, 1880 Hauptmann im Generalstab, 1883 Major, 1886 Stabschef der VIII. Division, 1887 Oberstleutnant, 1891 Oberst im Generalstab und Stabschef des IV. Armeekorps, 1897 Kommandeur der Infanterie-Brigade 16, 1901 Kommandeur der Gotthardbefestigungen (Beförderung zum Divisionär), 1903 Kommandeur der VIII. Division. Seit 1905 Chef der Generalstabsabteilung, nahm er maßgeblichen Einfluß auf die Einführung der Militärordnung von 1907. S., der seit 1909 zudem als Oberstkorpskommandant und Kommandeur des IV. Armeekorps fungierte, gilt als Schöpfer der schweizer. Truppenordnung von 1912, die bis 1937 in Kraft blieb (Gliederung der Armee in sechs Divisionen zu je drei Brigaden, Schaffung von hauptamtlichen Divisions- und Armee-Korpskommandanten, erstmalige Schaffung spezialisierter Gebirgstruppen).

    Bei Ausbruch des 1. Weltkrieg verzichtete S. trotz Stimmenmehrheit im Rahmen der stark intrigenbelasteten Generalswahl vom 3.8.1914 auf die Generalswürde, übernahm die Position des Generalstabschefs der Armee und teilte sich mit General Ulrich Wille (1848–1925) Aufgaben und Kompetenzen. Während Wille die Ressorts Repräsentation, Disziplinarwesen und Ausbildung übernahm, trug S. die Hauptlast an operativen, strategischen und administrativen Aufgaben. 1919 trat S. von seinem Amt zurück und widmete sich wieder der Verwaltung seiner Güter.

    Neben und nach seiner Militärlaufbahn engagierte sich S., der um 1875 Mitglied der Konservativ-föderalistischen Partei (seit 1902 Konservativ-demokratische Partei Graubünden) wurde, in zahlreichen öffentlichen Ämtern. So war er Mitglied des Großen Rats (1880–85, 1891–99) sowie Verwaltungsratsmitglied bei den Vereinigten Schweizer Bahnen, der Bank für Graubünden, der Bündner Tagblatt AG und der Rhät. Bahn. 1882–85 fungierte er als Landammann des Kreises Maienfeld; 1882–1902 war er Sekretär und Präsident des Bezirksgerichts Unterlandquart und 1897–1902 Mitglied des Kantonsgerichts. 1880 kandidierte er erfolglos für den Nationalrat. Nach 1919 trat S. mit Vehemenz für die Beibehaltung der bewaffneten integralen Neutralität und gegen einen Beitritt der Schweiz zum Völkerbund ein. S. erlag einer verschleppten Blinddarmentzündung.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Hist. Ges. d. Kt. Graubünden u. d. Synode d. ref. Kirche Graubünden; – S.-Haus, Maienfeld.

  • Werke

    Gesammelte Schrr., hg. v. Daniel Sprecher, 2 Bde., 2002 (P);
    Nachlaß:
    Fam.archiv, Maienfeld;
    Schweizer. BA, Bern.

  • Literatur

    B. Hartmann, Oberstkorpskommandant T. S. v. B., Gen.stabschef d. schweizer. Armee 1914–1919, Versuch e. Biogr., 1930 (P);
    H. R. Kurz, Oberstkorpskommandant T. S. v. B., Persönlichkeit, Wirken, Gedanken, 1961;
    Daniel Sprecher, Gen.stabschef T. S. v. B., 2000, 22003 (W, L, P);
    E. Walder, in: Schweizerzeit Nr. 25 v. 27. 10. 2000;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Gr. Schweizer;
    Gr. Schweizerinnen u. Schweizer;
    Schweizer Lex.;
    HLS.

  • Portraits

    Bleistiftzeichnung v. C. Ritter, 1922 (Fam.archiv Maienfeld), Abb. in: Ges. Schrr. (s. W);
    Büste v. H. Hubacher, nach 1927 (Bern, Bundeshaus Ost, Eingangshalle).

  • Autor/in

    Daniel Sprecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Sprecher, Daniel, "Sprecher von Bernegg, Theophil" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 746-747 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122097874.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA