Lebensdaten
1913 bis 1980
Geburtsort
Arensburg (Oesel)
Sterbeort
Rosenheim
Beruf/Funktion
Marktforscher ; Unternehmensberater
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120018071 | OGND | VIAF: 62368444
Namensvarianten
  • Stackelberg, Karl-Georg Kurt Gustav Graf von
  • Stackelberg, Karl-Georg Kurt Gustav Freiherr von (bis 1967)
  • Stackelberg, Karl-Georg Graf von
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Zitierweise

Stackelberg, Karl-Georg Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120018071.html [10.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Herbert Frhr. v. S. (1876–1914), aus A., russ. Stabsrittmeister, Präs. d. Oeselschen Bauerngerichts d. balt. Rr.schaften, S d. Gustav (1836–97), auf Thomel u. Orrisaar, oesel. Landrat, u. d. Marie v. Buhrmeister (1845–1924); seit 1967 Adoptiv-V Ernst Gf. v. Stackelberg (1891–1978), auf Paggar, RA, Oberlt., seit 1949 Beirat, 1954–65 stellv. Vors., 1965/66 Vors., 1966 Ehrenmitgl. d. Estländ. Rr.schaft, 1960–78 Präs. d. Fam.verbandes d. Fam. v. S., S d. Reinhold (1845–1918), auf Paggar, Jöhntack, Aggimal u. Alt-Pungern (Estl.), russ. Oberst d. Garde, Rr. d. Georg-Ordens, u. d. Benedikte (Benita) Freiin v. Stackelberg (1860–1937), auf Wilsenhof, Eichenangern u. Pürkelsdorf (Livl.);
    M Carla (1889–1948, 2] Kurt Loest, 1945, Dr. iur.), T d. Kurt Menzel, preuß. Geh. Reg.rat, u. d. Hedwig (Hedda) Wildenow;
    1) Berlin 1940 Louise (* 1916), T d. Nils Arnberger, schwed. Fregattenkpt., Marine-Attaché in Berlin, u. d. Karin Burman, 2) Bielefeld 1950 1958 Clara Maria (1925–85), T d. Karl Wilhelm Armster (1882/83–1943, Opernsänger, Kammersänger (s. Kutsch-Riemens; Kosch, Theater-Lex.), u. d. Ilse Freiin v. Gamp-Massaunen (* 1893), 3) Willing b. Bad Aibling 1966 Viktoria-Luise (* 1940, 2] Jürgen v. Goerne, 1908–2001, Oberst, Untern.), T d. Wolrad Fürst zu Schaumburg-Lippe (1887–1962), Major, u. d. Bathildis Prn. zu Schaumburg-Lippe (1903–83); 2 ? S aus 3) Arved-André (* 1967), M. A., Country Manager b. Empirix Dtld., Stefan-Matthias (* 1968), Marketingwirt; Schwager Botho Frhr. v. Gamp-Massaunen (1894–1977), Oberlt., Maler (s. W).

  • Leben

    S. floh nach dem Ende des 1. Weltkrieges mit seiner Mutter aus dem Baltikum nach Deutschland, wurde aber erst 1938 eingebürgert. Beim Studium (Volkswirtschaft und Soziologie) und bei Arbeiten für den Reichsverband der Automobil-Industrie lernte S. statistische Verfahren kennen. Er arbeitete als Journalist und Schriftsteller und war im 2. Weltkrieg als Kriegsberichterstatter an der Front. Seine Bücher „Legion Condor“ (1939) und „Ich war dabei, ich sah, ich schrieb“ (1940) wurden bis 1942 mehrfach aufgelegt. Im Herbst 1945 gründete S. in Bielefeld das „EMNID“-Institut, das er zu einem der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute in Deutschland machte. Unter S.s Leitung veröffentlichte Emnid zahlreiche Studien zur sozialen Lage in der frühen Bundesrepublik (Jugend zw. 15 u. 24, 1953/55; Wie stark sind d. Halbstarken, 1956; Fam. u. Ehe, 1957; Jugend, Bildung u. Freizeit, 1966). S. gehörte viele Jahre zu den Beratern Ludwig Erhards.

    Zwar hatte es in Deutschland auch schon vor 1945 Umfrageversuche gegeben, Repräsentativbefragungen wurden aber erst durch die US-Militärregierung (Information Control Division) durchgeführt. S. gehörte zur ersten Gruppe von dt. Meinungsforschern, die 1950 zu einer Studienreise in die USA eingeladen wurden. Sein Buch „Alle Kreter lügen“ (1965) widmete er seinem „Freund“ George Gallup, dessen richtige Prognose bei der US-Präsidentschaftswahl 1936 als Durchbruch für die Demoskopie gilt. S.s Karriere als Meinungsforscher endete mit der Bundestagswahl 1965, als Emnid ein Patt zwischen den beiden großen Volksparteien voraussagte, die Union aber mehr als acht Prozentpunkte Vorsprung vor der SPD hatte. Der Fernsehauftritt der beiden Meinungsforscher S. und Elisabeth Noelle-Neumann (* 1916) vom Institut für Demoskopie Allensbach, bei dem S. eingestehen mußte, daß die Konkurrentin „methodisch viel besser“ gearbeitet habe (Der Spiegel, Nr. 40/1965, S. 39), löste eine öffentliche Diskussion um den Einfluß der Demoskopie auf das Wahlergebnis aus. S. verkaufte Emnid 1966 und arbeitete als Verleger, Schriftsteller und Berater (sowohl für Unternehmen als auch für Regierungen, v. a. in Asien). Er war 1957 Mitgründer der Bürgerinitiative „Aktion Gemeinsinn“ und 1969 Gründer des WIWIS-Verlages, Mitglied der Dt. Gesellschaft für Soziologie und der Dt. Gesellschaft für Auswärtige Politik.

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c. (Indiana Technical College, Fort Wayne 1959);
    Präs. d. World Association for Public Opinion Research (1960–63);
    Gr. BVK.

  • Werke

    Weitere W Jagdfliegergruppe G, Jäger an Polens Himmel, 1940;
    Die Stunde d. Gefreiten Brinkforth, 1942;
    Der zweite Weg, 1942;
    Attentat auf Dtld.s Talisman, Ludwig Erhards Sturz, 1967;
    Marktstrategie ohne Geheimnisse, 1969;
    ABC d. Marktwirtsch., 1972;
    Souffleur auf pol. Bühne, 1975;
    Der Maler Botho v. Gamp, 1976;
    Der ferngelenkte Mensch, 1979.

  • Literatur

    Meinungsforscher u. Feststeller, Interview mit S., Emnid-Institute, in: Der Spiegel, Nr. 40, 1965, S. 39 (P);
    SZ v. 3. 9. 1980, S. 26;
    A. Kruke, Demoskopie in d. Bundesrep. Dtld., 2007;
    Munzinger.

  • Autor/in

    Michael Meyen
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyen, Michael, "Stackelberg, Karl-Georg Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 781 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120018071.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA