Lebensdaten
1761 bis 1814
Geburtsort
Sulz/Neckar
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Publizist ; Schriftsteller ; Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 115602348 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Armbruster, Johann Michael
  • Armbruster, J. M.
  • Armbruster, Johann M.
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Zitierweise

Armbruster, Johann Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115602348.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Michael Armbruster, Rosenwirt;
    M Friederike Kopf.

  • Leben

    A. war 1775-79 mit Schiller Zögling der Karlsschule in Stuttgart, war Gärtner in Hohenheim und kam dann durch Lavater, dessen „Physiognomische Fragmente“ er im Auszug herausgab, in die Schweiz, wo er seit 1782 als Sekretär Lavaters und Mitarbeiter an der „Zürcher Zeitung“ wirkte. Ab 1785 gab er nach dem Muster der Schlözerschen „Staatsanzeigen“ das „Schwäbische Museum“ heraus, das sich allgemein wissenschaftlich-kritisch mit der Kulturgeschichte Schwabens beschäftigte und in Kempten erschien. Seit 1786 lebte er als freier Schriftsteller in Konstanz am Bodensee, von wo aus er der französischen Revolution publizistisch scharf entgegentrat, was ihm die Ernennung zum österreichischen Polizeikommissar in Freiburg eintrug. Er folgte der vorderösterreichischen Regierung 1801 nach Wien, wo er 1802 Zensor und 1805 Hofsekretär wurde. Als geschickten und lebendigen Volksschriftsteller betraute man ihn 1808-09 mit der Besorgung der „Vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat“ (1809-13), denen der wesentliche Einfluß auf die gesamte Provinzpresse und ein entscheidender Anteil an der Vorbereitung des Kampfes gegen Napoleon zukam. 1809 begründete A. die zensurfreie literarische Zeitschrift „Der Wanderer“ und wirkte stark durch die 1813 erschienene Schrift „Wer ist ein österreichischer Krieger im Geist und in der Wahrheit?“ für die Erhebung gegen Napoleon. - 1814 endete er sein Leben durch Selbstmord.

  • Werke

    u. a. Poet. Portefeuille, St. Gallen 1784;
    Gedichte, 2 Bde., Kempten 1785;

    Vermischte Gedichte, Bregenz 1788;

    Romant. Erzählungen u. Skizzen, 3 Bde., St. Gallen 1790–93;
    Louise Müller od. d. Hofmeisterin, Schauspiel, o. O. 1796.

  • Literatur

    ADB I; Goedeke V, 1893, S. 404 u. VI, 1898, S. 419;
    Nagl-Zeidler-Castle II/1, 1914, S. 856;
    K. Zimmermann, J. M. A., Sein Leben und Wirken, u. d. „Vaterländ. Bll. f. d. österr. Kaiserstaat“, 1934;
    ders., Charakterköpfe aus d. Goethezeit II, J. M. A., d. Karlsschüler. Seine Beziehungen z. Lavater, in: Chronik d. Wiener Goethe-Ver., Bd. 40, 1935, S. 16-23;
    ders., J. M. A., d. Begründer d. volkstüml. polit. Presse Österr.s, in: Unsere Heimat, Jg. 10, Wien 1937;
    Kosch, Lit.-Lex. I (W).

  • Autor/in

    Emil Dovifat
  • Empfohlene Zitierweise

    Dovifat, Emil, "Armbruster, Johann Michael" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 354 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115602348.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Armbruster: Joh. Michael A., Dichter und Volksschriftsteller, geb. 1. Nov. 1761 zu Sulz am Neckar, 14. Jan. 1814; Zögling der Militärakademie|in Stuttgart von 1775—1779, von wo er als Gärtner nach Hohenheim kam. 1782 wurde er Secretär bei Lavater in Zürich, dessen physiognomische Fragmente er im Auszuge herausgab. Seit 1786 als Schriftsteller in Constanz lebend, bekämpfte er die franz. Revolution, wodurch er die Aufmerksamkeit des Präsidenten der Vorderösterreich. Provinz, eines Frhrn. v. Sommerau erregte, der ihn zum Polizeicommissar in Freiburg ernannte. Als die vorderösterr. Regierung 1801 nach Wien verlegt wurde, folgte A. dorthin, wurde 1802 Censor, 1805 Hofsecretär. Kränklichkeit und andere Bekümmernisse veranlaßten ihn, sich am 14. Jan. 1814 zu erschießen. Außer den Gedichtsammlungen: „Poet. Portefeuille" (St. Gallen 1784), „Gedichte" (Kempten 1785. 2 Bde.), „Vermischte Gedichte" (Bregenz 1788) gab er ein „Schwäbisches Museum" (Kempten 1785 ff. 3 Bde.) heraus, in welchem zuerst Scenen aus Goethe's „Iphigenie" erschienen. 1809 gründete er die noch bestehende Zeitschrift: „Der Wanderer", und redigirte 1809—13 die „Vaterländischen Blätter“. Auf die Erhebung Oesterreichs wirkte er kräftig ein durch die Schrift: „Wer ist ein österr. Krieger im Geist und in der Wahrheit?“ (Wien 1813).

    • Literatur

      Vgl. Wurzbach, Biogr. Lex.

  • Autor/in

    K. Goedeke.
  • Empfohlene Zitierweise

    Goedeke, Karl, "Armbruster, Johann Michael" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 533-534 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115602348.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA