Dates of Life
1909 – 1988
Place of birth
Heilbronn
Place of death
Fuerteventura
Occupation
Erfinder ; Unternehmer
Religious Denomination
keine Angabe
Authority Data
GND: 1012400999 | OGND | VIAF: 171873750
Alternate Names
  • Sick, Erwin Karl
  • Sick, Erwin
  • Sick, Erwin Karl
  • more

Relations

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Citation

Sick, Erwin, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1012400999.html [21.04.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Karl, Lokomotivführer;
    M N. N.;
    München 1944 Gisela Neumann (* 1922), führte nach S.s Tod als Hauptgesellschafterin d. Unternehmen weiter, Ehrenvors. d. Aufsichtsrats d. Sick AG, Waldkirch, stiftete 1987 d. „Erwin-Sick-Förderpreis“ d. IHK Südl. Oberrhein f. Ausbildungsabsolventen, gründete 2002 d. „Gisela u. Erwin Sick-Stiftung“, Verdienstmedaille d. Landes Baden-Württ. 2009 (s. Bad. Ztg. v. 30. 4. 2009);
    3 T Waltraud, Autorin, Illustratorin, Renate S.-Glaser, Geschäftsführerin d. Sick Holding GmbH, Dorothea S.-Thies, Managing Director in Bloomington (Minnesota), beide Physiotherapeutinnen, alle Gesellschafterinnen d. Sick AG;
    E Sebastian Glaser, Betriebswirt.

  • Biographical Presentation

    S. besuchte die Volks- und Realschule in Heilbronn und absolvierte 1924–28 eine Lehre als Optiker. Nach einem Jahr Gesellenzeit setzte er seine Ausbildung bis 1931 an der Fachschule für Feinmechanik in Göttingen fort. 1932 legte S. dort seine zweite Gesellenprüfung im Feinmechaniker-Handwerk ab. 1932–39 war er bei den Firmen Siemens & Halske in Berlin, Robert Bosch in Stuttgart und Askania in Berlin in Konstruktionslabors tätig. In Berlin hörte er als Gaststudent Vorlesungen an der Technischen Hochschule und besuchte Veranstaltungen der Lessing-Hochschule. S. entwickelte mit autodidaktischen Studien ein tiefes physikalisches Verständnis und wußte dies mit seiner konstruktiven Begabung zu verbinden. 1939 übernahm er bei den „Optischen Werken C. A. Steinheil Söhne“ in München die Leitung eines optischen Labors. Nach Kriegsende gründete S. 1946 ein eigenes Ingenieurbüro, das er zunächst in der Wohnbaracke der Familie in Vaterstetten bei München betrieb. Seine ersten Produkte waren Radioempfänger. Mit seiner außerordentlichen Befähigung zur Entwicklung von optischen Geräten mit elektronischer Signalauswertung wurde S. in den folgenden Jahrzehnten zu einem Pionier der Automatisierung von Produktion und Meßtechnik. Der Durchbruch gelang ihm mit dem „Lichtvorhang“, einem lichtelektrischen Unfallschutz für Großpressen, den er sich 1950 patentieren ließ. S. hatte diese Flächenlichtschranke aus seiner Autokollimations-Lichtschranke entwickelt. Ebenfalls 1950 brachte er ein Druckmarken-Steuergerät für die automatische Verpackung von Weichkäse zur Fertigungsreife. 1954 verlegte S. den Sitz seines Unternehmens nach Oberkirch im Schwarzwald und zwei Jahre später nach Waldkirch im Elztal. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs von acht im Jahr 1954 auf 150 im Jahr 1960. Zur Produktpalette gehörten automatische Steuerungen für Fertigungsmaschinen (z. B. Höhentaster zur Füllhöhenmessung oder Schußspulenfühler für Webmaschinen), Rauchdichtemesser und Codeleser. 1960 erweiterte S. seine Firma mit dem „Institut für Automation“ mit Sitz in München, das sich hauptsächlich der Entwicklung neuer Maschinenelemente widmete. Ende der 1960er Jahre fertigte die Firma Sick mit mehr als 400 Mitarbeitern optoelektrische und optoelektronische Steuerungseinrichtungen wie Lichtschranken, Lichtvorhänge, Druckmarkensteuergeräte, Grenzwertgeber, Codescanner, Absorptionsmeßgeräte, Rauchdichteund Sichtweitenmeßgeräte, Zeilentaster, Kurvensteuergeräte, Farbtaster und Lochsuchgeräte. Der Vertrieb erfolgte weltweit und die Produkte trugen wesentlich zur Automatisierung der Fertigungs- und Meßtechnik bei. Bis zu seinem Tod blieb S. konstruktiv führender Kopf seiner Firma, die danach zunächst von seiner Witwe als Hauptgesellschafterin weitergeführt wurde. Die Erwin Sick GmbH wurde 1996 in eine AG umgewandelt und beschäftigte im Jahr 2005 weltweit mehr als 4000 Mitarbeiter.

  • Awards

    BVK 1. Kl. (1971);
    Dr.-Ing. E. h. (TU München 1980);
    Diesel-Medaille in Gold d. Inst. f. Erfindungswesen, Nürnberg (1982);
    Goldene Verdienstmedaille d. Stadt Waldkirch (1984).

  • Works

    W Patente u. a. Lichtelektr. Schranke mit verhältnismäßig großer Fläche ohne opt. Lücken, DBP 826112, 1950;
    Lichtelektr. Steuervorrichtung, insbes. Druckmarkensteuergerät, DBP 1208097, 1956;
    Sicherheitsvorrichtung z. Überwachung e. auf e. Bahn angetriebenen Transportgerätes, vorzugsweise e. Krans, an e. Hindernis, DBP 1130979, 1957;
    Vorrichtung z. Rauchüberwachung, DBP 1117318, 1958;
    Lichtelektr. Vorrichtung, insbes. z. Zählen, DBP 1123149, 1958;
    Lichtelektr. Vorrichtung z. Feinlängenmessung, DBP 1092669, 1959;
    Lichtelektr. Abtastvorrichtung, DBP 1144502, 1961;
    Vorrichtung z. Überwachung d. Zustandes e. ununterbrochenen Reihe v. gleichen, lichtreflektierenden Gegenständen, DBP 2229232, 1972;
    Opt. Fadenrißüberwachungsvorrichtung, DBP 3331772, 1983;
    Opt. Fehlersuchgerät in e. durchscheinenden Materialbahn, insbes. aus Vlies-Material, DBP 3544871, 1985.

  • Literature

    Historie d. Opto-Elektronik, 50 J. Sick AG, 1996 (P);
    A. Hermann, E. S., Der Erfinder u. sein Unternehmen, 2002;
    U. Viehöver, in: Die Zeit v. 19. 3. 2009, S. 26.

  • Author

    Anita Kuisle
  • Citation

    Kuisle, Anita, "Sick, Erwin" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 308-309 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1012400999.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA