Dates of Life
1816 – 1893
Place of birth
Potsdam
Place of death
Potsdam
Occupation
Gartenkünstler in Potsdam ; Gärtner
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 132206803 | OGND | VIAF: 40530233
Alternate Names
  • Sello, Ludwig Emil Walter
  • Sello, Emil
  • Sello, Ludwig Emil Walter
  • more

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Sello, Emil, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132206803.html [13.06.2024].

CC0

  • Genealogy

    B Hermann (s. 2);
    Segeletz b. Westerhausen/Dosse 1849 Johanna (1831–92), T d. Eduard Kahlbau, Prediger in Segeletz;
    7 K u. a. Georg (1850–|1926), Dr. iur., Archivrat am StA Magdeburg, 1889 Vorstand d. ghzgl. Haus- u. Zentralarchivs in Oldenburg, Geh. Archivrat, zahlr. Forsch. z. brandenburg. u. oldenburg. Gesch., gründete 1892 d. „Jb. f. d. Gesch. d. Hzgt. Oldenburg“ (s. Biogr. Hdb. Oldenburg; Leesch, Archivare; Brandenburg. Biogr. Lex.); Friedrich Sellow (s. 1).

  • Biographical Presentation

    S. absolvierte 1833–35 die Gärtnerlehre in Sanssouci, bestand 1837 das Obergehilfenexamen und begab sich 1838–40 auf Wanderschaft, die ihn nach München, Rom, in die Schweiz, nach Belgien, Paris und London führte. 1843–60 war er als „Obergehilfe“ im Revier „Außerhalb Sanssouci“ tätig, 1854 erhielt er den Titel Hofgärtner. 1860–64 arbeitete er in dieser Funktion im Revier „Außerhalb Sanssouci“, danach war er bis zu seiner Pensionierung 1891 Hofgärtner am Neuen Palais, 1878–91 auch in Charlottenhof. 1865 besuchte er England ein zweites Mal, 1866 Gent und wiederum London, 1867 Paris. 1883 erhielt er den Titel Oberhofgärtner.

    S. war zunächst Schüler und Mitarbeiter von Peter Joseph Lenné (1789–1866). Danach arbeitete er 1864–88 ohne Zwischenschaltung eines Hofgartendirektors direkt unter Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831–88) und seiner Gattin Victoria (1840–1901), die selbst die Skizzen zu Gartenentwürfen lieferte und allgemein die künstlerische Leitung innehatte. In der Ausführung orientierte sich S. am Gardenesque Style von John Claudius Loudon (1783–1843), den er noch persönlich kennengelernt hatte, und geriet damit in einen grundsätzlichen Gegensatz zu der bis zu dieser Zeit in Potsdam gewohnten Gartenkunst. Zusammen mit der Kronprinzessin versuchte er, die neuere engl. Richtung durchzusetzen, bei der nicht mehr an stilistischen Kriterien orientierte Entwürfe, sondern gärtnerischer Pflanzenreichtum und einfache geometrische Formen im Mittelpunkt standen. Die bisherige Gestaltung des Parterres am Neuen Palais in Sanssouci mit wenigen Gruppen und aufgereihten Orangenkübeln empfand Victoria als zu nüchtern. Auch ein Entwurf von Lenné und Gustav Meyer (1816–77) wurde abgelehnt. Das Parterre wurde durch Wege in kleinere Flächen unterteilt, die reich mit Beeten, Rabatten, Koniferenkegeln und Kübelgehölzen geschmückt waren. In Victorias heckenumschlossenem Rosengarten säumten Rosenhochstämme, -büsche und -girlanden die Wege. Teppichbeete, eine Brunnenplastik, Majolikavasen, Terrakottaschalen und vier Rosenlauben in den Ecken waren weitere Attraktionen. In anderen Sondergärten gab es musterhaft geplante Obst- und Gemüseanlagen sowie Spiel- und Turnplätze für die Prinzen.

    Bei seinen Arbeiten am Berliner Prinzessinnenpalais ersetzte S. erstmals einen vorhandenen Landschaftsgarten durch eine streng geometrische Anlage mit kreuzförmigen Wegen und kreisrunden Blumenbeeten. Nach demselben Schema wurden später die Gartenanlagen am Krongut Bornstedt (b. Potsdam, 1873–75) und an der Villa Liegnitz (in Sanssouci, 1877/78) umgestaltet. Darüber hinaus war S. für die Kronprinzessin in der Einführung und Akklimatisierung neuer Pflanzen erfolgreich tätig. Insbesondere wirkte er für die Bereicherung der Wald- und Wiesenvegetation durch Frühjahrsgeophyten, Primeln und Veilchen. Zuletzt arbeitete er an der Vollendung der Potsdamer Landesverschönerung. Nach dem frühen Tod Ks. Friedrichs 1888 erhielt er keine Aufträge mehr.

  • Awards

    Mitgl. d. Ges. f. Akklimatisation, Berlin.

  • Works

    Schloßgarten Brühl, um 1843 (Mitarb.);
    Garten vor d. Neuen Kammern in Sanssouci, nach 1845 (Mitarb.);
    Parterre u. Privatgärten am Neuen Palais, Sanssouci, 1864–67;
    Terrassen an d. Orangerie Sanssouci, um 1865 (Mitarb.);
    Garten am Prinzessinnenpalais, Berlin, 1868;
    Umgestaltung d. Farmgartens Potsdam-Bornstedt, 1873–75;
    Parterre u. Lindenallee westl. der Communs, Sanssouci, 1874–79;
    Umgestaltung d. Gartens d. Villa Liegnitz, Sanssouci, 1877/78;
    Landschaftsverschönerung um Schloß Lindstedt, den Kahlenberg, Ruinenberg, auf d. Bornstedter Feld u. am Pfingstberg;
    Btrr. f. Zss.;
    Nachlaß:
    StA Oldenburg;
    Privatbes. Oldenburg.

  • Literature

    Th. Nietner, Gärtner. Skizzenbuch, 1877–82, Tafel 1,4 u. 27;
    Th. Rümpler, Gartenbaulex., 1882;
    H. Günther u. S. Harksen, Peter Joseph Lenné, Kat. d. Zeichnungen, 1993;
    J. Wacker, Die Gartenanlagen vor d. Neuen Palais, in: Potsdamer Schlösser u. Gärten, 1993, S. 268–78;
    C. A. Wimmer, Victoria, the Empress gardener, or the anglo-prussian garden war, 1858–88, in: Garden History 26, 1998, S. 192–207;
    ders., Ksn. Friedrich u. d. Gartenkunst, in: Mitt. d. Studiengemeinschaft Sanssouci, 3, 1998, Nr. 2, S. 1–27;
    ders., Hermann u. E. S., in: Nichts gedeiht ohne Pflege, 2001, S. 235–51;
    Katrin Schröder, E. S.s „Ber. über d. Kronprinzl. Gärtnerei am Neuen Palais, 1868“, in: Jb. d. Stiftung Preuß. Schlösser u. Gärten 6, 2004, S. 1–35.

  • Portraits

    Öl/Lwd. v. Victoria v. Preußen, 1877, u. H. Schnee, postum (beide Privatbes.).

  • Author

    Clemens Alexander Wimmer
  • Citation

    Wimmer, Clemens Alexander, "Sello, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 227-228 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132206803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA